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Wie oft Bettlaken waschen? Forscher empfehlen überraschende Regel

Bettwäsche waschen, darf gern häufiger in Angriff genommen werden.
Bettwäsche waschen, darf gern häufiger in Angriff genommen werden.
Foto: GettyImages/chingyunsong
Artikel von: Dana Neumann
Die eigene Bettwäsche zu waschen, sollte laut Expert:innen einer sehr speziellen Routine folgen. Diese könnte durchaus von dem abweichen, was dir bekannt ist.

Du nutzt Bettlaken und Co. jede Nacht über Stunden. Dabei fällt dir wahrscheinlich nicht einmal auf, wie viel Dreck und Flüssigkeiten eigentlich beim Schlafen in den Textilien landen. Es lohnt sich allerdings darüber nachzudenken, denn die Wahrheit ist ziemlich unangenehm. Kein Wunder, dass Expertinnen und Experten dazu raten, etwas anders vorzugehen, wenn du Bettwäsche waschen willst.

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Endlich richtig Bettwäsche waschen: So oft ist es empfohlen

Der deutsche Textilreinigungs-Verband e.V. empfiehlt, Bettdecken gründlich nass zu reinigen, je nach Möglichkeit am besten ein- bis zweimal pro Jahr. Bei Laken und Bezügen sieht es da natürlich deutlich anders aus. Aber auch hier unterscheiden sich die Empfehlungen. Eine Art goldene Regel lautet, die Textilien alle zwei Wochen zu wechseln. Geht es nach der Wissenschaft reicht das aber nicht aus. Mediziner:innen raten dazu, einmal pro Woche die Bettwäsche zu waschen.

Dass du Bezüge, Laken und Co. regelmäßig reinigen solltest, wird schnell klar, wenn du dir Folgendes vor Augen führst: Innerhalb eines Jahres verliert der Mensch rund 180 Liter Flüssigkeit, die sich im Bett und damit auch der Bettwäsche ablagert. Dazu kommen Fette und Hautschuppen, von denen sich wiederum Milben hervorragend ernähren können. Diese wohnen nicht nur in deinem Schlafgemach, sondern hinterlassen zusätzlich noch ganz eigenen Dreck. Bis zu 10.000 der Spinnentiere können sich in einem verunreinigten Bett tummeln.

Bettdecke und Kissen für Pilze und Bakterien ideal

Neben Hausstaubmilben können sich in deinem Bett aber auch andere Parasiten anfinden. So bilden Feuchtigkeit und Wärme ein perfektes Klima für Bakterien und Pilze. Einer Studie zufolge fanden Forscher:innen des University Hospital of South Manchester heraus, dass vor allem Federkissen und synthetische Kissen für eine schnelle Ausbreitung sorgen. Nach 1,5 Jahren lebten demnach bereits durchschnittlich vier und nach 20 Jahren etwa 17 Pilzarten in der Bettwäsche.

Für die Gesundheit ist das vor allem im Fall von Kleinkindern, kranken und älteren Menschen gefährlich, wie der deutsche Textilreinigungs-Verband e.V. erklärt. Eine Hausstauballergie kann die Folge sein, die sich mit Niesen und Hautausschlag bemerkbar macht. Aber auch immungeschwächte Personen und Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma können bei langzeitigem Kontakt gesundheitliche Probleme bekommen.

Deshalb einmal pro Woche Bettwäsche waschen

Die Dermatologin und Keimexpertin Dr. Annie Gonzalez hält es für absolut sinnvoll, Laken, Bettdecken- und Kissenbezüge bereits alle sieben Tage in die Waschmaschine zu verfrachten, um bestmöglich allen enthaltenen Dreck zu entfernen. Dr. Philip Tierno, Mikrobiologe an der NYU Grossman School of Medicine, geht sogar noch einen Schritt weiter und macht diese Routine davon abhängig, ob ein Matratzenbezug vorhanden ist.

Gibt es keine zusätzliche Barriere zwischen Laken und Matratze, ist die wöchentliche Routine seiner Ansicht nach unerlässlich. In solchen Fälle sammelt die Matratze nämlich durch das ungehinderte Durchsickern vermehrt Flüssigkeiten, Fette und Schuppen an. Eine Abdeckung verhindert dies dagegen und erlaubt ein nur zweiwöchentliches Reinigen der Bettwäsche.

Bettwäsche richtig waschen – Anleitung

Um deine Bettwäsche gründlich zu reinigen, reichen Temperaturen von bis zu 60 Grad. Diese empfehlen sich vor allem für Allergiker:innen, denn sie töten Hausstaubmilben bestmöglich ab. Dafür sind allerdings mehr als 30 Minuten bei 60 Grad notwendig.

  • Bettwäsche waschen bei 30 Grad: Aus hygienischen Aspekten nicht zu empfehlen. Bakterien und Keime können sich dann sogar vermehren. Ist die Bettwäsche aus Mikrofaser oder bedruckt, sind 30 Grad allerdings oft notwendig, um Farbverlust zu vermeiden.
  • Bettwäsche waschen bei 40 Grad: Ist die Verschmutzung eher leicht bis normal, sind 40 Grad optimal und ausreichend.
  • Bettwäsche waschen bei 60 Grad: Um Keimen und Bakterien wirklich keine Chance zu lassen, sind 60 Grad gut. Schon beim Kauf solltest du aber am besten darauf achten, dass diese Temperaturen nicht zu Schäden führen.
  • Bettwäsche waschen bei 90 Grad: Sind die Textilien nicht gefärbt oder aus Leinen, können sie auch problemlos bei 90 Grad gereinigt werden. Nötig ist dies allerdings nicht, denn 60 Grad sind beriets ausreichend für hygienische Sauberkeit.

Tipp: Achte vor dem Waschgang dennoch immer auf die Pflegehinweise von Laken und Co. Für keimfreies Waschen kannst du übrigens noch entsprechendes Desinfektionswaschmittel hinzugeben. Und wer besonders umweltschonend Bettwäsche waschen möchte, schleudert bei 1400 Umdrehungen.

Diese Personen sollten häufiger Bettwäsche waschen

Empfohlen wird eine regelmäßige Reinigung darüber hinaus auch speziellen Personengruppen, weil sie mehr Rückstände hinterlassen als andere. Dazu gehören Menschen:

  • mit Hautproblemen wie Ausschlag oder Akne
  • mit übermäßigem Speichelfluss beim Schlafen
  • die Tiere mit ins Bett nehmen
  • die vor dem Schlafen nicht duschen
  • die nackt schlafen
  • die im Bett essen
  • die stark schwitzen
  • die Asthma oder Allergien haben

Tipps für gesunden Schlaf

Unabhängig davon wie häufig du ab sofort deine Bettwäsche waschen wirst, gibt es noch einige andere Faktoren, die für einen gesunden Schlaf wichtig sind. Gleich 6 Tipps für besseren Schlaf verhelfen dir zu einer verbesserten Routine. Dazu zählt in Einzelfällen auch die beste Schlafposition zur Bekämpfung von Atemstörungen.

Quellen: Textilreinigungs-Verband e.V., Stern, The Healthy, ResearchGate/University Hospital of South Manchester

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