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Laut neuer Studie schützt nicht jede Corona-Maske gleich gut

Nicht jede Corona-Maske schützt wirksam gegen das Virus. Das ist das beunruhigende Resultat einer neuen Studie.
Nicht jede Corona-Maske schützt wirksam gegen das Virus. Das ist das beunruhigende Resultat einer neuen Studie.
Foto: imago images / Westend61
Coronavirus-Masken im Test: Eine neue Studie über den wirksamen Coronavirus-Schutz von Mund-und-Nasen-Masken hat nun ergeben, dass es schockierende Unterschiede in ihrer Effektivität gibt.

Das Tragen einer Corona-Maske ist deshalb so effektiv bei der Reduktion der Ansteckungsgefahr zwischen Menschen, weil sie beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen nicht auf das Gegenüber überträgt. Das ist die Idee. Doch in der Praxis ist nicht jede Corona-Maske gleich wirksam. Eine neue Covid-19-Studie ist zu diesem erschreckenden Ergebnis gelangt.

Baumwoll-Maske richtig reinigen: So geht’s!
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Viele Corona-Masken schützen, manche gefährden uns mehr

Ein Forschungsvergleich von gleich 14 unterschiedlichen Maskenformen ist im Wissenschaftsmagazin "Sciences Advances" erschienen. Daraus geht hervor, dass chirurgische Masken sehr effektiv sind in der Verhinderung einer Coronavirus-Ansteckung. Doch andere Schutzformen für Mund und Nase erhöhen sogar den Ausstoß von Tröpfchen aus dem Mund und führen zu einer größeren Gefahr einer Ansteckung. Selbstgemachte und improvisierte Corona-Masken wie das Hemd über die Nase ziehen, sind kein effektiver Schutz, wie Eric Westman, einer der Autoren der Studie weiter ausführt.

Die Forscher der Duke-Universität in Durham aus dem US-Bundesstaat North Carolina nutzten eine relativ einfache Testmethode, um die Schutzwirkungen verschiedene Corona-Masken zu untersuchen. Ihre Probanden sollten in einem dunklen Raum sitzen und fünfmal hintereinander mit diversen Masken und auch mal ohne Mundschutz die mit Plosiven bestückten Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) aufsagen. Dabei saßen sie vor einem erweiteren Laserstrahl und wurden von einer Smartphone-Kamera gefilmt. Aus diesem Material konnte ein Computerprogramm dann die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen messen.

Welche Corona-Maske schützt am besten?

Den ersten Platz im Ranking der effektivsten Corona-Masken belegten die Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa). Diese werden etwa vom Krankenhauspersonal in den USA genutzt. Die Menge der ausgestoßenen Tröpfchen oder Aerosole ohne Maske wurde durch diese Maskenart auf weniger als 0,1 Prozent gesenkt. Selbstgenähte Baumwollmasken halten es je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten auf 70 bis 90 Prozent der Tröpfchen auf, also fast so viel wie chirurgische Masken mit 90 Prozent.

Halstücher aber lassen die Hälfte der Tröpfchen durch und gefloptt ist ein Schlauchschal aus Polarfleece, der sogar mehr Tröpfchen durchließ als vom Mund ausgestoßen, weil dessen Gewebe, so die Vermutung der Forscher, die Tröpfchen in kleinere zerlegte. Abstand soll man laut der Studie auch von Masken mit Ausatmungsventil nehmen, weil sie vergleichbar seien mit simplen Baumwollmasken in ihrer Schutzwirkung. Auch Gesundheitsbehörden und -Experten raten eher davon ab. Sie sind zwar angenehmer, geben aber infizierte Atemluft schneller an andere ab als die anderen Corona-Masken.

Darum tragen viele die Corona-Maske ganz falsch. Das ist ein schöner Nebeneffekt von Corona-Masken. Auch zuhause sollte man die Corona-Maske in diesen Fällen tragen.