Egal, zu welcher Tageszeit, eine Dusche hat eine erfrischende und belebende Wirkung. Für viele gehört sie deshalb nicht ohne Grund zur täglichen Routine. Geht es nach der Wissenschaft, gibt es auf die Frage, wie oft duschen wirklich gut ist, allerdings eine eher unerwartete Antwort. Die eigenen Angewohnheiten könnten sich nämlich stark davon unterscheiden.

Wie oft sollte ich duschen? Davon raten Fachleute ab

Wie oft wir duschen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So brutzelte die Bundesrepublik zum Beispiel noch im Sommer bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Und zwar so sehr, dass Ostdeutschland am 19. Juni 2021 sogar als das heißeste Gebiet in ganz Europa galt. Für eine entsprechende Abkühlung greifen viele Menschen dann zu vermehrtem Duschen mit kaltem oder lauwarmem Wasser. Ist es im Winter dagegen sehr kalt, hilft die heiße Dusche gegen das Frösteln.

In vielen Fällen ist aber schon der normale Alltag abseits extremer Temperaturen durch tägliches Duschen geprägt. Das Überraschende: Einige schlagen Alarm, dass allein dieses Ritual bereits zu viel ist. Doch stimmt das? Wie oft duschen ist wirklich gesund? Die Expert:innen von netdoktor haben eine klare Antwort: Du solltest nicht jeden Tag duschen. Sie erklären auch, warum das so ist.

Tägliches Duschen: Darum kann es schaden

Die Hygieneexpert:innen des Gesundheitsportals meinen sogar, dass tägliches Duschen schädlich für den Körper werden kann, besonders für die Haut. Das habe verschiedene Gründe:

  • Shampoo oder Seife greifen erstens den Säureschutzmantel der Haut an. Dieser schützt die Körperoberfläche vor dem Eindringen von Bakterien, Viren und Pilzen.
  • Zweitens wird durch das Duschen das Fett aus der Haut geschwemmt. Das ist aber dafür zuständig, die Haut weich und geschmeidig zu halten.
  • Das Ergebnis: Die Haut trocknet schneller aus. Im schlimmsten Fall können Juckreiz und Rötungen auftreten.

Die Kopfhaut ist besonders davon betroffen. Trocknet sie aus, produziert sie zur Abwehr mehr Fett als nötig. Dadurch wird das Haar schnell strähnig und fettig, weshalb man denkt, man müsse noch öfter duschen – und so beginnt der Teufelskreis.

Diese Zahl an Duschvorgängen empfehlen Expert:innen

Aus dermatologischer Sicht ist es ratsam, nicht mehr als zwei- bis dreimal pro Woche zu duschen. Das bedeutet also auch: Du solltest nicht jeden Tag duschen. Jedenfalls, wenn du verhindern möchtest, dass deine Haut schnell austrocknet. Denk immer daran, dass deine Haut ein Schutzfilter ist, der durch allzu häufige Waschgänge überfordert ist und dann zu „bröckeln“ beginnt. Trotzdem: Nachhaltig schädlich ist tägliches Duschen nicht.

Die Ansicht der Expert:innen von netdoktor zur Frage „Wie oft duschen ist gut?“ bestätigen nicht alle. Christoph Liebich zum Beispiel, Hautarzt aus München, sagte erst kürzlich gegenüber Chip, dass einmal am Tag zu duschen „total in Ordnung“ sei. Dermatologin Uta Schlossberger aus Köln wiederum ist selbst „Fan von ein- bis zweimal am Tag duschen“. Zwei- bis dreimal pro Woche sei jedoch völlig ausreichend, fügte sie hinzu.

Weniger duschen und baden als Trend – selbst in Hollywood

Gegenwärtig machen interessante Aussagen von Stars wie Jake Gyllenhaal von sich reden. Dieser beispielsweise verzichtet auf regelmäßige Reinigung, weil „der Körper sich auf natürliche Weise reinigt“, wie er in einem Interview mit „Vanity Fair“ erklärte (via Welt). Auch das bekannte Schauspielerpaar Ashton Kutcher und Mila Kunis hält nicht viel von der täglichen Dusche.

Andere Stars, die sich die Frage „Wie oft duschen oder waschen?“ auf ganz eigene Art beantwortet haben, sind Medienberichten zufolge

  • Brad Pitt
  • Dax Shepard und Kristen Bell
  • Robert Pattinson

Diese 3 Duscharten sind gut für den Körper

Auch wie du duschst, hat Einfluss auf deine Gesundheit. Dabei ist unter anderem wichtig, wann du auf welche Art zurückgreifst. Zum Beispiel stören kalte Duschen am Abend das Schlafen.

  • Warm duschen: baut Stress ab, kann Erkältungssymptome lindern und beim Einschlafen helfen
  • Kalt duschen: belastet die schützende Fettschicht der Haut weniger, macht wach und fit
  • Wechselduschen: regt den Kreislauf an, trainiert Blutgefäße und pusht so das Immunsystem

Wie kann man sich schnell duschen?

In den ersten 30 Sekunden solltest du dich nass machen. Dann stellst du das Wasser aus und seifst dich ein. Drehe das Wasser anschließend wieder an und dusche dich in unter einer Minute ab.

Wie lange duschen?

Im Durchschnitt duschen Deutsche rund sechs Minuten, die Hälfte der Bundesbürger bevorzugt jedoch einen Duschvorgang von 3 Minuten. Jede/r Zehnte bevorzugt dagegen eine Duschlänge von mehr als zehn Minuten.

Ist es besser morgens oder abends zu duschen?

Duschst du gern lange und warm, ist abends der perfekte Zeitpunkt. Wer es kurz und kühl mag, sollte den Morgen wählen.

Wie oft duschen? Tu es für dich und deine Haut weniger

Bei der Frage, wie oft duschen optimal ist, sind sich Expert:innen relativ einig. Prinzipiell schadet es deinem Körper aber auch nicht, wenn du jeden Tag duschst. Dennoch sind zwei- bis dreimal pro Woche völlig ausreichend. Das tut auch deiner Haut etwas Gutes, für die jeder Duschvorgang Stress und Austrocknen bedeutet.

Übrigens: Eine klare Antwort gibt es auch auf die Frage, ob Duschen bei Gewitter gefährlich ist. Experten sind sich zudem darüber einig, wie groß die Gefahr von Aluminium in Deo und Co. tatsächlich ist. Achte auch immer gut darauf, viel Leitungswasser zu trinken.

Quellen: Netdoktor, Chip.de, Welt

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