Nur wenig ist angenehmer als das Gefühl, frisch geduscht oder gebadet zu sein. Gleiches gilt bei vielen für gewaschenes Haar. Dabei ist es manchmal eine Gratwanderung, auf welche Art und in welcher Häufigkeit die Pflege erfolgt. Immerhin ist die Frage „wie oft sollte ich meine Haare waschen?“ nicht mit einer allgemeingültigen Regel zu beantworten. Forschende haben aber zumindest einen Weg gefunden, der objektiv und subjektiv als besonders gut gilt.

Goldene Regel? Analyse sagt dir, wie oft du Haare waschen kannst

Eigentlich müsste eines immer gelten: Wie oft wir Haare waschen, sollte in erster Linie von der persönlichen Präferenz abhängig sein. In der Realität sieht das natürlich anders aus, denn allein unterschiedliche Haartypen erfordern unterschiedliche Pflege.

Wer noch auf der Suche nach der passenden Routine ist, kann sich an die Wissenschaft wenden. Geht es nämlich nach den 2021 veröffentlichten Ergebnisse zweier Studien, konnte eine Methode sowohl subjektiv durch die teilnehmenden Proband:innen, also auch durch objektive Kontrollpunkte als empfehlenswert bestätigt werden: 5 bis 6 Haarwäschen pro Woche.

Das wurde untersucht zum Thema Haarwäschen

Um herauszufinden, wie oft Haare zu waschen sind, wurden zwei asiatischen Teilnehmergruppen ohne spezifische Krankheitsbilder die Kopfhaut untersucht. Die Forschenden führten eine epidemiologische Studie durch, um die Auswirkungen der eigenen Waschfrequenzen zu beobachten.

Begleitet wurde diese durch eine kontrollierte Untersuchung der Waschhäufigkeit. Für die Beurteilung zogen die Wissenschaftler:innen in beiden Fällen objektive Maße für den Zustand von Haar und Kopfhaut heran, sowie die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden.

Wie oft Haare waschen? Teilnehmende und objektive Beobachtungen stimmen überein

Bei der Ausführung der epidemiologischen Studie zeigten die Proband:innen die meiste Zufriedenheit mit dem Zustand ihrer Haare und Kopfhaut, wenn sie sich 5 bis 6 Mal wöchentlich die Haare gewaschen hatten.

Diese Beobachtung konnte neben den subjektiven Einschätzungen auch objektiv belegt werden. Die kontrollierten Haarwäschen zeigten ebenfalls, dass eine fast tägliche Waschkur einer wöchentlichen Routine in allen Fällen überlegen war. Zudem waren keine schädlichen Effekte auf das Haar bei diesem Häufigkeitslevel erkennbar.

Als Schlussfolgerung geben die beteiligten Wissenschaftler:innen an, dass eine höhere Frequenz sowohl vorteilhafter ist, als auch unter den asiatischen Teilnehmenden bevorzugt wird. Bedenken einer „Überreinigung“ waren den Ergebnissen zufolge subjektiv und objektiv unbegründet.

Übrigens: So oft wäscht sich Deutschland die Haare

Eine Umfrage aus dem Jahr 2016 zum Thema ergab (via Vice), dass sich (zumindest damals) jede:r dritte Deutsche tatsächlich täglich die Haare wäscht. Knapp ein Drittel tut dies demnach immerhin an jedem zweiten Tag. Das heißt die durch die obigen Studien genannte Routine wird in vielen Bereichen bereits gelebt. Vor allem Männer (43 Prozent) gehören dabei übrigens zu den täglichen Waschfanatikern. Unter den befragten Frauen waren es nur 24 Prozent.

Was passiert, wenn ich 1 Woche nicht Haare wasche?

Es gibt eine Bewegung unter Haar-Fans, die No-Poo-Bewegung (Abkürzung für „no shampoo“), die darauf schwört, dass auch bei der Haarwäsche weniger mehr ist. So soll es Vorteile haben, längere Zeit darauf zu verzichten. Eine Begründung sind Inhaltsstoffe in vielen Produkten wie Sodium Laureth Sulfate (SLS), Paraffinöle, Silikone und Parabene, die einen schlechten Ruf haben.

Angebliche Vorteile durch weniges Haarewaschen

  • Das Haar fettet nicht mehr so schenll nach
  • Es muss nur noch maximal einmal pro Woche gewaschen werden
  • Entgiftung des Haars
  • Reaktivierung der eigenen Selbstreinigungskräfte

An Ende soll das Haar aus eigener Kraft wieder glänzen und gesund aussehen. Vorher gilt es aber, die erste Phase ohne Shampoo zu überstehen. Das soll mindestens zwei, aber eher vier bis sechs Wochen dauern. Dann nämlich lernen die Talgdrüsen nach und nach, weniger Talg zu produzieren.

Was passiert, wenn ich meine Haare länger nicht wasche?

Wer dagegen einige Zeit komplett auf gewöhnliche Haarwäschen verzichtet oder zum Beispiel nur Trockenshampoo verwendet, könnte über kurz oder lang gleich mehrere Probleme bekommen. Wenn du deine Haare nämlich länger nicht wirklich wäschst, trocknet deine Kopfhaut aus. Ohne regelmäßige Reinigung, setzt sich der Schmutz ab und entzieht deiner Kopfhaut die Feuchtigkeit. Aber auch andere Folgen sind denkbar:

  • Deine Kopfhaut juckt.
  • Das Haar beginnt zu riechen.
  • Du verlierst an Volumen.
  • Dein Haar wird stumpf und der Glanz geht verloren.
  • Du bekommst schneller Kopfschmerzen (Der Grund: Fettiges Haar wird oft zum Zopf oder Dutt gebunden. Da es aufgrund des öligen Films schwerer ist, zerrt die Frisur stärker an den Haarwurzeln).

Wie gut ist Trockenshampoo für die Haare?

Hast du nur das Haarewaschen mit Wasser satt, kannst du auf Trockenshampoo ausweichen. Das spart Zeit, nimmt überschüssiges Fett auf, lässt das Haar frisch erscheinen und gibt guten halt für die Frisur.

Dabei gibt es aber auch hier geteilte Meinungen. So glauben einige Expert:innen, dass das Produkt eher schädlich für deine Haare ist. Es soll der Kopfhaut schaden und auch zu Haarausfall führen können, wie Freundin berichtet.

Die Gefahr besteht zwar, das allerdings eher im Extremfall, also wenn du langfristig ausschließlich auf Trockenshampoo zurückgreifst. Das verstopft die Poren und kann Entzündungen auslösen.

Vorgehen beim Haarewaschen: Achte zunächst auf deinen Haartyp

Wie es mit Studien so ist, repräsentieren wenige Exemplare nicht immer auch die allgemeine wissenschaftliche Ansicht zu einer Problematik. Es handelt sich damit nicht um eine allgemeingültige Regel. Schädlich ist tägliches Haarewaschen aber zumindest nicht. Shampoos sind inzwischen mit milden Inhaltsstoffen versetzt, die genau darauf ausgerichtet sind.

Suchst du trotzdem eine eher individuell auf dich abgestimmte Waschroutine, kannst du genauer auf deinen Haartyp schauen. Je nach Struktur gibt es einzelne Empfehlungen. Der Grund: Feines Haar zum Beispiel liegt enger an deiner Kopfhaut an und kommt daher schneller in Kontakt mit Talg und Hautfett. Bei Locken und welligem Haar sieht die Sache schon wieder ganz anders aus, weil es sich mehr von der Kopfhaut abhebt. Auf der anderen Seite neigt lockiges Haar öfter zu Trockenheit, wobei zu häufiger Wasserkontakt wiederum schädlich sein kann.

  • Trockenes Haar: 1 bis 2 Mal pro Woche
  • Fettiges Haar: jeden 2. Tag
  • Feines, gerades Haar: tägliche Haarwäsche
  • Locken: 1 Mal pro Woche

Weitere Kriterien, die deine Waschroutine beeinflussen können, sind Länge und Farbe, dein Hauttyp, Umwelteinflüsse und die Produkte, die du verwendest. Sie alle wirken sich darauf aus, wie schnell dein Haar fettet oder austrocknet.

Achtung: Rothaarige haben womöglich einen Nachteil beim Haare waschen

Auf Menschen mit roten Haaren könnte die folgende wissenschaftliche Erkenntnis zutreffen. So sollen Rothaarige empfindlicher auf heiße und kalte Temperaturen reagieren. Das zumindest zeigte eine Studie aus dem Jahr 2006. Beim Haare waschen kann es deshalb vielleicht ratsam, sein darauf zu achten.

Interessanterweise sind Rothaarige derselben Untersuchung zufolge dafür aber deutlich weniger empfindsam bei Schmerzen durch Elektroschocks und Nadelstiche. Zudem sollen sie anders auf Schmerzmittel reagieren und bei medizinischen Eingriffen eine höhere Betäubungsdosis benötigen.

Wie am besten die Haare waschen?

