Science 

Auf der Suche nach dem Riesenstern: Forscher munkeln, dass Supernova ausbleiben kann

Kann ein massereicher Stern einfach ohne Supernova verschwinden? Forscher rätseln.
Kann ein massereicher Stern einfach ohne Supernova verschwinden? Forscher rätseln.
Foto: istock.com/vovan13
Lange haben Forscher den besagten Riesenstern in der fernen Kinman-Zwerggalaxie beobachtet. Nun ist er unauffindbar. Könnte die Supernova ausgeblieben sein? Das sagen Forscher.

Mehrere Jahre war der blaue Riesenstern in der Kinman-Zwerggalaxie das Beobachtungsobjekt von Astronomen. Er leuchtete mit der Kraft von zweieinhalb Millionen Sonnen und seine Energie war daher unübersehbar. Seit einigen Jahren gibt es allerdings keine Spur mehr von dem massereichen Stern. Die Leuchtkugel scheint einfach verschwunden zu sein. Das finden Forscher allerdings besonders merkwürdig, da das Ende eines solchen Sterns in der Regel durch eine Supernova gekennzeichnet ist. Auch diese Explosion wäre hell genug gewesen, um sie von der Erde aus lokalisieren zu können. Was ist also passiert?

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.
Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.

Verschwundener Stern: Wo blieb die Supernova?

Rund 75 Millionen Lichtjahre ist die Kinman-Zwerggalaxie von uns entfernt. Die Heimat des blauen Riesensterns ist also ein wenig zu weit weg von der Erde, um den Stern in seiner vollen Pracht zu beobachten. Seine Leuchtkraft war allerdings unübersehbar. Der riesige Stern hatte nämlich bereits das Stadium der leuchtkräftigen blauen Veränderlichen (LBV) erreicht, was auf eine bald eintretende Supernova hinweist. In einer gewaltigen Eruption sollte der LBV-Stern seine Teile ins All schleudern und anschließend zu einem Schwarzen Loch kollabieren.

Die Supernova hätte sichtbare Spuren hinterlassen und man hätte sie von der Erde aus beobachten können. Doch da war nichts. Der LBV-Stern wurde zuletzt im Jahr 2011 gesichtet und es folgte keine Supernova. Kann es also sein, dass der Stern anderweitig verschwunden ist und einen stillen und leisen Tod gestorben ist? Die Galaxie weist zumindest nicht mehr die Charakteristika eines vorhandenen Riesensterns auf. Forscher haben bisher zwei Vermutungen zu dem Verschwinden des Riesensterns.

Ausbleiben der Supernova oder zu viel Staub?

Nun, das helle Leuchten des Sterns erklären sich die Forscher dadurch, dass er sein LBV-Stadium erreicht hat und kurz vor der Supernova stand. Doch die Astronomen vom Trinity College in Dublin haben keine Erklärung für sein Verschwinden ohne vorherige Supernova. "Wir haben vielleicht entdeckt, wie einer der massereichsten Sterne des lokalen Universums, sanft in die Nacht übergegangen ist", erklärt ein Forscher des genannten Instituts in einer Pressemitteilung der ESO (Europäische Organisation für astronomische Forschung). So könnte der Riesenstern ohne Supernova direkt zu einem Schwarzen Loch kollabiert sein. Das ist die eine Theorie des Astronomie-Teams.

Die zweite Theorie ist, dass der Riesenstern einfach durch eine massive Staubwolke verdeckt wird. Diese könnte seine Lichtabgabe so abschirmen, dass die Beobachtungsinstrumente der ESO auf dem chilenischen Cerro Paranal es nicht detektieren können. Von dieser Theorie wird auch im Falle des Fledermaus-Schattens ausgegangen. Hier wird das Licht des Sterns durch einen Staubring so abgeschirmt, dass es lediglich auf zwei Seiten frei fließen kann. Staub kann das leuchten eines Sterns also stark einschränken.

Bevor die Forscher eine der beiden Theorien bestätigen können, muss die Kinman-Zwerggalaxie weiter beobachtet werden. Du möchtest wissen, was genau eine Supernova ist? Wir erklären es dir. Außerdem geben wir dir Infos darüber, was genau Sterne eigentlich sin.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen