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Glück ist Definitionssache? Von wegen! Ein Forscher will die Glücksformel kennen

Glück: Die Definition will ein Hirnforscher jetzt haben. Das ist seine Glücksformel.
Glück: Die Definition will ein Hirnforscher jetzt haben. Das ist seine Glücksformel.
Foto: iStock/master1305
Ein Hirnforscher will die Glücksformel entwickelt haben: Zwei Fragen solltest du dir demnach stellen, um dein Glück zu definieren.

Glück kann man bekanntlich nicht kaufen. Aber man kann sich versuchen ihm zu nähern. Das tun Forscher ständig. Einer von ihnen will sie nun gefunden haben: des Glückes Definition beziehungsweise die Glücksformel. Und auch die kannst sie für dich herausfinden. Zwei Fragen solltest du dir dabei stellen.

Glück, die Definition: Dieser Forscher will die Glücksformel kennen

Stress bei der Arbeit, mit dem Freund, der Freundin, schlechter Schlaf oder Geldsorgen sind nur einige der Probleme, die dafür sorgen, dass man sich unglücklich fühlt. Kein Wunder, denn es bleibt kaum die Zeit dafür, sich mit etwas zu beschäftigen, das einen glücklich macht. Dabei gibt es zwei simple Fragen, die laut einem Forscher helfen sollen, die eigene Glücks-Definition zu finden.

Laut Gerald Hüther gibt es nämlich sehr wohl eine sogenannte "Glücksformel". Für den Neurobiologen, Hirnforscher und Buchautoren ist klar: Nur, wer Herr über sich selbst wird, gibt auch seinem Gehirn die Chance dazu, all seine Möglichkeiten zu entfalten. Zwei einfache Fragen sind es, die jedem dabei helfen sollen, davon ist Hüther überzeugt:

  1. Was will ich für ein Mensch sein?
  2. Wozu will ich dieses Leben nutzen?

Die wichtigste Erkenntnis

Neben der Glücksformel ist außerdem die wichtigste Erkenntnis seiner Arbeit, dass das menschliche Hirn nur dann richtig funktioniert, wenn es dem Menschen gut geht. Klingt banal? Hat aber weitreichende Konsequenzen, wie Hüther herausgefunden haben will. Um es kurz zu sagen: Jeder, dem es nicht gut geht, handelt auch nicht gut. Das würde unser Zusammenleben tragisch verdeutlichen.

Denn da wir nicht mehr lernen würden, uns ebenbürtig zu behandeln, gehe es mit der Menschheit rapide bergab. "Wir leben in einer Welt, die von Hierarchien und Leistung bestimmt wird. Je höher jemand in der Hierarchie ist, desto eher behandelt er die Menschen 'unter ihm' wie Objekte", so Hüther im MDR Kultur-Café. "Dass auch diese Person ein Mensch ist, gerät dabei in Vergessenheit. Viele denken nur noch an Ziele, Zahlen – und Profite." Wer sich jedoch seiner eigenen Würde bewusst und glücklich sei, der sei weniger anfällig für diese Gefahren.

Für ihn geht es also vor allem darum, aus einem System aus Zwängen und Vorschriften auszubrechen. Das sei natürlich nicht leicht. "Wir haben heutzutage einfach zu viele Optionen. Und viele gehen irrtümlicherweise davon aus, dass ihnen die anderen Optionen verloren gehen, wenn sie sich für eine einzige entscheiden – aber das stimmt so nicht", sagte er im Focus-Interview. Genau bei dieser Entscheidung würden die oben genannten Fragen helfen.

Neurowissenschaft statt Esoterik

Das mag esoterisch klingen, für Hüther ist es aber reine Neurowissenschaft. Denn unser Gehirn würde nach Kohärenz streben, einem Zustand, in dem es möglichst wenig Energie verbraucht. Dieses Endziel dürfe dem Forscher zufolge weder Alkohol noch Shopping langfristig helfen, sondern die Beantwortung der zwei Fragen, mit denen das eigene Glück eine Definition finde. "Wir müssen wissen, wofür wir etwas machen".

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Für den Wissenschaftler steht fest, dass die Menschheit ihr ganzes Potenzial erst als Gemeinschaft entfalten kann. "Alles, was wir können und wissen, haben wir von den Menschen gelernt, die vor uns da waren". Wertschätzung und Motivation untereinander seien das A und O.

Die Glücksformel nach Hüther

Aus den Erkenntnissen Hüthers lässt sich eine Art Glücksformel erstellen, quasi das Rezept fürs Glücklichsein für dich und deine Mitmenschen:

  • Stell dir die zwei einfachen Fragen: Was will ich für ein Mensch sein? Wozu will ich dieses Leben nutzen?
  • Triff anhanddessen eine Entscheidung, die dir hilft, dort anzukommen.
  • Entwickle Würde für dich selbst und behandle andere würdevoll.
  • Begegne anderen auf Augenhöhe. Ermutigt euch gegenseitig.

Glück kommt selten allein

Natürlich ist Hüther nur einer der zahlreichen Forscher, die versuchen, dem Glück auf die Schliche zu kommen. Anschaulich und erwägenswert ist seine Theorie jedoch allemal. Andere Kritiker würden vielleicht noch fragen, was wird, wenn Mensch und Maschine im Transhumanismus verwachsen? Wie sieht es dann mit einer Glücks-Definition aus? Oder wissen das nur die, die Freimaurer werden? Übrigens klären wir fünf falsche Fakten wie "Nichts ist schneller das das Licht".

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