Neben der Frage, wie oft du Haare waschen solltest, stellt sich womöglich auch jene nach der Art und Weise. Hierzu geben Expertinnen und Experten spezielle Empfehlungen. So soll es in Abhängigkeit vom Haartyp zum Beispiel einen bestmöglichen Zeitpunkt zum Reinigen geben.

  • Fettige und/ oder feine Haare: morgens waschen, Shampoo vor allem auf den Haaransatz geben und Schaum in die Spitzen laufen lassen
  • Dickes Haar/ Locken: abends waschen, wenn mehr Zeit zum Trocknen benötigt wird (am Morgen ist dann nur noch nachstylen nötig)

Noch vor dem Haarewaschen: Tu das

Noch bevor es überhaupt an den Waschvorgang geht, kannst du dein Haar optimal darauf vorbereiten. Dazu zählen unter anderem die folgenden Schritte.

  • Gut kämmen: Willst du Reste von Stylingprodukten entfernen, aber auch verhindern, dass sich beim Waschen Knoten bilden, kämm dein Haar im Vorfeld gut durch.
  • Richtiges Shampoo für deinen Haartyp: Weißt du nicht, welches Shampoo zu dir passt, kannst du einen Test machen. Wasche deine Haare drei Tage lang nicht und schaue, ob sie fettig oder trocken sind. Danach kannst du auswählen, welches Produkt du nimmst. Aber auch, ob dein Haar zum Beispiel coloriert ist, spielt eine Rolle.
  • Achte auf die Menge des Shampoos: Weniger ist mehr, denn viel Schaum macht dein Haar nicht zwingend sauberer. Und auch die Intensität der Pflege erhöht sich dadurch nicht. Eine kleine Portion reicht in der Regel.

Haare richtig waschen (Anleitung)

Fehlt es dir dann noch an der richtige Routine für das Haarewachen, kannst du folgendermaßen vorgehen:

  • Feuchte das Haar mit lauwarmem Wasser an.
  • Schäume den kleinen Klecks Shampoo auf. In der Größe einer Mandel oder Haselnuss bei kurzem bis mittellangem Haar. Bei langem Haar gib nach und nach kleine Mengen in die Hand und verteile sie auf deinem Kopf.
  • Massiere diesen in den Haaransatz, die Kopfhaut und das restliche Haar. Lasse es kurz einwirken.
  • Spüle alles gründlich mit lauwarmem Wasser aus. Es sollten keine Reste mehr vorhanden sein. „Quietscht“ dein Haar beim Durchkneten, ist es sauber.
  • Spüle anschließend mit kaltem Wasser nach, das schließt die Haarschuppen und regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
  • Zum Schluss kannst du einen Conditioner verwenden, der sich wie ein pflegender Schutz um dein Haar legt. Diesen spülst du wieder mit lauwarmem Wasser aus.

Tipp: Wenn du deine Haare am Abend wäschst, sparts du morgens nicht nur Zeit. Da das Haar abends mehr Zeit zum Trocknen hat, schonst du es sogar noch. Das schnelle und heiße Föhnen am Morgen kann nämlich schädlich sein.

Wie Haare am besten pflegen? (Tipp)

Damit deine Haare nach dem Waschen nicht zu sehr austrocknen, kannst du schon vor dem eigentlichen Trocknen Haarprodukte auftragen. Diese gibt es inzwischen zahlreich, die richtigen für dich zu finden, ist entsprechend mit Aufwand verbunden. So kannst du beispielsweise für die Spitzen auf Haaröl setzen oder eine Leave-In-Haarkur auftragen, die das durch das Waschen aufgeraute Haar versiegelt.

Haare richtig trocknen (Anleitung)

Im Anschluss an die Haarwäsche kommt noch das Trocknen. Auch hierbei gibt es Tipps und Empfehlungen von Expert:innen.

  • Wickle das nasse Haar in ein Handtuch ein. Dabei gilt nur andrücken, nicht rubbeln. Das Handtuch nimmt die Feuchtigkeit auch ohne Schrubben auf.
  • Käme das feuchte Haar vorsichtig, um eventuelle Knoten zu lösen.
  • Föhnst du deine Haare, achte auf eine nicht zu heiße Einstellungen.

Tipp: So oft solltest du Handtücher wechseln

Achtung: Gehst du mit noch feuchtem Haar ins Bett, kann das die Schuppenbildung fördern. Dann nämlich gedeihen Mikroorganismen besser, was unter Umständen zu Hautirritationen führt.

Quellen: Skin Appendage Disord: „The Impact of Shampoo Wash Frequency on Scalp and Hair Conditions„, activebeauty.at

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