Start-ups 

Bauantrag für Google-Campus in Berlin abgelehnt

Im ehemaligen Umspannwerk Kreuzberg soll der neue Google Campus entstehen.
Im ehemaligen Umspannwerk Kreuzberg soll der neue Google Campus entstehen.
Foto: dpa/Wolfgang Kumm
Ursprünglich wollte der Tech-Konzern Ende des Jahres ein Start-up-Zentrum in Berlin-Kreuzberg eröffnen. Jetzt hapert es an der Baugenehmigung.

Im Umspannwerk an der Ohlauer Straße in Berlin-Kreuzberg will Google einen weiteren Start-up-Campus aufbauen (futurezone.at berichtete). Es soll das weltweit siebte Zentrum werden, mit dem der US-Tech-Konzern plant, Unternehmensgründer zu unterstützen.

Nun gibt es allerdings Probleme mit der Baugenehmigung: Der Bauantrag sei abgelehnt worden, wie der Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, Julian Schwarze, der Tageszeitung neues deutschland sagte. Gründe dafür seien der Immissionsschutz und die geplante bauliche Dichte, so Schwarze. Bestätigt wurde die Verzögerung durch Florian Schmidt (Grüne) aus dem Büro des Baustadtrats von Friedrichshain-Kreuzberg.

Geschossflächenzahl überschritten

"Befürchtet wird vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unter anderem eine zu große Lärmbelästigung der Nachbarschaft durch Veranstaltungen", erläutert Schwarze. "Durch das geplante Einziehen einer zusätzlichen Etage in den historischen Bau wäre auch die für die Gegend festgelegte Geschossflächenzahl überschritten", sagte der Bezirkspolitiker weiter. Ob auch das Landesdenkmalamt Einwände gegen den Bau des Google-Zentrums erhoben hat, ist noch unklar.

Google-Sprecher Ralf Bremer wollte auf Anfrage von neues deutschland einen abgelehnten Bauantrag nicht bestätigen. "Wir freuen uns weiterhin auf den Campus Berlin im Umspannwerk, dessen Umbau, wie im November angekündigt, weiter voranschreitet", kommentierte er die Anfrage. Weiterhin arbeite man eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die Historie des Gebäudes zu schützen und es "im Sinne des Projekts und der Umgebung hervorzuheben".

Wenig begeisterte Anwohner

Die Anwohnerinitiative Bizim Kiez missbilligt den Bau des Start-up-Zentrums. "Es wird also noch hipper für die mobile-verrückten und hemmungslos endsolidarisierten Disruptions-Jünger der New Economy, hier in Kreuzberg zu leben und zu arbeiten", sagte Magnus Hengge von der Initiative. Man wolle die Gestaltungsmacht über die Stadt nicht in die Hände von Strategen ohne lokale Verankerung legen und werde sich wehren.

"Es gibt Negativbeispiele in San Francisco. Dadurch, dass solche Projekte mitten in die Kieze reinkommen, verändert sich die ganze Infrastruktur im Bezirk", sagt wiederum Anwohner Konstantin Sergiou dem neuen deutschland.

Müller: "Ein guter Tag für Berlin"

Zur der Bekanntgabe Googles, seinen siebten Campus in Berlin anzusiedeln, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im November: "Heute ist ein guter Tag für Berlin. Mit dem Campus Berlin entsteht in unserer Stadt ein neuer Ort der Kooperation, der Kreativität und des Entrepreneurship." Nach Angaben des rbb beschäftigt der US-Konzern bundesweit 1.100 Mitarbeiter: 500 in der Deutschland-Zentrale in Hamburg, weitere 500 am Entwicklungsstandort in München, 75 in Berlin und 20 in Frankfurt am Main.

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