Science 

Eine Studie zur Coronavirus-Ansteckung zeigt beunruhigende Ergebnisse

Eine Erkenntnis über den Zeitraum der Coronavirus-Ansteckung beunruhigte im August auch das Robert-Koch-Institut.
Eine Erkenntnis über den Zeitraum der Coronavirus-Ansteckung beunruhigte im August auch das Robert-Koch-Institut.
Foto: imago images / Michael Weber
Das Coronavirus beschäftigt die Wissenschaftler weltweit. Dabei kommt es in Studien auch zu unterschiedlichen Befunden. Das RKI prüft die beunruhigenden Forschungsergebnisse.

Covoronavirus-Infizierte könnten viel früher ansteckend sein als bisher angenommen. Das ist das brisante Ergebnis einer Studie zum Thema Coronavirus-Ansteckung. Selbst das Robert-Koch-Institut (RKI) zeigte sich von den Ergebnissen so verstört, dass man die Resultate derzeit nochmal unabhängig prüft.

Corona-Pandemie - Diese Maßnahme hält Christian Drosten für mutig
Corona-Pandemie - Diese Maßnahme hält Christian Drosten für mutig

Coronavirus-Ansteckung: Darum sind selbst Experten verunsichert

Schweizer Forscher der Universität Zürich wollen neue Erkenntnisse gewonnen haben, dass es eine unbemerkte Coronavirus-Ansteckung gibt, die früher stattfindet als bisher angenommen. Das ist darum so verstörend, weil bisherige Forschungen von einem relativen geringen Ansteckungszeitraum ausgingen, bevor sich Symptome bei Infizierten zeigen. Doch der Zeitraum wird von den Forschern als deutlich größer als bisher angenommen beurteilt.

Bislang galt die Annahme, dass das Coronavirus 48 Stunden vor dem Eintreten erster Symptome übertragbar ist. Dies fand zuerst ein Forscherteam an der University of Hongkong heraus. Das bildete später auch die Grundlage für die Maßnahmen des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Verringerung einer Coronavirus-Ansteckung. Doch Ende August war die Rede von einem Berechnungsfehler laut einer Studie der Eidgenössischen Technischen Universität (ETH) Zürich. Wer hat also Unrecht?

Wird die Kontaktverfolgung bald noch schwieriger?

Laut der aktuelleren Untersuchung findet die präsymptomatische Ansteckung bereits viel früher statt. Somit sollen Menschen bereits fünf bis sechs Tage und nicht mehr nur zwei Tage vor Ausbruch der Krankheit infektiös und damit gefährlich für ihre Mitmenschen sein. Also müsste man nicht mehr nur die Kontakt bis zu zwei Tagen, sondern sogar bis zu vier Tagen zurückverfolgen, um eine Coronavirus-Ansteckung mit der größtmöglichen Sicherheit zu datieren. Die Wissenschaftler aus Hongkong sollen nach dem Hinweis der Schweizer auf den Berechnungsfehler in ihrer Studie, ihre Publikation noch einmal überarbeitet haben.

Daraufhin stand das RKI unter Druck. Denn bislang berücksichtigte die Kontaktverfolgung in Deutschland nur den Zeitrahmen der letzten 48 Stunden nach einem positiven Coronavirus-Test. Gerade deshalb sagte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts der Deutschen Presse Agentur im August, man wolle die neuen Erkenntnisse "gründlich überprüfen". Damit könnte bald die Zahl der unter Quarantäne gestellten Mitmenschen bei einer erkannten Infektion deutlich steigen.

Eine Erkenntnis zur Coronavirus-Übertragung schockiert derzeit Wissenschaftler. Laut einer Studie wirkt hier die Abstandsregel nicht. In diesem Land ist die Dunkzelziffer der Infizierten höher als angenommen. Außerdem soll dieser Ort besonders häufig zu einer Coronavirus-Ansteckung führen.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen