Science 

Charles Darwins Theorie zum ersten Leben auf der Erde: Lag der Naturforscher falsch?

Das erste Leben auf der Erde ist laut Charles Darwin in einem flachen Gewässer entstanden.
Das erste Leben auf der Erde ist laut Charles Darwin in einem flachen Gewässer entstanden.
Foto: iStock/jyugem
Das erste Leben auf der Erde soll in einem flachen Wasserbecken entstanden sein, wenn man Charles Darwin glaubt. Diese Annahme fechtet eine neue Stude allerdings an.

Glaubt man Charles Darwins Theorie über das erste Leben auf der Erde, so soll dieses sich in einem warmen kleinen Teich entwickelt haben. Diese These ist weit verbreitet und wird auch seither als allgemeingültig gelehrt. Darum ist es umso schockierender, dass eine neue Theorie die Aussage des Naturforschers widerlegen soll. Statt in einem flachem Gewässer könnte das Leben auf unserem Planeten aus hydrothermalen Tiefseequellen stammen. Was ist da wirklich dran?

Charles Darwin: Das erst Leben auf der Erde – woher kommt es nun?

Eine neue Studie erklärt, dass die Tiefseeumgebung die Wärme und die Alkalität bietet, die es für das erste Leben auf der Erde benötigt hat. Daher sind hydrothermale Tiefseequellen ein vielversprechender Ort für die Anfänge des Lebens. Die neue Studie des University College London liefert dafür nun auch solide experimentelle Beweise. Damit bringt das Forscherteam nicht die ersten Beweise, die Charles Darwins Theorie widersprechen.

Das Team um Nick Lane stellt eine ähnliche Umgebung her, indem Protozellen mit einer Mischung aus verschiedenen Fettsäuren und Fettalkoholen verwendet werden. In erfolglosen Experimenten fehlten diese Faktoren bislang. Dadurch kamen sie darauf, dass Moleküle mit längeren Kohlenstoffketten Wärme benötigen, um Protozellen zu bilden. Die alkalische Lösung hilft dafür, die elektrische Ladung beizubehalten. Auch die Salzwasserumgebung zeigte eine positive Wirkung, da die Fettmoleküle eine stabilere Struktur bildeten.

Charles Darwin ging von optimalen Bedingungen aus

1871 hatte Charles Darwin einen Brief an den britischen Botaniker Joseph Dalton Hooker geschrieben und ihm mitgeteilt, dass das erste Leben auf der Erde in einem warmen und kleinen Teich entstanden sei. Diese Theorie belegte eine Studie 2012.

In dem Brief beschrieb der Wissenschaftler genau, welche Faktoren zusammenspielen müssen, damit das erste Leben auf der Erde entstehen konnte:

  • In dem Teich müssten Ammoniak- und Phosphorsalze eine Proteinverbindung chemisch bilden.
  • Einflüsse wie Licht, Wärme und Elektrizität würden dies beeinflussen.
  • Solche komplexen Veränderungen wären heutzutage nicht möglich, da die Materie vorher schon absorbiert werden würde.
  • Es war nur möglich, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine Lebewesen gab.
Verrückte Vorhersagen
Verrückte Vorhersagen

Viele frühere Experimente scheiterten

Forscher versuchten Charles Darwins Theorie immer wieder zu belgen. Das gelang vor allem unter streng kontrollierten Bedingungen. Denn es mussten Protozellen aus Fettsäure in kalten Süßwasser hergestellt werden. Viele Experimente, die versuchten Protozellen in hydrothermalen Umgebungen zu schaffen, waren gescheitert.

Die neue Studie liefert zwar nicht den endgültigen Beweis, wo sich das erste Leben auf der Erde gebildet hat. Dafür zeigt sie eine weitere Möglichkeit auf: nämlich die Hydrothermalquellen in der Tiefsee. Diese Erkenntnis könnte Auswirkungen auf das Leben im Universum haben, denn solche Quellen finden sich auch auf anderen Planeten im Sonnensystem. Beispiele hierfür sind Jupiter und Saturn. Das Ergebnis der Studie könnte die Suche nach außerirdischem Leben zumindest gezielter steuern.

Charles Darwin traf die Theorie zum ersten Leben auf der Erde. Dafür wurde er damals noch belächelt. Auch diese Theorien würden früher nicht ernst genommen. Eine Theorie, die sich immer wieder in unserem Alltag wiederfindet, ist Albert Einsteins Relativitätstheorie. Drei Dinge führen dich laut Stephen Hawking übrigens durch das Leben.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen