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Schwarze Löcher: Forscher entdecken funkelnden Ring

Schwarze Löcher sind gleich aufgebaut. Ein dunkler Fleck, in dessen Innerem sich das schwarze Loch befindet und heißes Plasma, welches um den Ereignishorizont wirbelt.
Schwarze Löcher sind gleich aufgebaut. Ein dunkler Fleck, in dessen Innerem sich das schwarze Loch befindet und heißes Plasma, welches um den Ereignishorizont wirbelt.
Foto: iStock.com/Floriana
Über schwarze Löcher wissen wir nur sehr wenig. Doch nun haben Forscher entdeckt, dass der Ring um das wohl berühmteste schwarze Loch in Messier 87 funkelt.

In der Galaxie Messier 87 befindet sich das wohl berühmteste Schwarze Loch der Welt. Im Jahr 2019 gelang es einem internationalen Team aus Astronomen zum allerersten Mal, ein Bild von diesem rätselhaften Phänomen zu machen. Die Aufnahme wurde weltbekannt. Nun, über ein Jahr später wurden weitere Daten ausgewertet, die neue, erstaunliche Erkenntnisse über Schwarze Löcher bringen.

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Schwarze Löcher: Ein gefährliches Rätsel

Wie wir schon lange wissen, erzeugen Schwarze Löcher einen absolut Schwarzen Fleck im Weltall. Die Anziehungskraft dort ist so stark, dass selbst Lichtstrahlen von der Finsternis "verschluckt" werden. Ab einem bestimmten Abstand zum Schwarzen Loch wird alles, was ihm zu Nahe kommst, gnadenlos angezogen wird. Der Ort, wo das geschieht, wird von Astronomen auch als Ereignishorizont bezeichnet.

Das Fotografieren eines Schwarzen Lochs ist eigentlich unmöglich, da sie sehr klein erscheinen. Kein Teleskop der Welt hat eine ausreichende Auflösung, um einen solchen Himmelskörper abzubilden. Das berühmte Bild aus dem Jahr 2019 gelang nur, weil die Astronomen des Event Horizon Telecope-Programmes mehrere Teleskope auf der Welt im Verbund verwendeten.

Mithilfe der gesammelten Daten wurde ein synthetisches Riesenradioteleskop von der Größe der Erde erzeugt. Auf dem Bild ist verschwommen ein Schwarzer Fleck zu erkennen. Um den Ereignishorizont herum befindet sich ein Ring aus heißer Materie, die sich ansammelt und dabei Strahlung abgibt.

Astronomen bestätigen Funkeln des Schwarzen Lochs

Zu den Messdaten von 2017, die zur Entstehung des Bildes führten, wurden nun weitere Ergebnisse aus den Jahren 2009 bis 2013 hinzugezogen. Bei der Auswertung machten die Astronomen eine überaus bemerkenswerte Entdeckung. Mit den Daten aus verschiedenen Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Helligkeitsverteilung des Plasmas um das Schwarze Loch herum variierte. Das Schwarze Loch vertilgt die Materie am Rand des Ereignishorizonts, sodass der Eindruck eines Funkelns entsteht.

"Die Orientierung und Feinstruktur des Rings ändert sich mit der Zeit. Dies gibt uns einen Einblick in die einfallende Materie nahe dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs", führt der leitende Astronom des deutschen Max-Planck-Institutes für Radioastronomie Thomas Kirchbaum aus.

Weitere Beobachtungen sind bereits geplant

Die Beobachtungen des Schwarzen Lochs in M87 sollen jetzt mit neuen Messwerten fortgesetzt werden. Während die Ergebnisse aus dem Jahr 2018 sich zurzeit in der Auswertung befinden, werden neue Messkampagnen für die nächsten drei Jahre vorbereitet. Die Wissenschaftler hoffen darauf, noch schärfere Bilder des Schwarzen Loches erstellen zu können, da dieses Mal drei zusätzliche Radioteleskope in Frankreich, USA und Grönland verwendet werden sollen.

Das Event Horizon Telecope-Programm verrät uns immer mehr Geheimnisse über Schwarze Löcher. So wurden zum Beispiel bedrohliche Plasma-Ausbrüche, die sogenannten "Jets", festgehalten. Ein Schwarzes Loch, dass der Erde immer näherkommt, lässt sich am Himmel sogar mit dem bloßen Auge erkennen.

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