Ein Schwarzes Loch, das extrem gekippt ist, lässt derzeit Astronominnen und Astronomen rätseln. Es hat einen Kippwinkel, den es theoretisch nicht geben solle.

Schwarzes Loch ist ungewöhnlich

Das Schwarze Loch namens MAXI J1820+070 ist ungefähr 10.000 Lichtjahre von uns entfernt. Ein Forschungsteam beobachtete, dass seine Rotationsachse um mehr als 40 Grad auf seiner Bahnebene gekippt ist. Damit ist es der bisher größte bekannte Kippwinkel, den Wissenschaftler:innen bei Schwarzen Löchern kennen. Bisher gingen sie davon aus, dass die Rotationsachse in einem System, wie dem beobachteten, senkrecht zur Bahnebene liegt.

Diese „starke Abweichung“ muss während der Entstehung des Schwarzen Lochs entstanden sein, so die Forschenden im Fachblatt Science. MAXI J1820+070 ist aus einem massenreichen Stern entstanden. Nachdem dessen Energievorrat aufgebraucht war, explodierte er und es entstand eine gewaltige Supernova. Das Innere des Sterns stürzte wohl zu einem Schwarzen Loch zusammen und wurde zu MAXI J1820+070.

In dessen Nähe befindet sich ein weiterer Stern, der mit dem Schwarzen Loch um den gemeinsamen Schwerpunkt kreist. Dabei entreißt dieser dem Partnerstern aufgrund seiner starken Schwerkraft Materie. Diese sammelt sich in einer rotierenden Scheibe um MAXI J1820+070. Ein Teil davon fällt aus der Scheibe in das Innere des Schwarzen Lochs. Ein anderer Teil wird durch Magnetfelder umgeben und in zwei gebündelten Strahlen aus den Polen des Schwarzen Lochs ins All geschossen.

Rotationsachse bislang nicht erklärbar

Dass die Rotationsachse des Schwarzen Lochs um mindestens 40 Grad gegen die erwartete Richtung gekippt ist, lässt sich laut der Forschenden bisher nicht erklären – zumindest nicht im Rahmen der Theorie zur Entstehung und Entwicklung von Schwarzen Löchern.

Die Astronominnen und Astronomen wollen nun weitere Schwarze Löcher untersuchen. Sie wollen sehen, ob sie weiter große Neigungswinkel finden.

Quelle: „Black hole spin-orbit misalignment in the x-ray binary MAXI J1820+070“ (Science, Februar 2022)

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