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Forscherin prophezeit: Steinaltes Rezept könnte Massensterben endlich stoppen

Echt jetzt? Eine Forscherin glaubt an die Rettung der Menschheit vor Antiobiotikaresistenzen – mit einem uralten Rezept.
Echt jetzt? Eine Forscherin glaubt an die Rettung der Menschheit vor Antiobiotikaresistenzen – mit einem uralten Rezept.
Foto: iStock/becon
Antibiotika-Resistenzen sind eines der größten Probleme der Menschheit, das bis 2050 Millionen Tote fordern könnte. Das will eine Forscherin mit einem 1.000 Jahre alten Rezept verhindern.

Viele Menschen verlangen viel zu häufig nach einem Antibiotikum. Die Wirkung ist in vielen Fällen jedoch zweifelhaft, Ärzte warnen sogar vor häufiger Einnahme. Dennoch nimmt die Antibiotika-Resistenz zu – mit bösen Folgen. Um das Horrorszenario eines Massensterbens zu verhindern, arbeiten Forscher fieberhaft an Lösungen. Eine Forscherin etwa will es mit einem 1.000 Jahre alten Rezept versuchen.

Gefährliche Antibiotika-Resistenz: Könnte das die Lösung sein?

Ein Antibiotikum hilft nicht bei jeder Krankheit. Vor allem ist es nicht immer nötig. Das wissen Ärzte bereits seit Längerem. Patienten aber wünschen sich eine schnelle Heilung. Diese Einstellung hat schon heute fatale Folgen. Denn weil Keime immer widerstandsfähiger werden, sterben jährlich geschätzt rund 700.000 Menschen weltweit an Antibiotika-Resistenzen. Eine Lösung muss her, sonst könnten es bis 2050 zehn Millionen Tote sein, warnen Wissenschaftler.

Auch die britische Forscherin Erin Connelly weist auf die reelle Gefahr hin. Sie ist Datenkuratorin in Mediävistik an der University of Pennsylvania. Das bedeutet sie analysiert und interpretiert Daten aus mittelalterlichen, literarischen und kulturellen Quellen. Sie ist bei ihrer Arbeit auf eine mögliche Lösung des Problems der Antibiotika-Resistenz gestoßen: neue Antibiotika. In einem Gespräch mit The Conversation hat sie vor einiger Zeit darüber berichtet.

Das ist das steinalte Rezept

Mit ihrem Team stellte sie damals eine Datenbank aus mittelalterlichen Rezepten zusammen. Die alten Methoden geben ihrer Ansicht nach Impulse für die Bekämpfung bakterieller Infektionen. Im Rahmen einer Pilotstudie veröffentlichte das Forscherteam 2015 ein 1.000 Jahre altes Rezept für eine Salbe:

  • Man nehme Zwiebeln, Wein, Knoblauch und Oxengalle.
  • Man vermische die Zutaten und lasse sie vor Gebrauch neun Nächte lang in einem Messinggefäß stehen.

Im Mittelalter wurde die Mixtur gegen Augeninfektionen eingesetzt. Heute könnte das Rezept gegen Antibiotika-Resistenz helfen. Und hier ist die Lösung: Die Salbe tötet erfolgreich das Bakterium Staphylococcus aureus ab, das häufig Gerstenkörner verursacht – und heute gegen die meisten Antibiotika resistent ist. Wichtig sei es Connelly zufolge nur, die Reihenfolge genau einzuhalten, also auch genau neun Tage zu warten, bevor man die Salbe benutze.

Doch kann man das glauben? Sicher seien viele mittelalterliche Rezepte reiner Humbug, so die Forscherin. "Heutzutage wird das Wort 'mittelalterlich' als abwertende Bezeichnung benutzt und deutet auf grausame Methoden, Ignoranz und rückschrittliches Denken hin", so Connelly. Doch manche Rezepturen seien nützlicher als gedacht. "Unsere Forschungen befinden sich noch am Anfang, doch sie haben ein aufregendes Potential für die Zukunft."

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Neue Antibiotika im Kommen

Die Gefahr der Antibiotika-Einnahme und der folgenden Resistenzen dagegen hat auch das Bundesgesundheitsministerium längst erkannt. Mit der GARDP (Global Antibiotic Research and Development Partnership) will man dagegen angehen – ebenfalls durch neue Antibiotika. Die Initiative wurde 2016 auf Betreiben der Weltgesundheitsorganisation und der Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) gegründet.

Im September 2017 erhielt sie 56 Millionen Euro Förderung von der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Geldgebern. Bis 2022 stehen weitere 50 Millionen allein aus dem Haushalt des Bundesforschungsministeriums zur Verfügung. Das Thema hat also Hochkonjunktur. Die Initiative hat sich einige Ziele gesetzt, um Antibiotika-Resistenzen zu mindern:

So Antibiotika-Resistenzen bekämpfen:

  1. One-Health-Ansatz stärken = Gesundheit von Mensch und Tier ganzheitlich betrachten wegen globalen Handels
  2. Resistenz-Entwicklungen frühzeitig erkennen = repräsentative Daten aktuell halten, um Ärzten bessere Handlungsgrundlagen zu geben
  3. Therapie-Optionen erhalten und verbessern = Einsatz und Antibiotika-Wirkung besser verstehen
  4. Infektionsketten frühzeitig unterbrechen und Infektionen vermeiden = Hygienestandards einhalten und optimieren, um Infektionen vorzubeugen
  5. Bewusstsein fördern und Kompetenzen stärken = Ärzte, Patienten und Tierhalter aufklären
  6. Forschung und Entwicklung unterstützen = Forschung in allen nötigen Bereichen

Antibiotika-Resistenzen sind gefährlich: Eine Lösung muss her

Eigentlich sind Antibiotika eine revolutionäre Erfindung, die gegen viele Krankheiten hilft, die im Mittelalter unmöglich zu heilen schienen. Ironischerweise wird es nun nötig, durch die zunehmende Antibiotika-Resistenz neue Antibiotika herzustellen und die Lösung dafür möglicherweise in mittelalterlichen Rezepten zu suchen. Forscherin Connelly hat es vorgemacht.

Sei auch selbst vorsichtig mit einem Antibiotikum. Die Einnahme ist nicht bei jeder Krankheit zu empfehlen. Stimme dich hierzu gut mit deinem Arzt ab. Auch interessant: In Florida behandeln Forscher Korallen mit Antibiotika. Außerdem sollen dich künftig Mikro-Roboter von innen reparieren. Und möglicherweise können Ärzte bald unseren ganzen Körper scannen.

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