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Coronavirus: Vor dieser Maßnahme hat selbst Christian Drosten Respekt

Eine Strategie gegen die Corona-Pandemie und weitere Coronavirus-Übertragungen empfindet Christian Drosten als "mutig".
Eine Strategie gegen die Corona-Pandemie und weitere Coronavirus-Übertragungen empfindet Christian Drosten als "mutig".
Foto: MICHAEL KAPPELERPOOL/AFP via Getty Images
Um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, wurden verschiedene Strategien entwickelt. Vor einer davon zeigt sogar Christian Drosten Respekt.

Schon längst wird von Experten vermutet, dass eine Coronavirus-Übertragung zu 80 Prozent durch nur zehn bis 15 Prozent der Fälle erfolgt. Ein japanischer Forscher hat deshalb eine neue Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Diese erscheint dem deutschen Virologen Christian Drosten als richtige Entscheidung, die jedoch Mut verlangt.

So läuft die Suche nach dem Corona-Impfstoff
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Coronavirus-Übertragung: Superspreader-Strategie von Christian Drosten gelobt

Der japanische Chef-Virologe Hitoshi Oshitani hat eine Methode entwickelt, die seiner Meinung nach deutlich bessere Ergebnisse bei der Eindämmung der Coronavirus-Übertragung und damit der Corona-Pandemie spielen kann, als das reine Testen auf den Virus. Würde man gezielt Superspreader und ihr Umfeld vom Rest der Bevölkerung isolieren, anstatt großflächige Einschränkungen für die Masse zu verhängen, soll dies zu besseren Erfolgen führen, so Oshitani.

Bereits jetzt verfolgt der Forscher als Teil des offiziellen Krisenteams der japanischen Regierung eine Cluster-Strategie. Sobald es zu einer Coronavirus-Übertragung und einer Infektion kommt, wird das Umfeld des Betroffenen ohne Testergebnisse in Quarantäne geschickt. Eine Vorgehensweise, die auch Christian Drosten als "mutig, aber richtig" einschätzt, wie Focus berichtet. Auch für Deutschland sei eine solche Schutzmaßnahme denkbar, um eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie im Herbst besser in den Griff zu bekommen. Größere Lockdowns ließen sich damit verhindern.

Superspreader: Dieses Profil haben sie in Japan

Um die Richtigkeit dieser Vorgehensweise noch einmal zu untermauern, hat Oshitani gemeinsam mit seinem Forscherteam eine landesweite Studie durchgeführt, in deren Rahmen die Wissenschaftler von Januar bis April Orte oder Situationen untersuchten, wo sich auffällig viele Personen gleichzeitig angesteckt hatten. Kam es zur gleichen Zeit durch eine Coronavirus-Übertragung zu fünf Infektionen an einem Ort (Haushalte ausgenommen), galt dieser als Cluster. Insgesamt analysierten Oshitani und sein Team 61 Cluster mit 3184 infizierten Personen.

Neben typischen Hotspots für eine Coronavirus-Übertragung, wie Altenheime, Fitnessstudios, Restaurants und Karaoke-Bars, erstellten die Forscher auch das Profil eines riskanten Superspreaders – dies gelang allerdings nur in 22 Fällen. Zudem dürfte ein solches Profil nicht direkt auf die Bevölkerung anderer Länder übertragbar sein. Im Fall von Japan ergab sich daraus jedoch ein vergleichsweise eindeutiges Bild eines der häufigsten Superspreader: Frauen unter 30 Jahre und ohne Symptome.

Deshalb sind diese Personen Superspreader

Bisher ist nicht geklärt, warum ein großer Anteil der an Coronavirus-Übertragungen beteiligten Superspreader Frauen sind. Warum diese zwischen 20 und 39 Jahren alt sind, kann jedoch erklärt werden. Die genannten Hotspot, die sich durch engen Kontakt, schlechte Luftzirkulation und lautes Unterhalten, Singen oder schweres Atmen kennzeichnen, werden überwiegend von jüngeren Menschen frequentiert.

Da durch diese Erkenntnisse zur Coronavirus-Übertragung besser identifiziert werden kann, wer an welchem Ort das Potenzial zum Superspreader hat, könnten Quarantänemaßnahmen künftig gezielter angewendet werden, so Oshitani. Dass Superspreader gefährlich sind, zeigen bereits einige Untersuchungen. Allerdings besteht für jeden das Risiko, zum Superspreader zu werden.

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