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Coronavirus-Update: Christian Drosten fordert Verkürzung der Quarantäne

Virologe Drosten setzt seit dem 1. September sein Coronavirus-Update im Podcast des NDR fort.
Virologe Drosten setzt seit dem 1. September sein Coronavirus-Update im Podcast des NDR fort.
Foto: imago images / photothek
Im aktuellen Coronavirus-Update liefert Prof. Dr. Christian Drosten neue neue Denkansätze. Einer von ihnen betrifft die Infektiosität.

Im Rahmen seiner NDR-Podcast-Reihe liefert der Virologe Christian Drosten regelmäßig sein Coronavirus-Update. Am Dienstag, den 1. September, meldete er sich aus seiner zweimonatigen Sommerpause zurück und nahm sich den wichtigsten Fragen der letzten Zeit an. Er spricht über den aktuellen Forschungsstand und die Maskenpflicht, aber auch über der Sinnhaftigkeit der bisherigen Quarantänezeit.

Corona-Pandemie - Diese Maßnahme hält Christian Drosten für mutig
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Coronavirus-Update: 5 statt 14 Tage Quarantäne?

"Die jetzigen Zahlen sind schon real, wenn man sie im Verhältnis zu den bisherigen Entwicklungen sieht", erklärt Drosten im Coronavirus-Update. Damit bezieht er sich auf die Beobachtung, dass auch in Folge der ersten Lockerungen noch keine massiven Anstiege der Fallzahlen aufgefallen seien. Auch bei der Bewertung positiver Fälle müsse man jedoch betrachten, wer den Erreger in sich trage. "Es ist jetzt eine andere Art von Patienten, die sich infiziert", betont er daher.

Darüber hinaus bemerkte der Virologe über die Sommerpause allerdings "keine einzige wirklich neue Erkenntnis". Zwar seien diverse neue Studien veröffentlicht worden, doch lieferten diese kaum Überraschungen, sondern verhärteten vorrangig bisherige Stände. Eine Überraschung hat der Mediziner dafür aber selbst in der Hinterhand und erklärt, man sollte die Quarantänezeit von 14 auf fünf Tage kürzen.

"Das ist schon, sagen wir mal, eine steile These, dass man sagt, nach fünf Tagen ist eigentlich die Infektiosität vorbei", so Dr. Drosten. "Was kann man denn in der Realität machen, damit man nicht einen De-facto-Lockdown hat?" Es nütze nichts, wenn man Schulklassen und Arbeitsstätten unter wochenlanger Quarantäne hätte.

Coronavirus: Das könntest du verpasst haben

Die Urlaubssaison 2020 neigt sich nicht nur für das Coronavirus-Update so langsam dem Ende zu und viele dürften das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben. Dennoch gilt die Corona-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nach wie vor für rund 158 Länder. Doch solltest du auch zu Hause aufmerksam bleiben. Zwar gibt es mittlerweile bereits diverse Ansätze für potenziell wirksame Coronavirus-Medikamente, doch ist deine Gesundheit auch von anderen abhängig. Einen bestimmten Coronavirus-"Schutz" solltest du daher in jedem Fall vermeiden.