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Meteorit: Dieser unglaubliche Fund in Deutschland lässt Forscher rätseln

Ein Meteorit auf Kollisionskurs mit der Erde: So könnte es ausgesehen haben, als es vor vielen Jahren zum Meteoriteneinschlag kam. (Symbolbild)
Ein Meteorit auf Kollisionskurs mit der Erde: So könnte es ausgesehen haben, als es vor vielen Jahren zum Meteoriteneinschlag kam. (Symbolbild)
Foto: iStock.com/adventtr
Ein Meteorit wurde durch Zufall entdeckt. Es handelt sich dabei um den größten jemals in Deutschland gefundenen Brocken aus dem All. Woher stammt das mysteriöse Etwas?

"Alles Gute kommt von oben." Der alte und bekannte Spruch bewahrheitet sich im schwäbischen Blaubeuren. Denn in der kleinen Stadt im Alb-Donau-Kreis im Osten von Baden-Württemberg machte ein Hausbesitzer einen großartigen Zufallsfund. Wie sich nun herausstellte, handelt es sich bei dem Fundstück um den größten Meteoriten aus Stein, der jemals in Deutschland gefunden wurde. Forscher rätseln nun, wann es zu diesem Meteoriteneinschlag kam.

Meteorit im Garten entdeckt

Der ahnunglose Finder ist bereits im Jahr 1989 beim Ausheben eines Grabens auf seinem Grundstück auf einen ungewöhnlichen Stein gestoßen. Bis ins Jahr 2015 lag der rund 25 Zentimeter große Felsbrocken im Garten des Hausbesitzers. Erst dann brachte er den Stein in seinen Keller. Unwissend, dass er hier auf einen Metoeriten gestoßen war, der bei einem Meteoriteneinschlag vor unbestimmter Zeit auf seinem Grundstück landete.

Fünf Jahre später, im Januar 2020, war die Neugier des Herren dann doch zu groß geworden und er meldetet den Fund dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Experte Jochen Heinlein untersuchte den Gesteinsbrocken und stellt schnell eine charakteristische Struktur mit winzigkleinen Silikatkügelchen (sogenannte Chondren) fest. Diese sind ein typisches Merkmal für Meteoriten aus Stein.

Schnell wurde klar: Das ist ein Bruchstück eines Meteoriten

Der gefundene Steinklops ist das Bruchstück einen Meteoriten. Er hat eine Masse von 30,26 Kilogramm und ist damit der größte in Deutschland gefundene Steinmeteorit aller Zeiten. Der Brocken wurde nach seinem Fundort "Blaubeuren" benannt.

Die Analysen des DLR ergaben, dass sich in der Matrix aus Silikatgestein auch Partikel aus Eisen und anderen Metallen befinden. Daher hat der Meteroit solch eine hohe Dichte von 3,34 Gramm pro Kubikzentimerter. Er besteht zu 28 Prozent aus Eisen und wurde in der Vergangenheit auf mehrere Hundert Grad erhitzt. Er gehört zur Klasse H4-5 der gewöhnlichen Chondroiten.

Unbekannte Faktoren geben den Forschern Rätsel auf

Noch ist nicht bekannt, wann der Meteoriteneinschlag stattgefunden hat. Außerdem rätseln die Forscher noch, woher genau der Meteorit stammt. Aufgrund des Zustandes ist allerdings klar, dass der Stein schon mehrere Jahrhunderte im Untergrund gelegen haben muss. Nun wenden die Forscher Isotopanalysen an, um den Zeitpunkt des Einschlages besser bestimmen zu können.

Bei einer Sache ist sich das Forscherteam der DLR aber sicher: Der Blaubeuren-Meteorit muss in der Vergangenheit mindestens eine heftige Kollision erlebt haben. Die Gewissheit der Forscher stammt aus Untersuchungen von Dünnschliffen unter dem Durchlicht-Polarisationsmikroskop. Dort wurde deutlich, dass es sich um ein Gestein handelt, welches aus Bruchstücken zusammengebacken wurde.

Das geschieht mit dem Meteoriten

Der glückliche Finder des Meteoriten gab bereits bekannt, dass sein Steinbrocken für die Öffentlichkeit künftig in einem Museum ausgestellt werden soll und das dauerhaft, wie das DLR berichtet. Auf der Website des DLR kannst du dir den Meteoriten auf Fotos ansehen. Auch andere Planten werden Ziel von Meteoriteneinschlägen, wie zum Beispiel der Jupiter. In einem Meteoriten wurden kürzlich Hinweise entdeckt, die dafür sprechen könnten, dass Leben auf dem Mars möglich ist. Immer wieder werden aber auch potenziell gefährliche Meteoriten gesichtet. So wie dieser hier.

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