Science 

Diese Erkenntnisse könnten das Modell des Universums maßgeblich verändern

Müssen wir uns bald an ein neues Modell des Universums gewöhnen?
Müssen wir uns bald an ein neues Modell des Universums gewöhnen?
Foto: imago images/Ikon Images
Jahrelang wurde am Modell des Universums nicht gerüttelt. Nun aber tauchen neue Erkenntnisse auf.

Seit vielen Jahren arbeiten Wissenschaftler und Forscher am Modell des Universums. Durch diverse Berechnungen und Forschungen wollen sie ein Verständnis dafür schaffen und liefern auch häufig ähnliche Ergebnisse. Nun hat das Projekt "Kilo-Degrey Survey" (KiDS) und ein Forschungsteam um Hendrik Hildebrandt von der Ruhr-Universität Bochum bahnbrechende Erkenntnisse ans Licht gebracht. Was und ob sich am Standardmodell des Universums verändern könnte, erfährst du hier.

Faszination Universum und die Geheimnisse, die es für uns bereit hält
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Ist das Universum doch anders, als gedacht?

Das Universum ist vielfach erforscht und dennoch ein Mysterium. Viele Forscher und Wissenschaftler dachten, dass sie die Masse des Universums bereits kannten. Nun aber kann sich einiges ändern.

Um die Materiestruktur zu messen, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man Materiedichte und -struktur anhand von kosmischem Mikrowellenhintergrund berechen. Das ist eine Strahlung, die nach dem Urknall entstand und sogar noch heute messbar ist. Im Universum ist diese Strahlung in gleicher Weise zu messen.

Hildebrandts und Co. haben nun einen anderen Weg gewählt. Anstatt mit mikrokosmischem Mikrowellenhintergrund zu arbeiten, haben sie Gravitationslinseneffekte ausgewertet. Vereinfacht gesagt: Massereiche Objekte wie zum Beispiel schwarze Löcher lenken das Licht von anderen Galaxien auf dem Weg zur Erde ab, sodass es zu Verzerrungen kommen kann. Die beobachtete Galaxie scheint dann eine andere Form zu haben als ihre tatsächliche. Aus diesen Verzerrungen können dann Forscher genauer auf die beobachteten Objekte eingehen und somit auch mehr über das Gewicht bzw. die Masse des Universums erfahren.

Um das jetzt genau zu ermitteln, müssen die Forscher auch die Abstände zwischen den Objekten herausfinden. Da der Himmel zweidimensional beobachtbar ist, ist es schwer zu ermitteln, wie weit die Objekte eigentlich genau sind. Doch dafür gibt es auch ein Verfahren. Anhand von Farben können Wissenschaftler und Forscher herausfinden, wie weit etwas entfernt ist. Je roter, desto weiter. Besonders genau ist es, wenn man den infraroten Bereich miteinbezieht.

So etwas gab's noch nie

Doch was genau ist an den Ergebnissen bahnbrechend? Nun ja, die Ergebnisse und Werte der Methode der "Kilo-Degrey Survey" (KiDS), bei dem auch Hildebrandt maßgeblich beteiligt ist, weichen grundsätzlich von den Werten der kosmischen Mikrowellenhintergrund-Messungen vom Planck-Forschungskonsortium ab. Und das nicht unerheblich. Mit einer alternativen Methode haben sie es geschafft am Standardmodell des Universums zu rütteln. Auch eine neue Analyse ist in den Startlöchern. Diese wird in den nächsten Wochen (oder Monaten) erwartet.

Fazit: Die Ergebnisse könnten das Bild des Universums völlig verändern

Ob und inwiefern das Standardmodell des Universums sich verändern wird, steht natürlich noch in den Sternen. Jedenfalls ist durch die Alternative, die Hildebrandt und das "KiDS"-Projekt angewandt haben, etwas ganz Neues herausgekommen. Hildebrandt sagt aber dazu, dass es sein könnte, dass eventuell Messfehler gemacht wurden. Falls das nicht der Fall sein sollte, wären die Ergebnisse zweifelsfrei eine riesige Sensation.

Wenn du schon immer wissen wolltest, wie sich die Venus im Universum verhält, dann kannst du das hier erfahren. Und darum ist es in der Milchstraße gefährlich.

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