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Wachsendes Ozonloch: Abgewandt geglaubte Gefahr kehrt zurück

Über der Arktis wurde ein besorgniserregend großes Ozonloch gemessen.
Über der Arktis wurde ein besorgniserregend großes Ozonloch gemessen.
Foto: iStock.com/TeamDAF
Das Problem eines wachsenden Ozonlochs kehrt zurück auf die Tagesordnung. Aktuelle Messungen zeichnen ein besorgniserregendes Bild.

Vor ein paar Jahren verfiel die Menschheit dem Glauben, sich der Problematik eines wachsenden Ozonlochs bis heute entledigt zu haben. Weit gefehlt wie sich jetzt herausstellt.

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Wachsendes Ozonloch heute erneut auf dem Programm

Das sogenannte Copernikus-Programm wurde von der Europäischen Kommission 1998 ins Leben gerufen, um unter anderem den Zustand der globalen Ozonschicht zu überwachen. Nachdem die Menschheit im späten 20. Jahrhundert sorglos allerhand Chemikalien in die Atmosphäre stieß, nahmen Risse dieser Schicht, sogenannte Ozonlöcher, besorgniserregende Ausmaße an.

Diese Entwicklung war deshalb problematisch, weil damit eine elementare Funktion ebendieser Schicht, das Schützen der Erde vor zu starker UV-Strahlung, beeinträchtigt wurde.

Nachdem im Jahr 2006 das bisher größte Ozonloch über der Erde gemessen wurde, beschloss die internationale Gemeinschaft, Schritte zu ergreifen um dieser Dynamik entgegenzuwirken. Und viele glaubten, dass die Anstrengungen auch von Erfolg gekrönt waren. Bis 2019 schrumpfte das Loch über der Arktis signifikant und die Gefahr schien gebannt. Ein etwas voreiliger Gedanke, wie sich nun herausstellt.

Wie aktuelle Messungen zeigen, spitze sich die Lage am Nordpol in den vergangenen Monaten erneut zu und das dortige Ozonloch nahm Ausmaße an, die wir bereits überwunden zu haben glaubten. Es wurde zu einem der größten in den letzten fünfzehn Jahren beobachteten Ozonlöchern, berichtet der Leiter des Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes, Vincent-Henri Peuch.

Falsche Annahmen über bisherige Erfolge

Die läge vor allem daran, dass die arktischen Erfolge von 2019 nicht wie angenommen auf die Maßnahmen zur Eingrenzung des Chemikalienausstoßes zurückzuführen waren. Vielmehr resultierten sie aus einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung. Einem Wetter-Extremereignis was zu diesem ungewöhnlich kleinen, aber leider kurzzeitigen, Ozonloch führte.

Für Peuch sind die aktuellen Daten demnach ein erneutes und dringendes Argument, die Zügel hinsichtlich schädlicher Chemikalien weiterhin straff zu halten und die Maßnahmen, die der Begrenzung des Ozonlochs dienen, unbedingt beizubehalten. Ein Appell, der unter anderem auch an China gerichtet zu sein scheint. Offenbar stößt das Land nämlich weiterhin fleißig FCKW in die Atmosphäre. Das sind weitere heftige Folgen des Klimawandels.

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