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Russland segnet Coronavirus-Impfstoff ab: Im August soll es soweit sein

Der erste Coronavirus-Impfstoff soll bereits im August freigegeben werden.
Der erste Coronavirus-Impfstoff soll bereits im August freigegeben werden.
Foto: iStock.com/megaflopp
Die internationalen Bemühungen zur Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs kennen scheinbar keine Grenzen. Russische Forscher sollen nun die Lösung haben.

Weltweit wird unter Hochdruck an einem Coronavirus-Impfstoff geforscht. Nun scheint es, als sei er für die Russen zum Greifen nah. Bereits im August sollen die Behörden das neue Arzneimittel absegnen und für den Marktstart freigeben. Alldies geschieht, obwohl noch immer Bedenken zur Sicherheit und Effektivität des Stoffs bestehen.

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Coronavirus-Impfstoff: Macht Russland das Rennen?

"Es ist ein Sputnik-Moment", sagte Kirill Dmitriev, Leiter des russischen Staatsfonds, der die russische Forschung am Coronavirus-Impfstoff finanziert, gegenüber CNN. Dabei bezieht sich Dmitriev auf den weltweit ersten erfolgreichen Start eines Satelliten durch dir Sowjetunion 1957. "Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepsen hörten. So ist es auch bei diesem Impfstoff. Russland wird zuerst dort gewesen sein."

Dennoch hat Russland bislang keinerlei wissenschaftliche Daten zu den Tests des neuen Mittels veröffentlicht. CNN zufolge herrschen nach wie vor bedenken darüber, ob der angestrebte Coronavirus-Impfstoff bis Mitte August, dem geplanten Termin, ausreichend an Menschen getestet werden kann. Immerhin befinde sich das Serum derzeit gerade mal in der zweiten Testphase, die zudem erst am 2. August abgeschlossen sein soll.

Bis es soweit ist, soll das Mittel bereits zur Impfung medizinischer Mitarbeiter genutzt werden. Auf diese Weise sollen die Versuche der dritten Phase vorgezogen werden. Russische Wissenschaftler sagen, die Entwicklung des Stoffs sei so schnell vorangeschritten, weil es sich um eine modifizierte Version eines Mittels handele, das bereits zur Bekämpfung anderer Krankheiten entwickelt wurde.

Wie sicher ist der neue Impfstoff wirklich?

"Unsere Wissenschaftler konzentrierten sich nicht darauf, die Ersten zu sein, sondern die Menschen zu schützen", versichert Dmitriev. Die Impfung verwende geschwächte menschliche Adenovirus-Vektoren. Anstelle nur eines stützen sich die Experimente im Gegensatz zu anderen Studien gleich auf zwei Vektoren und sehen darüber hinaus eine Auffrischungsimpfung vor.

"Russland hat seine Führungsposition in der Impfstoffentwicklung und seine bewährte Ebola- und MERS-Impfstoffplattform genutzt, um die erste sichere und effiziente Lösung für das größte Problem der Welt zu finden", fährt Dmitriev fort.

Es bleibt abzuwarten, ob der russische Coronavirus-Impfstoff tatsächlich hält, was er verspricht. Sollte das Vorhaben fehlschlagen, befinden sich jedoch noch immer fünf weitere vielversprechende Studien in den letzten Zügen der Entwicklung. Zudem forschen Wissenschaftler derzeit an einem möglichen Beitrag, den Fledermäuse zur Entwicklung eines wirksamen Mittels leisten könnten. Selbst Lamas sind für ein solches Unterfangen im Gespräch.

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