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Leben wir in einer Simulation? Die Chance dafür ist hoch, laut Forschern

Leben wir in einer Simulation? Die Antwort ist irgendwie verwirrend.
Leben wir in einer Simulation? Die Antwort ist irgendwie verwirrend.
Foto: iStock.com/Easyturn
Viele stellen sich die Frage "Leben wir in einer Simulation?". Neueste Ergebnisse bieten eine Option, die dich vermutlich überraschen wird.

Unsere Welt scheint um uns herum doch ziemlich echt auszusehen. Dennoch fragen sich viele Menschen: Leben wir in einer Simulation? Die Option in einem großen Computerspiel mitzuwirken, scheint gerade in der Corona-Pandemie verlockend zu sein. Könnte alles, was passiert, gar nicht real sein? Forscher kommen auf eine erstaunliche Antwort hinsichtlich der Simulationstheorie.

Simulationstheorie: Ist unser Leben gar nicht real?
Simulationstheorie: Ist unser Leben gar nicht real?

Forscher sind zwiegespalten: Leben wir in einer Simulation?

Nicht nur Hollywood greift die Frage "Leben wir in einer Simulation?" mit Filmen wie "Matrix" auf. Auch Forscher setzen sich mit der Simulationstheorie auseinander. Diese Zweifel an unserer Existenz und wie wirklich unsere Realität ist, lässt sich auf das Szenario "Gehirn im Tank" des Philosophen Hilary Putnam zurückführen. Dabei stellt man sich vor, dass das eigene Gehirn in einem Tank voller Nährflüssigkeit schwimmt. Über Elektroden ist es mit einem Computer verbunden, welcher deinem Gehirn die Informationen schickt, die du als echt wahrnimmst.

So stellst du dir also gerade nur vor, wie du diesen Artikel zum Thema "Leben wir in einer Simulation" liest. Doch tatsächlich passiert das eigentlich überhaupt nicht. Oder doch? Fakt ist, wir können es nicht beweisen, ob wir in einer simulierten Realität leben oder ob wir alles gerade wirklich erleben. Genau dieses Problem gibt Philosophen und Wissenschaftlern schon seit Jahren Grund zum Rätseln.

Komplizierte Herangehensweise liefert 50/50-Chance

Wissenschaftler äußerten sich kürzlich darüber, dass die Chancen sogar 50/50 stehen, wenn es um die Frage "Leben wir in einer Simulation?" geht. Ein Münzwurf könnte also entscheiden, ob unsere Welt wirklich real ist. Tatsächlich gab die Berechnung zur Simulationstheorie eine Wahrscheinlichkeit von 50,22222 zu 49,77778, heißt es in Scienctific American. Dieses Ergebnis basiert auf den Berechnungen des Philosophen Nick Bostrom von 2003.

Der Astronom David Kipping hat diese Berechnung als Grundlage genommen. Er begann mit der Bayes'schen Analyse, für die er einen Rechner hinzuzog. Er hat die ersten zwei Kriterien von Bostrom zusammengefasst. Sie sagen aus, dass es keine Simulation gibt. Im nächsten Schritt wurde das Prinzip der Gleichgültigkeit zugewiesen. Er zeigt, dass selbst in der Simulationstheorie alle Simulationen keine eigene Simulation hervorbringen können.

Das sieht zunächst nicht gut aus für ein Leben in einer Simulation. Bostrom hat Stellung zu dieser Theorie genommen und hält es für schwierig, das Gleichgültigkeitsprinzip zuzuweisen und auch noch Teile zusammenzufassen. So würde das Ergebnis des Astronomen künstlich gewichtet. Außerdem sei diese Berechnung ungültig, wenn auf einer simulierten Erde eine simulierte Realität erstellt würde, die bewusste Wesen beinhaltet. Dies könnte beispielsweise durch empfindungsfähige Künstlicher Intelligenz erfolgen. Also zeigen der Philosoph und der Astronom uns, wie die 50/50-Chance der Simulationstheorie aussehen könnte.

Ein fehlgeschlagenes Experiment liefert die Antwort

Doch damit nicht genug: Zwei Physiker glauben, eine Erklärung gefunden zu haben, warum wir nicht in einer Simulation leben können. Ursprünglich wollten sie untersuchen, warum Elektronen sich in Metall seltsam verhalten. Dies ist der Fall, wenn das Metall sehr kalt ist und ein starkes Magnetfeld hat. Die beiden Forscher wollten diesen Vorgang am PC simulieren. Dafür muss der Computer jedes Teilchen darstellen, doch damit steigt die Komplexität des Szenarios.

Die Folge: Der Computer kann das Szenario nicht simulieren. Konventionelle Rechner können das Zusammenspiel von Elektronen und Metall nicht darstellen. Auch andere Wissenschaftler sind an diesem Punkt schon gescheitert. Im Vergleich eine ganzen Welt zu simulieren, war dieses Szenario recht simpel. Doch der Computer ist daran schon gescheitert. Gegenüber dem Magazin Popular Mechanics gab einer der beiden Forscher an: "Wenn ein Phänomen von keinem klassischen Computer simuliert werden kann, kann es auch keinen geben, der unsere Welt simuliert."

Ausreichende Antwort für die Simulationstheorie?

Gehen wir davon aus, was wir an einem normalen Tag so alles erleben und welche Daten ein solcher Computer an unser Gehirn senden müsste, wäre das Ganze schon recht komplex. Aber nicht nur unser Verhalten müsste gesteuert werden, sondern auch das Wetter, Tiere und vieles mehr. Auch die Ereignisse im Universum müsste das Gerät steuern.

Es gäbe nur eine Ausnahme: Die Elektronen, die für die Verarbeitung von Informationen benötigt werden, müssten an mehreren Orten gleichzeitig sein. Doch dieses Wunder konnte bislang niemand vollbringen. Ob dieses fehlgeschlagene Experiment nun wirklich die Antwort auf die Frage "Leben wir in einer Simulation?" liefert, sei einmal dahingestellt. Ein bekannter Physiker jedenfalls glaubt an die Simulationstheorie. Viele glauben, dass die Antwort auf diese Frage unseren Weltuntergang bedeutet.

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