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Falls Coronavirus-Ausbreitung zunimmt: Darum könnte auf 2. Lockdown verzichtet werden

Medizin-Professor Ferdinand M. Gerlach erklärt, ob wir mit einem zweiten Lockdown rechnen müssen, wenn die Coronavirus-Ausbreitung voranschreitet.
Medizin-Professor Ferdinand M. Gerlach erklärt, ob wir mit einem zweiten Lockdown rechnen müssen, wenn die Coronavirus-Ausbreitung voranschreitet.
Foto: imago images / Becker&Bredel
Nimmt die Coronavirus-Ausbreitung zu, könnten wir mit einer zweiten Welle rechnen. Doch muss es dann wieder einen Lockdown geben? Das vermutet Medizin-Professor Ferdinand M. Gerlach.

Deutschland und die ganze Welt sind seit mehr als drei Monaten in einem Ausnahmezustand. Hierzulande entschieden die Bundesländer nach einem absoluten Lockdown kürzlich, Schritt für Schritt zurück in die bestmögliche "Normalität" zurückzukehren. Diese kann auf den ersten Blick so allerdings nur bestehenbleiben, wenn die Coronavirus-Ausbreitung nicht zunimmt. Doch der Medizin-Professor Ferdinand M. Gerlach vermutet, dass ein Lockdown selbst bei einer zweiten Welle vermeidbar ist. So begründet er seine Vermutung.

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
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Trotz zunehmender Coronavirus-Ausbreitung: Kein 2. Lockdown?

Viele Menschen gehen davon aus, dass wir auf einen zweiten Lockdown zusteuern müssten, wenn die Coronavirus-Ausbreitung zunimmt und wir vor einer zweiten Welle stehen. Doch Ferdinand M. Gerlach, Universitätsprofessor für Allgemeinmedizin und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, geht allerdings davon aus, dass wir auf einen zweiten Lockdown verzichten könnten.

In einem Interview mit Focus Online erklärt Ferdinand M. Gerlach nämlich, dass es zum ersten Lockdown nicht durch steigende Infektionszahlen kam, sondern durch die Angst, dass wir nicht genug Kapazitäten für Erkrankte haben könnten, die eine intensive Behandlung brauchen. So wissen wir heute schließlich laut des Medizin-Professors, dass beispielsweise mehr als 150.00 Krankenhausbetten leer standen.

"Es gab in Deutschland niemals eine Überforderung des Gesundheitssystems, im Gegenteil. Wir hatten enorme Leerstände bzw. Überkapazitäten. Nur das wussten wir am Anfang eben nicht – weil wir keine Daten darüber hatten, wie viele Intensivbetten wir haben, wie viele Beatmungsgeräte und wie viele davon aktuell ausgelastet sind. Deshalb gab es kaum eine Alternative zur Vollbremsung", erklärt Ferdinand M. Gerlach Focus Online.

Heute hätten wir laut des Medizin-Professors "deutlich bessere Informationen und können die Gesundheitsauslastung in Echtzeit beurteilen und die Kapazitäten relativ schnell und flexibel anpassen, ohne den Normalbetrieb komplett lahmzulegen. Deshalb wird eine Vollbremsung des gesamten Gesundheitswesens hoffentlich nie wieder erforderlich werden."

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