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7 absurde Mythen zum Grippe-Virus: Wir entlarven sie

5 absurde Mythen zum Grippe-Virus: Wir entlarven sie
Do, 07.11.2019, 18.20 Uhr

5 absurde Mythen zum Grippe-Virus: Wir entlarven sie

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Der Grippe-Virus geht wieder um. Manche meinen, er ist nichts weiter als eine schlimme Erkältung. Diesen Mythos klären wir auf – genau wie sechs weitere Märchen über die Krankheit.

Jedes Jahr aufs Neue halten die Grippewellen Einzug ins Büro, in die Kindergärten und Arztpraxen. Und trotz der verfügbaren Impfstoffe tötet der Grippe-Virus weiterhin Menschen weltweit. Zugleich ranken sich beharrlich diverse Mythen um die Krankheit, die einfach nicht aus den Köpfen der Menschen verschwinden wollen. Wir wollen deshalb sieben davon auf den Zahn fühlen. Spoiler: Sie alle sind falsch.

Diese 7 Mythen zum Grippe-Virus sind reiner Unsinn

Eines ist Fakt: die Gefahr, die jedes Jahr vom Grippe-Virus ausgeht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führen Grippe-Epidemien jährlich zu drei bis fünf Millionen schweren Krankheiten und zu circa 290.000 bis 650.000 Todesfällen. Ein Grund mehr, sich mit den Mythen zu beschäftigen, die mit der Krankheit verbunden sind. Wir haben die sieben größten gesammelt – und entlarvt.

#1 Grippe oder Erkältung? Ist doch dasselbe

Falsch. Natürlich sind beide Atemwegserkrankungen. Der große Unterschied ist aber, dass sie von verschiedenen Viren verursacht werden. Eine Grippe ist daher nicht einfach nur eine schlimme Erkältung. Meist tritt sie plötzlich auf und äußert sich in folgenden Symptomen:

  • Fieber, laufende oder verstopfte Nase, Husten, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Körperschmerzen, Kopfschmerzen, Kälte, Schweißausbrüche

Eine Erkältung wiederum äußert sich vor allem durch eine laufende oder verstopfte Nase, schlimmere Symptome treten meist nicht auf.

Zudem kann die Grippe zu schweren Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung oder in Extremfällen gar einem Multiorganversagen führen. Besonders schwangere Frauen, ältere Menschen und Kinder sind bei einer schweren Grippeinfektion in Gefahr. In normalen Fällen erholt man sich jedoch innerhalb von drei bis sieben Tagen von einer Grippe.

Life Science: Mythen und Fakten zum Thema Gesundheit
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#2 Eine Grippeimpfung reicht als Vorsorge aus

Falsch. Die Grippeimpfung ist nicht zu 100 Prozent effektiv. Die Wirksamkeit hängt zudem vom Alter und Gesundheitszustand der jeweiligen Person ab. Zudem variiert die Wirksamkeit des Impfstoffs von Jahr zu Jahr, wie auch das Ärzteblatt berichtet. Das hängt davon ab, wie der Stoff mit dem zirkulierenden Grippestamm übereinstimmt.

Das bedeutet, du musst darüber hinaus Schutzmaßnahmen ergreifen, die einer Grippe vorbeugen, zum Beispiel häufiges Händewaschen.

#3 Kälte oder Zug führt zu Grippe

Falsch. Kälte führt zwar zu einer geringeren Durchblutung und einem schwächeren Immunsystem. Daher ist man anfälliger für Viren und Bakterien. Wer sich Kälte aussetzt oder auch nur Zugluft, kriegt aber nicht automatisch die Grippe. Entscheidend ist, ob man dem Grippe-Virus ausgesetzt ist. Das ist der einzige Weg, um zu erkranken. Da die kalte Jahreszeit mit der Grippesaison zusammenfällt, glauben viele fälschlicherweise, es gäbe hierbei einen Zusammenhang.

Grippe aber ist eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, infizierte Menschen verbreiten sie durch husten, niesen oder reden sowie über kontaminierte Oberflächen, beispielsweise die Haltegriffe in Bussen. Kommen die Grippe-Viren von dort in deinen Mund, deine Augen oder deine Nase, bist du gefährdet.

#4 Durch eine Grippeimpfung bekommt man erst eine Grippe

Falsch. Der Grippeimpfstoff enthält keinen lebenden Virus. Also führt die Grippeimpfung auch nicht zu einer Grippe. In der Zeit vor der empfohlenen Impfung (vor der Saison) zirkulieren viele andere Arten von Atemwegsviren in der Luft, die zu grippeähnlichen Symptomen führen können. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, sich einen davon einzufangen. Fälschlicherweise führen viele dann leichte Krankheitsanzeichen auf die Grippeimpfung zurück.

Zudem braucht der Grippeimpfstoff bis zu zwei Wochen, um zu wirken, also kannst du dir in dieser Zeit sehr wohl die Krankheit holen.

#5 Jemand mit Grippe braucht antivirale Medikamente

Falsch. Bei einer Grippeerkrankung empfiehlt sich das, was die meisten Hausärzte sagen würden: Bettruhe, viel Flüssigkeitsaufnahme und die Linderung der Symptome. Weil es sich bei einer Grippe um einen Virus handelt, nicht um ein Bakterium, helfen auch Antibiotika für die Heilung nicht viel. Wie das Ärzteblatt berichtet, sollten nur Personen mit schweren Komplikationen virale Grippe-Medikamente bekommen, sogenannte antivirale Medikamente. Allerdings auch nur dann, wenn diese in den ersten 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Symptome verabreicht werden.

#6 Nase schnäuzen ist besser als Nase hochziehen

Falsch. Genau der umgekehrte Fall ist ratsam, also ist Hochziehen besser als Schnäuzen. Warum? Ganz einfach: Vor allem, wer allzu kräftig die Nase schnäuzt, risikiert, dass das hochinfektiöse Nasensekret in die Nebenhöhle oder gar ins Mittelohr befördert wird. Dadurch können sich Entzündungsherde bilden. "Das Hochziehen ist in unserer Gesellschaft generell verpönt, aber wie ich finde aus anatomischer und physiologischer Sicht eigentlich viel besser", meintauch Hals-Nasen-Ohrenärztin Dr. Kerstin Zeise in der rbb Praxis.

Hochziehen ist übrigens ein irreführender Begriff. Denn das Sekret gelangt nicht nach oben, sondern über den Nasenboden nach hinten in den Nasenrachen. Dann heißt es: runterschlucken. Dem Magen tut es nämlich überhaupt nichts.

#7 Eine Grippe kann man "ausschwitzen"

Falsch. Da die Grippe ein Virus ist, ist Ausschwitzen, beispielsweise auch durch Sport, keine gute Wahl. Es belastet den Körper zusätzlich, wodurch sich die Grippe sogar verschlimmern kann, erklärt Expertin Dr. Twerenbold. Im allerschlimmsten Fall drohe eine Herzmuskelentzündung. Also: Wenn schon schwitzen, dann warm eingepackt im Bett. Dabei aber viel trinken.

7 Grippe-Mythen, die einfach falsch sind

Reiner Unsinn sind die Grippe-Mythen, die wir dir vorgestellt haben. Solltest du dir die Krankheit einfangen, heißt es am besten schonen. Denn nur in schweren Fällen werden Grippe-Medikamente gegen den Grippe-Virus eingesetzt. Bis dahin helfen bei einer Erkältung auch diese Apps. Apropos Krankmeldung: Den "gelben Schein" kannst du auch digital abgeben. Übrigens: So lebensgefährlich ist Sport bei Erkältung wirklich.

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