Gerade noch hat Elon Musk mit den Starts der Falcon Heavy und der Falcon 9 Schlagzeilen gemacht, da bahnt sich vielleicht das nächste große Ding der Raumfahrt-Branche an: Das US-amerikanische Start-up SpinLaunch will Weltraumfracht künftig mit Katapulten in den Erdorbit befördern. In einer ersten Finanzierungsrunde plant das Unternehmen die Einnahme von circa 30 Millionen US-Dollar.

Massive Einsparungen

Auf den ersten Blick fühlt man sich wohl ans Mittelalter, wenn nicht sogar an die Antike, erinnert. Historiker ordnen die Entstehung des ersten Katapults um 400 v.Chr. im antiken Griechenland ein – damals wurde es jedoch nicht zum Transport, sondern vielmehr für die Belagerung oder Verteidigung von Städten genutzt. Im Mittelalter änderte sich an diesem Verwendungszweck nicht viel.

Dennoch ist die Idee des Start-ups SpinLaunch gar nicht so abwegig, wie es zunächst den Anschein haben mag. Tatsächlich könnte man mit Hilfe eines Katapults auf die Verwendung großer Trägerraketen verzichten. Infolge dessen müsste man auch nicht mehr – oder nur noch in kleinen Maßen – auf chemische Antriebsstoffe zurückgreifen und könnte somit nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch auf finanzieller Ebene massiv sparen.

Der Vorhang ist gefallen

Bis vor kurzem waren über SpinLaunch kaum nennenswerte Details bekannt. Auch die Website des Start-ups ist passwortgeschützt und in Job-Börsen ist lediglich die Rede von einem „schnell wachsenden Raumfahrt-Start-up“. Nun hat sich jedoch Jonathan Yaney, der CEO von SpinLaunch, gegenüber TechCrunch bezüglich seiner Zukunftspläne und Beweggründe geäußert.

Yaney investiert bereits seit dem Jahr 2000 in verschiedene Start-ups und auch bei der Gründung von SpinLaunch im Jahr 2014 ging er mit einer Million US-Dollar mit. Er erklärt, dass herkömmliche Raketen in der Regel solche Massen an Treibstoff mit sich führten, dass für die tatsächlich relevante Fracht kaum noch Platz bleibe.

Das Ziel: Kosten minimieren

Ziel des Unternehmens ist es, die Kosten für den Start einer „Rakete“ so gering wie möglich zu halten. So werden pro Start weniger als 500.000 US-Dollar angestrebt. Zum Vergleich: Der Preis für den Start einer herkömmlichen Rakete beläuft sich auf zwischen fünf und 100 Millionen Dollar. Sollte SpinLaunch also die geplanten Ziele durchsetzen, dann könnten sie zu einem durchaus nennenswerten Wettbewerber werden.

Widerstände überwinden

Wissenschaftler, die Einblick in die Methoden des Unternehmens erhalten haben, sehen die Hauptproblematik der Planung im Luftwiderstand, der nach dem Start auf die Fracht einwirkt. Im Gegensatz zum mehr oder minder gemächlichen Startvorgang herkömmlicher Raketen, würden die Kapseln von SpinLaunch beim Abschuss dermaßen beschleunigt, dass die Erdatmosphäre – ebenso wie bei einem Sprung aus großer Höhe auf eine Wasseroberfläche – zu erhärtetem Beton würde. Dazu kommen die enormen G-Kräfte, die während des Startvorgangs auf die Fracht sowie die technischen Systeme des Flugkörpers einwirken würden.

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Bislang hat sich SpinLaunch daher nicht nur auf die Konstruktion der Abschussvorrichtungen konzentriert, sondern ebenfalls einen großen Schwerpunkt auf die aerodynamische Form der Flugkörper gesetzt. Denn nur wenn die Widerstände minimiert und überwunden werden, kann das Unternehmen seine geplanten Ziele erreichen und die Raumfahrt in Kosten und Schadstoffausstoß revolutionieren.

futurezone hat bereits bei SpinLaunch weitere Informationen und Bilder angefragt.

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