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Coronavirus-Ansteckung verhindern: Dafür musst du eine Verhaltensweise ändern

Die Gefahr einer Coronavirus-Ansteckung im Alltag ist immer noch groß.
Die Gefahr einer Coronavirus-Ansteckung im Alltag ist immer noch groß.
Foto: iStock.com/ArtistGNDphotography
Mittlerweile wissen wir, dass Covid-19 sich über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Um eine Coronavirus-Ansteckung zu vermeiden, müssen wir eine Verhaltensweise ändern.

Aerosole halten sich längere Zeit in der Luft auf. Welche Eigenschaften sie noch haben, hat sich Forscher Martin Kriegel von der Technischen Universität Berlin angeschaut. Wenn von Aerosolen die Rede ist, wird von festen oder flüssigen Partikel geredet, die sich in der Luft bewegen. Sie haben ein solch geringes Gewicht, dass sie sich eigenständig ausbreiten können. Das Problem: Sie fördern die Coronavirus-Ansteckung. Um das zu verhindern, müssen wir an uns selbst arbeiten.

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Coronavirus-Ansteckung: Aerosole halten sich stundenlang in der Luft

Da sich Aerosole in der Luft befinden, lassen sie sich durch Räume oder auch im Freien mühelos verbreiten. Das ist ein Problem, wenn es darum geht, die Coronavirus-Ansteckung einzudämmen. Im Vergleich zu Tröpfchen, sind Aerosole in der Luft nicht zu sehen. Dafür muss nicht einmal der dichte Kontakt zu anderen Personen gegeben sein. Aerosole lassen sich zudem einfacher einatmen als Tröpfchen und dringen tiefer in die Lunge ein, erklärt Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Den ersten Beweis für die Aerosol-Infektion lieferte die Coronavirus-Ansteckung in einem Restaurant im chinesischen Wuhan. Für eine solche Ausbreitung reicht schon eine infizierte Person aus. Um sich die Funktion von Aerosolen vorstellen zu können, kannst du dir einen Raucher in einem geschlossenen Raum vorstellen. Irgendwann ist auch in einiger Entfernung der Zigarettenrauch zu riechen. Dadurch dass Aerosole noch kleiner sind als Rauch, fliegen sie noch besser durch den Raum. Durch unsere Körperwärme sorgen wir dafür, dass die Luft im Raum zirkuliert und sich ausbreitet.

Das müssen wir an unserem Verhalten ändern

Das heißt wir Menschen tragen dazu bei, dass sich Aerosole im Raum schneller verteilen. Dazu muss nicht einmal eine Belüftungsanlage vorhanden sein. Um also eine Coronavirus-Ansteckung vorzubeugen, müssen wir mit Frischluft entgegenwirken. Die frische Luft von draußen verdrängt unreine Luft in Innenräumen. Auch mobile Umluftgeräte können hier nachhelfen.

Fensterlüftung an sich ist nicht verlässlich. Wir können nicht genau messen, wie viel Luft entweicht und wie viel frische Luft nach innen dringt. "Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist", sagt Martin Kriegel. Das Einzige, das hilft: in regelmäßigen Abständen Fenster öffnen. Gekippte Fenster sind keine Lösung.

Unsere Aufenthaltsdauer in geschlossenen Räumen sollten wir kurz halten. Im Sommer sollten die Fenster, wenn es geht, durchgängig offen gehalten werden. Im Winter ist es ratsam die Fenster so lange es geht auf Kipp zu halten. So findet immerhin kontinuierlich ein Luftaustausch statt. Wenn das nicht geht, sollte alle 15 bis 20 Minuten stoßgelüftet werden.

Bei der Coronavirus-Ansteckung bedeutet dieser Faktor entweder Schutz oder Gefahr. Forscher versuchen die Bedeutung noch herauszufinden. Auch ungeborene Kinder sind nicht sicher vor einer Coronavirus-Ansteckung. Dazu kommt, dass auch der Zeitpunkt darüber entscheiden soll, ob es zu einer Coronavirus-Ansteckung kommt.