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Die Klimakrise killt uns schon jetzt – 100 Forscher schlagen beängstigenden Alarm

Die Klimakrise killt uns schon jetzt– 100 Forscher schlagen beängstigenden Alarm
Do, 14.11.2019, 17.32 Uhr

Die Klimakrise killt uns schon jetzt– 100 Forscher schlagen beängstigenden Alarm

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Der Klimawandel ist eine Klimakrise. Deshalb haben sich 100 Forscher zusammengetan, um auf die erschütternden Folgen aufmerksam zu machen, die sie schon heute für uns hat.

In letzter Zeit haben sich immer wieder einzelne Forscher oder Kollaborationen von Wissenschaftlern zum Klimawandel und seinen Folgen geäußert. Kaum eine Warnung ist allerdings so bahnbrechend wie diese: Schon jetzt sollen die gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise eingetreten sein – bei Kindern.

Der Klimawandel hat Folgen – das könnte mit uns und der Erde geschehen
Der Klimawandel hat Folgen – das könnte mit uns und der Erde geschehen

Klimakrise: 100 Forscher warnen vor drastischen Folgen, die man sieht

In einem neuen, umfassenden Bericht zeichnet ein internationales Team aus 100 wissenschaftlichen Experten ein düsteres Bild nicht nur über unsere Zukunft, sondern auch über das Hier und Jetzt. Es geht um die dramatischen Konsequenzen, die die Klimakrise schon jetzt konkret für uns Menschen hat: Sie macht uns krank, und das mache sich bereits am Gesundheitszustand von Kindern bemerkbar.

Denn wenn wir die Treibhausgasemissionen nicht begrenzen würden, werde die gesicherte Nahrungsmittelproduktion und -versicherung gefährdet sein, warnt das Team, das aus Klimatologen, Medizinern und mehr Experten besteht. Damit steige die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Wenn wir dann auch noch extremen Wetterbedingungen ausgesetzt sein würden, seien die Folgen dramatisch.

Ihren Bericht veröffentlichen die Forscher am 14. November in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet, wie Cnet schreibt. Das Dokument ist 43 Seiten lang und die neueste Auflage der Jahresberichte des Lancet Countdown, die eine datengesteuerte, tiefgehende Analyse der lebenslangen gesundheitlichen Folgen des globalen Temperaturanstiegs aufzeigen.

Diese Menschen sind am meisten gefährdet

Wenn wir nicht sofort und drastisch handeln würden, würde die Klimakrise die menschliche Gesundheit vom Kindesalter an beeinträchtigen. Zu den am stärksten Betroffenen würden dann Kinder und Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zählen.

"Kinder sind besonders anfällig für die Gesundheitsrisiken eines sich ändernden Klimas", sagte Dr. Nick Watts, Geschäftsführer von The Lancet Countdown, in einer Pressemitteilung. "Ihr Körper und ihr Immunsystem entwickeln sich noch, so dass sie anfälliger für Krankheiten und Umweltschadstoffe sind."

Beispiel für die Klimakrise: Die wahrscheinliche Zukunft eines Kindes

Das machen die Forscher an einem Beispiel deutlicher: Man stelle sich ein am 14. November 2019 geborenes Kind vor.

So, wie es derzeit aussieht, wird dieses Kind an seinem 71. Geburtstag auf einer Erde leben, die im Durchschnitt vier Grad Celsius wärmer ist als im vorindustriellen Zeitalter. Dem Bericht zufolge würde diese Klimawandel-Ursache, der Temperaturanstieg, die Gesundheit des Kindeswährend seines ganzen Lebens vielfältig beeinflussen. Das sind die Folgen der Klimakrise:

  • zunehmende Hitzewellen
  • abnehmende Produktivität
  • zunehmenden Naturkatastrophen wie Waldbränden, Sturmfluten und Überschwemmungen
  • mehr Infektionskrankheiten (2018 hatten diese ein Rekordjahr zu verzeichnen)
  • abnehmende Nahrungsmittelproduktion und bedrohte Ernährungssicherheit
  • zunehmende Luftverschmutzung (2016 wurden potenziell sieben Millionen Todesfälle durch Schadstoffe in der Luft verursacht)

Zusammengefasst: Würden wir den bisherigen Weg ohne drastische Veränderungen weitergehen, würden heute geborene Kinder vor beispiellosen gesundheitlichen Herausforderungen stehen.

Klimakrise: Bedrohung trotz Hoffnung

Allerdings zeigt der Bericht auch in einem Punkt Hoffnung auf: Zwar habe der Kohleverbrauch 2018 zugenommen, der Anteil an der Energieerzeugung sei aber gesunken. Dafür haben erneuerbare Energien an Zuwachs gewonnen. Die 100 Forscher jedoch behaupten, dass "der aktuelle Fortschritt unzureichend ist".

"Die Klimakrise ist eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschheit heute, aber die Welt hat noch keine Antwort von Regierungen erhalten, die dem beispiellosen Ausmaß der Herausforderung für die nächste Generation entspricht", sagte Dr. Richard Horton, Chefredakteur von The Lancet.

Erst Anfang November 2019 hatten 11.000 Forscher den "Klimanotstand" ausgerufen. Und auch die Kinder, die nach dem Bericht von The Lancet die Folgen der Klimakrise am deutlichsten spüren werden, sammeln sich ebenfalls, man siehe sich nur Greta Thunberg und die Bewegung an, die unter anderem sie ausgelöst hat. Zum Klimawandel in Deutschland hat auch Jörg Kachelmann eine dringliche Warnung ausgesprochen. Zudem könnte der Klimawandel diese deutschen Städte hart treffen. Wir müssen uns fragen: Steht der Weltuntergang schon 2050 bevor?

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