Am Mittwoch gab Dr. Bengio bekannt, dass er dem Legal Tech-Start-up Botler AI in einer beratenden Funktion zur Seite stehen wird. Das Unternehmen aus Montreal betreibt eine kostenlosen Chatbot, um Nutzern als Rechtsberater für Prozeduren bei der Einwanderung zu assistieren.

Bengio sagte, dass er KI in eine Richtung entwickelt sehen möchte, in der sie einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat. Die Arbeit von Botler AI ist für ihn ein Bereich, in dem solch eine nutzenbringende KI passieren muss. „Deep Learning könnte helfen, Menschen, die sonst keinen Zugang haben, einen bezahlbaren oder sogar kostenfreien Rechtsbeistand zu bieten“, erklärt Bengio.

Botler entstand aus Eigenbedarf

Der Botler-Chatbot ist ursprünglich allerdings aus anderen Beweggründen entstanden. Firmengründer Amir Moravej ist ein Software-Ingenieur aus dem Iran, der in Kanada studiert hat. Nachdem siene Arbeitserlaubnis erloschen war, sah er sich selbst mit den bürokratischen Prozessen der Einwanderung konfrontiert. Moravej hoffte, dass ein Chatbot ihm selbst und anderen dabei helfen würde.

US-Einwanderungspolitik schuf Zielgruppe

Konfrontiert mit einer überwältigenden Masse an Informationen, die schwer zu analysieren war, fand er die Inspiration für Botler. Im Februar wurde schließlich der Chatbot gelaunchet, der User durch den gesamten Prozess ihres Einwanderungsantrages begleitet. „Das Hauptziel zu dieser Zeit war es, Studenten zu helfen, die von den Änderungen in der US-Einwanderungspolitik betroffen waren“, sagt Moravej.

Momentan ist Botler nur regional aktiv

Im Moment bietet Botler nur Rat für jene, die sich um den Wohnsitz in Quebec bewerben, aber Moravej plant eine signifikante Ausweitung. Mithilfe von Dr. Bengio Expertise sollen bei Botler das natürliche Sprachverständnis, die Bilderkennung und die Dokumentenklassifikation gestärkt werden. Ziel ist erst einmal ein allgemeiner Chatbot im Rechtsbereich, der auch mehrere Sprachen versteht.

Nach Einwanderung weitere Rechtsgebiete

Langfristig sollen aber auch Gebiete außerhalb von Einwanderung dazu kommen: „Das komplette Rechtssystem und die rechtlichen Prozesse sind für den gewöhnlichen Verbraucher sehr verwirrend. Die einzige Alternative ist es momentan, einen Anwalt anzuheuern, der sehr teuer werden kann. Wir wollen Rechtsbeistand absolut erschwinglich, oder in vielen Fällen auch für jeden kostenfrei machen.“

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