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Mysterium des blauen Leuchtrings gelüftet: So erzeugte ein Doppelstern das Spektakel

Der blaue UV-Ring ist auf einen Doppelstern, der kollidierte, zurückzuführen.
Der blaue UV-Ring ist auf einen Doppelstern, der kollidierte, zurückzuführen.
Foto: ASA/JPL-Caltech/M. Seibert (Carnegie Institution for Science)/K. Hoadley (Caltech)/GALEX Team
Ein Phänomen, das Astronomen bisher als einzigartig eingestuft haben, entpuppt sich nun als fast alltäglicher Vorgang. Doch die Zusammenkunft des Doppelsterns wurde im richtigen Moment gesichtet.

16 Jahre lang rätselten Fachleute darüber, was sich hinter dem blauen UV-Ring um einen gesichteten Stern verbergen könnte. Nun stellt sich heraus, dass der Vorgang gar nicht so originell ist, wie bisher gedacht. Astronomen staunen trotzdem nicht schlecht, denn die Zusammenkunft des Doppelsterns wurde genau im richtigen Moment aufgenommen. Der Ring ist eigentlich eine Wolke und das Resultat des Endes eines Sternpaares.

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Doppelstern-Mahl: Größerer Stern schluckt kleinen

Wie ein Forscherteam vom California Institute of Technology (Caltech) herausfand, ist ein Sternmahl für die blau schimmernde Wolke verantwortlich. Ein etwa sonnengroßer Stern verschluckte sozusagen seinen kleineren Begleiter. Dabei entstand eine Wolke aus Trümmern. Diese Wolke wurde zugleich durch eine Staubscheibe auf Äquatorebene gespaltet. Weil bei dieser Doppelstern-Kollision sehr viel Hitze entstanden ist, fluoresziert der molekulare Wasserstoff der Wolke im UV-Bereich.

In Bildern wird ein solches Vorgehen meist blau dargestellt. Das Himmelsspektakel wurde zuerst in Aufnahmen des aktiven NASA-Satelliten Galex gesichtet. Schillernde Lichter wie die Aurora an den Polen des Mars oder der riesige UV-Bogen um das Sternbild Großer Wagen sind im Universum natürlich keine Seltenheit. Doch die Struktur dieses vermeintlichen Sternrings konnten sich Astronomen bisher nicht erklären.

Doppelsterne sind nicht selten – die Blau-Ring-Phase schon

Wie das Forscherteam aus Kalifornien nun aber erklärt, ist die vermeintliche Seltenheit auf ein sehr gängiges Phänomen zurückzuführen, so Spektrum. Sterne bilden nämlich ständig Gruppierungen, werden zu Doppelsternen und kollidieren oftmals miteinander. Spannend ist allerdings, dass die Forschenden die Sternkollision in der Blau-Ring-Phase ausfindig gemacht haben. Diese Phase hält nur sehr kurz an und ist nur alle tausend bis hunderttausend Jahre sichtbar.

Ein weiterer Faktor, der den Astronomen in die Karten spielt, ist, dass die Doppelstern-Kollision aus der richtigen Perspektive aufgenommen wurde. Oftmals kann die Blau-Ring-Phase nämlich gar nicht gesehen werden. Du fragst dich, welche Materialien bei solch einer Kollision eigentlich zusammentreffen? Hier erklären wir dir, was Sterne eigentlich sind.

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