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Wegen Neandetaler-Gene soll das Risiko einer Corona-Erkrankung deutlich höher sein

Neandertaler-Gene sollen der Grund für ein erhöhtes Risiko einer Corona-Erkankung sein.
Neandertaler-Gene sollen der Grund für ein erhöhtes Risiko einer Corona-Erkankung sein.
Foto: iStock.com/gorodenkoff
Forscher haben nun herausgefunden, dass Neandertaler-Gene der Grund für ein höheres Risiko einer Corona-Erkrankung sein sollen.

Bereits seit einiger Zeit wissen wir, dass durch schwere Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzprobleme, Bluthochdruck et cetera der Verlauf einer Covid-19-Infektion stark beeinflusst wird. Nun aber haben Forscher einen weiteren Grund herausgefunden, was ein weiteres Kriterium für einen schwereren Verlauf sein könnte. Laut einer neuer Studie sind Menschen, die Neantertaler-Gene im Erbgut haben, einem deutlichen höheren Risiko einer Corona-Erkrankung ausgesetzt, als Menschen, die es nicht haben.

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Höheres Risiko einer Corona-Erkrankung wegen Neandertaler-Gene

Eine Studie im Sommer 2020 hatte bereits ergeben, dass Menschen mit einer bestimmten Gruppe von Genen auf Chromosom 3 einer Corona-Erkrankung eher ausgesetzt sind. Das Risiko sei demnach drei Mal so hoch gewesen. Ein Forscherteam um Hugo Zeberg und Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat nun die Gencluster analysiert und ist zum Entschluss gekommen, dass Neandertaler-Gene der Grund sind.

Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Journal "nature". Hierzu haben die Forscher die Gencluster mit Neandertaler- und Denisova-Menschen-Erbgut verglichen. Denisova-Menschen ähneln in ihrer Genetik den Neandertalern, weisen aber dennoch feine Unterschiede auf.

Im Fachjournal schilderten beide Wissenschaftler, dass die DNA-Sequenz für die Gruppe der Gene, die das Risiko einer Corona-Erkrankung erhöhen sollen, der DNA-Sequenz eines Neandertalers sehr stark ähneln würde. Zeberg sagte dazu, dass die heutigen Menschen dieses (Neandertaler-)Gen durch damalige Vermischungen geerbt haben sollen.

Weltweit unterschiedlich betroffen

Am meisten betroffen seien Menschen vermehrt vom asiatischen Kontinent. Insbesondere Menschengruppen aus Südasien (Bangladesch beispielsweise) würden im Gegensatz zu Europäern oder Menschen vom afrikanischen Kontinent dieses "Neandertaler-Gen" in sich tragen. Laut den Forschern sei in Europa lediglich einer von sechs betroffen.

Der Grund hierfür könnte sein, dass Neandertaler, obwohl sie sich in Europa entwickelten, viele Teile Süd-, Ost- und Mittelasiens zeitweise besiedelten. Unter anderem reichte ihr Siedlungsgebiet über Zentralasien (Usbekistan, Tadschikistan) bis hin zu den Altai-Gebirgen. Und in diesen mittelasiatischen Hochgebirgen in Sibieren lebten unter anderem die Denisova-Menschen eine sehr lange Zeit.

Unklar ist noch allerdings, warum ausgerechnet diese Gene für eine schwerere Corona-Erkrankung verantwortlich sein sollen. Die Forscher betonten deshalb, dass die Erforschung schnell vorangetrieben werden müsse.

Der Verlauf einer schweren Corona-Erkrankung wird also durch Neandertaler-Gene beeinflusst. Indes könnte die zweite Welle des Coronavirus schlimme Folgen haben. Und Christian Drosten hat wohl auch eine besorgniserregende Annahme.

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