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Das Magnetfeld der Erde gibt unheimliche Klänge von sich – Forscher machen sie hörbar

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält
Fr, 23.08.2019, 15.54 Uhr

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält

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Das Magnetfeld der Erde gibt manchmal unheimliche Klänge von sich. Bei einem Sonnensturm lässt es ganz neue Töne von sich hören.

Kosmische Strahlung, Sonnenwinde und Sonnenstürme – gegen all das schützt uns das Magnetfeld der Erde. Man kann sich das wie einen Käfig aus Magnetfeldlinien vorstellen, der diese ernergiereichen Teilchen von uns fernhält. Doch diese Belastung durch Sonnenstürme für unsere Schutzhülle, bringt das Magnetfeld der Erde auch zum "Singen".

Das Magnetfeld der Erde: Darum gibt es Töne von sich

Das Schwingen, das durch die Einflüsse aus dem Universum auf das Magnetfeld der Erde einwirken, erzeugt auch Klänge. Doch diese lassen sich so nicht hören. Dafür haben das Forscherteam um Lucile Turc von der Universität von Helsinki vier Satelliten der europäischen Cluster-Mission eingesetzt, um uns den Gesang zu übersetzen.

Zwischen 2001 und 2005 flogen die Satelliten mehrmals durch die "Foreshock"-Region und haben Messungen des Magnetfelds vorgenommen. "Der Foreshock ist die erste geophysikalische Region, der der Sonnensturm auf seinem Weg Richtung Erde begegnet", so die Forscher. Dieser Bereich liegt noch vor dem eigentlich Außenbereich des Magnetfelds. Rasende Plasmawolken und Teilchen werden dort schon abgebremst. Dadurch entstehen elektromagnetische Wellen.

Klänge wie aus einer anderen Welt

Die Beschaffenheit dieser Wellen hat das Forscherteam nun untersucht. Dabei konnten sie Unterschiede zwischen Ruhephasen und Sonnenstürmen entdecken. Doch damit nicht genug: Das Team machte die Klänge des Erdmagnetfelds auch hörbar. Sie wurden in Audio-Frequenzen transportiert, was es uns möglich macht, das Magnetfeld der Erde singen zu hören.

Die magnetischen Wellen erzeugen unheimliche Töne, die aus einer anderen Welt stammen könnten. In Ruhephasen dominieren tiefe Töne. Doch trifft ein Sonnensturm auf die Wellen, steigt die Frequenz deutlich an. Die Struktur der Melodie wird komplexer.

YouTube: Der Gesang des Magnetfelds der Erde

Sonnenstürme scheinen die Foreshock-Region völlig zu verändern, so die Wissenschaftler. Die magnetischen Wellen werden bei einem Sturm nämlich durch ein komplexes Muster von Wellen überlagert. Das erzeugt ein turbulentes Wellenfeld, das sich Richtung Erde weiterbewegt. Sie kollidieren dann mit den Außenbarrieren des Magnetfeldes. Dort kommt es ebenfalls zu Schwingungen.

Setzen sich diese Auswirkungen eines Sonnensturms in die obere Atmosphäre der Erde fort, können auch Polarlichter ausgelöst werden. Das Magnetfeld der Erde ist unser Schutzschild. Was würde passieren, wenn es verschwinden würde? Einen großen Pluspunkt hat das Erdmagnetfeld auch, aber betrifft dieser auch uns Menschen?

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