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Diese Berufsgruppe soll dank Coronavirus-Schutz bereits immun sein

Arbeiten ohne Coronavirus-Schutz ist heute nicht mehr verantwortlich. Doch diese Berufsgruppe scheint immun. Was ist da dran?
Arbeiten ohne Coronavirus-Schutz ist heute nicht mehr verantwortlich. Doch diese Berufsgruppe scheint immun. Was ist da dran?
Foto: imago images / Panthermedia
Coronavirus-Schutz dank der Berufswahl? Das ist die Behauptung, die es für eine neue Untersuchung zu klären gilt. Wissenschaftler aus Jena gehen einer umstrittenen Studie aus China auf den Grund.

Coronavirus-Schutz ist wichtig, auch und vor allem auf dem Arbeitsplatz. Während sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter mit den neuen Hygiene-Standards und Masken in Büros herumschlagen und ein anderer Teil im Home Office mit der Konzentration kämpft, gibt es zumindest für eine ganze spezielle Berufsgruppe Hoffnung laut einer Studie in China. Demnach seien Imker dank Bienen-Stichen vor dem Coronavirus geschützt. Das wollen nun Forscher aus Jena mit Vehemenz widerlegen.

Coronavirus-Schutz: Studie über Imker wird angezweifelt

In der chinesischen Stadt Wuhan, einem der Corona-Hotspots Anfang 2020, leben mehrere Hundert Imker. Forscher in China befragten 723 Imker über ihren Gesundheitszustand und kamen zu der überraschenden Erkenntnis, dass kein einziger von ihnen am Coronavirus erkrankt ist. Besteht also für diese besondere Berufsgruppe ein Coronavirus-Schutz? Schützt ein Bienen-Stich vor Corona? An dieser These hegen nun Forscher des Uniklinikums Jena Zweifel und wollen die Studie widerlegen.

In der chinesischen Studie steht: "Insgesamt 5115 Bienenzüchter wurden vom 23. Februar bis zum 8. März befragt, davon 723 in Wuhan, dem Epizentrum des Ausbruchs in [der Provinz] Hubei. Keiner dieser Bienenzüchter hat Symptome entwickelt, die mit Covid-19 assoziiert werden, und ihre Gesundheit ist total normal." Für Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie, die in Jena im Bereich Komplementär-Medizin forscht, und ihr langjähriger Kollege Professor Karsten Müdstedt, Frauenarzt in Baden-Württemberg und seit 40 Jahren kundiger Imker und Bienenforscher, wollen die Studie nun auf ihre Glaubwürdigkeit hin prüfen. Sie bezweifeln den Coronavirus-Schutz durch Stiche.

Das wird kritisiert von deutschen Forschern

Das deutsche Forscher-Team kritisiert an der chinesischen Studie schlampige Arbeit. So würden in der Untersuchung über den Coronavirus-Schutz von Imkern vor allem demografische Daten fehlen. Auch fehle die Nennung der erfassten Variablen. Oft handle es sich bei chinesischen Studien um gröbere Zusammenfassungen von Studien zu einem Thema, die daher nicht sauber sind und trotzdem einen zu hohen Einfluss auf die medizinische Berichterstattung hätten, so Hübner und Münstedt im Interview. Sie wollen jetzt selbst Imker befragen und die These entmanteln.

Eine Insiderin will wissen, dass das Coronavirus in einem Labor in China entstanden ist. Mit diesen positiven Coronavirus-Folgen hat indes keiner gerechnet. Forscher wollen entdeckt haben, dass das Coronavirus so schon seit Jahrzehnten in diesen Tieren gelebt hat.