Science 

Nach illegalen Genexperimenten: CRISPR-Forscher landen im Knast

Drei Jahre Haft blühen He Jiankui und seinem Team für die Anwendung der CRISPR/Cas9-Methode.
Drei Jahre Haft blühen He Jiankui und seinem Team für die Anwendung der CRISPR/Cas9-Methode.
Foto: iStock/Bill Oxford
Mit Hilfe der CRISPR/Cas9-Methode hatte der Wissenschaftler He Jiankui die Genetik von Babys manipuliert. Nun steht ihm eine Haftstrafe bevor.

Vergangenes Jahr hatte der chinesische Wissenschaftler He Jiankui der Welt den Atem geraubt, als er seinen Erfolg verkündete: Ihm war es gemeinsam mit seinem Team gelungen mittels des CRISPR/Cas9-Tools die Gene zweier Babys zu verändern. Während einige diesen Durchbruch feierten, stellten andere die zugrundeliegende Moral und Rechtmäßigkeit infrage – letztenendes zu Ungunsten Jiankuis.

CRISPR/Cas9: Forscher kommen hinter Gitter

Bei CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) handelt es sich um Abschnitte sich wiederholender DNS, die im Rahmen der CRISPR/Cas9-Methode zur Erzeugung genetisch veränderter Organismen eingesetzt werden können. Auf diese Weise kann etwa das Immunsystem gegen äußere Gefährdungen gerüstet werden. US-Forscher setzten CRISPR beispielsweise zur Behandlung von Krebspatienten ein.

In China jedoch geriet vergangenes Jahr eine Forschergruppe in den Fokus, die illegal mit der Methode praktizierte. Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua (via Engadget) wurde das Team um den Stanford-Wissenschaftler He Jiankui wegen "illegaler medizinischer Praxis" für die Modifikation von menschlichen Embryo-Genen "zu Reproduktionszwecken" verurteilt.

3 Jahre Haft für CRISPR/Cas9-Forscher

Das Team half laut Xinhua bei der Reproduktion von "mehreren Paaren von HIV-Infizierten". Der Gedanke dahinter befasste sich mit der Veränderung des mit für die Krankheit verantwortlichen CCR5-Gens. Die Strafe der Wissenschaftler beläuft sich auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie eine Geldstrafe von drei Millionen Chinesische Yuan (circa 383.574 Euro). Derweil verlor China einige "CRISPR-Mutanten" aus den Augen.

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