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Wie oft solltest du deine Zähne wirklich putzen? Mediziner haben die Antwort

Wie oft du deine Zähne putzt ist entscheidend für deine Gesundheit.
Wie oft du deine Zähne putzt ist entscheidend für deine Gesundheit.
Foto: Getty Images/Guido Mieth
Artikel von: Katharina Nickel
Forscher:innen zeigen, wie oft du Zähne putzen solltest – und was mit dir passiert, wenn du die Empfehlung in den Wind schlägst.

Selbst die revolutionärste Zahnbürste und die effektivste Zahnpasta sind nutzlos, wenn du deine Zähne nicht richtig putzt. Richtiges Zähneputzen verhilft dir nicht nur zu einem weißeren Lächeln, sondern hilft dir auch dabei, das Risiko unangenehmer Krankheiten wie Karies oder Zahnfleischerkrankungen zu vermindern. Wir verraten dir daher, wie und vor allem wie oft du deine Zähne putzen solltest.

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Was ist Zahnkaries?

Zahnkaries, oder einfach nur Karies, ist eine Infektionskrankheit des Zahnes, die sich durch eine Läsion des Zahnschmelzes, des Zementums oder des Dentins, oder auch der Pulpa, äußert. Sie ist sehr oft schwarz und bildet eine Mulde im Zahn.

Zähne putzen: Wie oft ist wirklich genug?

Die Frage danach, wie oft man Zähne putzen sollte, hat wohl jeden schon einmal beschäftigt. Denn von den Eltern, vom Zahnarzt und aus der Werbung wissen wir, dass gute und regelmäßige Mundhygiene wichtig ist, vor allem, um die Kauwerkzeuge vor Karies zu schützen. Welche ernsthaften Folge allzu laxes Zähnesäubern aber noch haben kann, hättest du wohl nicht gedacht.

Bereits 2010 hatten Forscher festgestellt, dass nachlässige Mundhygiene dazu führen kann, dass Zahnfleischbakterien aus dem Mund entkommen und in den Blutkreislauf eindringen können. Das soll das Risiko von Blutgerinnseln und Herzinfarkten erhöhen. Der Untersuchung zufolge sollen mühsames Zähneputzen sowie die Verwendung von Zahnseide am Ende die Gefahr von Vorhofflimmern (unregelmäßiger Herzschlag) und Herzversagen reduzieren. Allerdings verursacht eine solche Mundhygiene-Routine auch Entzündungen.

Studie offenbart Risiken

Eine neue Studie bestätigt nun genau das, dabei gehen die Forscher der südkoreanischen Ewha Womans University aber noch einen Schritt weiter: Sie wollten herausfinden, ob die Entzündung das ist, was das Risiko eines unregelmäßigen Herzschlags und einer Herzinsuffizienz erst hervorruft.

Um diese These zu beweisen oder zu widerlegen, nutzten die Wissenschaftler bereits erhobene Daten von über 160.000 Koreaner:innen im Alter von 40 bis 79 Jahren, alle ohne Vorgeschichte mit den beiden Gesundheitsrisiken. Anhang ihrer Merkmale wie der Mundhygienegewohnheiten und des Lebensstils wurden sie 10,5 Jahre beobachtet. Drei Prozent, also 4.911 der Teilnehmer entwickelten ein Vorhofflimmern, 4,9 Prozent (7.971 Probanden) eine Herzinsuffizienz.

Aber warum? Der Unterschied lag darin, wie oft sie Zähne putzen: dreimal am Tag. Wer genau das tat, konnte sein Risiko für die Entwicklung von unregelmäßigem Herzschlag um zehn und von Herzversagen um zwölf Prozent senken. Höchstwahrscheinlich reduziert regelmäßiges Zähneputzen die Menge an Bakterien in den Taschen zwischen den Zähnen und dem Zahnfleisch. So verhindert die Mundhygiene, dass orale Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen verursachen – genau die Entzündung, von der sie glauben, dass sie Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz verursacht.

Weitere Zahnputz-Studien von Nöten

Das Problem ist damit für die Forscher nicht endgültig gelöst, sie geben sich aber zuversichtlich: "Wir haben eine große Gruppe über einen langen Zeitraum untersucht, was unsere Ergebnisse untermauert", kommentiert Seniorautor Dr. Tae-Jin Song in einer Veröffentlichung. Trotzdem sei weitere Forschung nötig, insbesondere an nicht-koreanischer Bevölkerung.

"Es ist sicherlich zu früh, um das Zähneputzen zur Vorbeugung von Vorhofflimmern und kongestiver Herzinsuffizienz zu empfehlen." Er fügt hinzu: "Während die Rolle der Entzündung für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer offensichtlicher wird, sind Interventionsstudien erforderlich, um Strategien zu definieren, die für die öffentliche Gesundheit von Bedeutung sind".

Trotzdem: Nicht zu oft Zähne putzen

Auch wenn weitere Forschung nötig ist, um wirklich zu wissen, welche Folgen Zähneputzen haben kann, sind sich viele Experten einig, dass es sich nicht lohnt, zu oft Zähne zu putzen. Das bestätigte auch Andreas Schwitalla, Berliner Oranchirurge, gegenüber Fitbook. Er rät auf drei Dinge zu achten:

  1. Hygiene ernst nehmen: zweimal täglich die Zähne putzen sollte schon sein
  2. Die richtige Technik anwenden: Die Fegetechnik bedeutet, die Zahnbürste leicht schräg anzusetzen und die Beläge zwischen Zahnfleisch und Zahn quasi wegwischen, unbedingt ohne Druck putzen.
  3. Zähne nicht zu oft putzen: Ein Putzzwang kann zu freiliegenden Zahnhälsen und Empfindlichkeit auf Wärme und Kälte führen. Eine halbe Stunde sollte nach der letzten Mahlzeit vergangen sein.

Oft Zähne putzen lohnt sich

Es stimmt also, was deine Eltern, dein Zahnarzt und die Werbung dir zur Frage, wie oft Zähne putzen sinnvoll ist, immer erzählt haben: Zwei- bis dreimal täglich solltest du deine Zähne putzen und dabei auch die Zahnseide nicht vergessen. Aber nicht nur, um Karies vorzubeugen. Wie die Studie der Koreaner zeigt, kannst du so auch das Risiko von Herzerkrankungen senken. Zumindest, bis weitere Forschung dazu betrieben wurde, ist das eine motivierende Nachricht.

Also los: Im Test von Stiftung Warentest haben diese Schallzahnbürsten überzeugt. Experten verraten dir auch, wie oft duschen wirklich okay ist. Gruselig: Tumoren können Zähne, Haare und Augen kriegen.

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