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Der Heißhunger hört nicht auf? Forscher kennen endlich des Rätsels Lösung

Life Science: Mythen und Fakten zu den wichtigsten Fragen des Alltags
Fr, 22.11.2019, 11.32 Uhr

Life Science: Mythen und Fakten zum Thema Gesundheit

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Heißhunger kann gesundheitsschädigende Ausmaße annehmen. Trotzdem haben Betroffene oft Probleme damit aufzuhören. Jetzt könnte die Lösung nah sein, denn Forscher wissen jetzt endlich, was mit dir nicht stimmt.

Eine Schokoladentafel überlebt keinen Abend? Die Gummibärchen werden direkt nach öffnen der Tüte eingeatmet? Kommt dir dies bekannt vor, könnte es sein, dass Heißhunger dein ständiger Begleiter ist. Jetzt scheinen Wissenschaftler auf den Ursprung dieser irrationalen Fresssucht gefunden zu haben. Wenn du also erfahren möchtest, wie du endlich den Heißhunger stoppen kannst, lies einfach weiter.

Der Ursprung des ewigen Leidens: Heißhunger

Menschen mit Heißhunger können einfach nicht mit dem Naschen aufhören. Egal ob sie einfach nur Heißhunger auf Süßes oder direkt Heißhunger auf Schokolade haben, sie müssen zulangen. So werden schnell einmal alle Leckereien, die sie zuhause finden können, restlos vertilgt. Bist du auch davon betroffen, wirst du erstaunt sein, welche Erklärung Forscher jetzt für dein Verhalten gefunden haben wollen.

Eine Untersuchung an der University of Southern California legt nahe, dass die Gier nach Süßem und die Unfähigkeit, davon die Finger zu lassen, den neurologischen Abläufen von Krankheiten ähneln. Demnach gibt es Parallelen zu Spielsucht, Drogensucht und Parkinson.

"Wir haben die Verbindungen im Gehirn entdeckt, die für Impulskontrolle zuständig sind", sagte der Hirnforscher Scott Kanoski vom USC Dornsife College of Letters, Arts and Sciences, der an der Studie beteiligt war. "Der Schlüssel ist ein melaninhaltiges Neuropeptid, auf das wir uns konzentrieren."

Ein bekanntes Drogenhormon ist Schuld

Ein was? Die Erklärung in Kürze: Bei einem Neuropeptid handelt es sich um ein Peptid, eine organische Verbindung, die im Nervengewebe vorkommt und als Botenstoff beziehungsweise Hormon fungiert. Melanine wiederum sind dunkelbraune bis schwarze oder gelbliche bis rötliche Pigmente, die Haut, Haare, Federn und Augen färben.

Am Heißhunger soll nun das MCH (melanin-concentrating hormone) Schuld sein, das auch mit dem Drang nach Drogenkonsum in Verbindung steht. Die Forscher zeigen in einem Experiment mit Ratten, was genau es auslöst. Demnach es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Heißhungerattacken und anderen Motivationen zum Essen.

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Durch die Beeinflussung ihres MCH-Werts wurden die Ratten angeregt, öfter einen Hebel zu aktivieren, der ihnen Futter gab. "Öfter" schien dabei einen größeren Reiz auszulösen als "mehr Futter". Das bedeutet:

Nicht der fehlende Wille ist Schuld an deinem Heißhunger auf Schokolade oder andere Dinge, sondern dein MCH-Wert.

In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun das Zusammenspiel von Belohungszentrum und Impulskontrolle erforschen.

Wie den Heißhunger stoppen?

Die Studie gibt derweil keine Antwort darauf, wie du Heißhunger stoppen kannst. Ein paar Tipps hat die Apotheken Umschau:

  1. Bekämpfe die Ursache. Viele Eiweiße und langsam verdauliche Kohlenhydrate vertreiben den Hunger nachhaltiger.
  2. Konzentriere dich ganz aufs Essen: Kaue bewusst, iss langsam. Das fördert das Sättigungsgefühl.
  3. Hast du Heißhunger auf Schokolade, brich ein Stück ab, leg die Tafel wieder weg und iss es erst dann.
  4. Achte auf ein nährstoffreiches Frühstück, das sorgt langfristiger vor.
  5. Lass im Tagesablauf keine Mahlzeit aus. Das hilft den Insulinspiegel stabil zu halten.
  6. Trink täglich viel Wasser.
  7. Bewege dich ausreichend.
  8. Führe, wenn alles nichts hilft, ein Ernährungstagebuch.

Heißhunger: Die inoffizielle Sucht

Fühlst du dich auch als hättest du eine bekannte Sucht? Online-Spielsucht ist jetzt offiziell eine Krankheit. Bei Heißhunger dauert das wohl noch etwas. Aber ein Anfang ist mit der Studie der Kalifornier gemacht, die du dir hier anschauen kannst. Derweil fragst du dich vielleicht auch, was dran ist an der 5-Sekunden-Regel, ob du wirklich 10.000 Schritte am Tag tun musst und ob es okay ist, Leitungswasser zu trinken.

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