Start-ups 

Bits & Pretzels: Ein "Pep Talk" von Stefan Raab

Stefan Raab war der Stargast bei der diesjährigen Ausgabe von Bits&Pretzels.
Stefan Raab war der Stargast bei der diesjährigen Ausgabe von Bits&Pretzels.
Foto: Dana Neumann
Viel Gelächter und ernstzunehmende Ratschläge für Gründer prägten die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Start-up-Festivals. Mit dabei war Entertainer Stefan Raab.

"Courage" ist das stetige Motto für die Gründerkonferenz Bits & Pretzels. Auf der Eröffnungsveranstaltung fielen daher kräftige Schlagworte wie "work your Way", "Setze auf diejenigen, die nicht aufgeben", "Hab keine Angst, zu scheitern, lerne davon" und natürlich "always think big".

Die Gründer des Festivals, Andreas Bruckschlögl, Felix Haas und Bernd Storm van's Gravesande, sowie Gastsprecher Stefan Raab unterstrichen das Motto daher mit Anekdoten aus dem eigenen Leben, die nicht ihre Erfolge, sondern die Misserfolge, die unweigerlich dazu gehören, in den Vordergrund stellten. Stefan Raab nutzte dies, mit Blick auf die zahlreichen, hoffnungsvollen Gründer und Investoren im Publikum, scherzhaft als ein Mittel "sich mit den Anwesenden zu solidarisieren".

Nicht bloß Gags

Gerade Raab, der Vielen als "Blödelbarde" und Spaßmacher im Gedächtnis geblieben ist, verpackte in seiner durchaus amüsanten Rede gekonnt wichtige Hinweise. Eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der Ansatz, aus Negativem die positiven Dinge extrahieren zu können, gehören beispielsweise dazu.

Wichtig sei auch, dass man die eigene Unternehmung nicht immer an den Erfahrungen anderer messen sollte. So gäbe es "immer jemanden, der mehr drauf hat als man selbst", im Endeffekt ist "die Königsdisziplin aber nicht das Spezialistentum, sondern die Vielseitigkeit", die jemand unter Beweis stellen kann. Aus diesem Grund müssten Gründer auch ab und an Wege beschreiten, von denen ihnen erfahrene Unternehmer und Investoren möglicherweise abraten.

Stafen Raab a.k.a. MC Behämmert

Ein Beispiel für den eigenen Misserfolg brachte Raab in Form von "MC Behämmert", den er 1989 in Anlehnung an MC Hammer ("Can't touch this") erschuf. Dessen Titelsong "Ich bin behämmert" sollte ihm bei seiner Bank als Businessplan zu einer Finanzspritze von damals 80.000 Mark verhelfen. Raab hatte sich in den Kopf gesetzt, Musikproduzent zu werden. Das Projekt schlug erwartungsgemäß fehl, Raab aber empfand MC Behämmert als eine großartige Idee, die er weiterverfolgen musste. Den Schlusstrich darunter zog schließlich das Treffen mit einer Plattenfirma, die MC Behämmert aus professioneller Sicht als "Bullenscheiße" einstufte. Seiner Laufbahn als Musikproduzent hat es letzten Endes aber nichts geschadet.

Hartnäckigkeit, Neugier und ständig in Bewegung bleiben, so die abschließenden Ratschläge, die Raab den Start-ups und Gründern im Publikum mit auf den Weg gab. Den "Enthusiasmus der ersten Stunde" zu nutzen, ist dem Entertainer zufolge besonders essentiell, weil viele gute Ideen durch zu lange Gespräche darüber gar nicht erst in Angriff genommen würden. Am wichtigsten sei es jedoch, nur etwas zu machen, das man persönlich auch gut findet. Man könne einfach nicht wissen, was andere mögen. Dazu gehöre es, auszuprobieren, worauf man Lust hat, selbst wenn die Expertise (noch) nicht vorhanden ist und man der eigenen Linie damit nicht treu bleibt.

Start-ups 

Start-up-Konferenz Bits & Pretzels: Promis und Großkonzerne

Ab Sonntag kommen in München wieder Gründer und Investoren auf dem Start-up-Festival Bits & Pretzels zusammen.
Ab Sonntag kommen in München wieder Gründer und Investoren auf dem Start-up-Festival Bits & Pretzels zusammen.
Foto: Matthias Balk / dpa

Stefan Raab und Kevin Spacey sind nicht die einzigen prominenten Gäste auf der Gründerkonferenz. Interessant ist vor allem, dass sich große Unternehmen unter die Start-ups mischen.

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