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Start-up öffnet mit Geld-Streaming neue Anwendungen der Blockchain

Die Artis-Blockchain soll völlig neue Abrechnungsmodelle ermöglichen.
Die Artis-Blockchain soll völlig neue Abrechnungsmodelle ermöglichen.
Foto: Artis
Mit Hilfe der Artis-Blockchain will das Start-up lab10 live-Transaktionen ermöglichen. Damit würde es völlig neue Abrechnungsmodelle bereitstellen.

Eine Überweisung funktioniert mit herkömmlichen Währungen relativ ähnlich wie mit Kryptowährungen: Ein bestimmter Geldbetrag wird zu einem bestimmten Zeitpunkt von A nach B gebucht. Diesen Vorgang will das Grazer Start-up lab10 mit seiner Artis-Blockchain und der Streems-Technologie durchbrechen und quasi ein Livestreaming für Geld anbieten, bei dem das Geld so lange fließt, wie eine Leistung oder ein Service in Anspruch genommen wird.

Streems ist "Bezahlen in Echtzeit"

Ein Beispiel: Frau A hat Solarzellen auf dem Dach ihres Hauses und produziert Energie. Die überschüssige Energie bietet sie über das Stromnetz zum Verkauf an. Herr B benötigt genau in diesem Moment Energie. Hier könnte dann die Streems-Technologie ins Spiel kommen. Über Blockchain-basierte Smart Contracts wird unter anderem automatisch vertraglich festgelegt, wie viel die Energie kostet.

Stimmt Herr B zu und bezieht Energie von Frau A wird über die Artis-Blockchain Geld zum vorher definierte Preis von Herrn B an Frau A gestreamt und zwar genau so lange wie Herr B die Energie von Frau A verbraucht. "Geld wird nicht mehr überwiesen, es fließt regelrecht", erklärt Thomas Zeinzinger, CEO von lab10 im Gespräch mit futurezone. "Sozusagen ist Streems Bezahlen in Echtzeit"

Neue Abrechnungsmodelle

Derartige Beispiele bei denen die sogenannten Streems zum Einsatz kommen könnten, gäbe es Unzählige, sagt Zeinzinger. Etwa im Bereich der Sharing-Economy, bei Car- oder Bike-Sharing, bei Musik- und Videostreamingservices, beim Laden von E-Autos, Videospielen und vor allem bei sämtlichen Abo-basierte Geschäftsmodellen. "Unsere Technologie ermöglicht völlig neue Abrechnungsmodelle", sagt Zeinzinger. Dadurch sollen Abo-Angebote etwa für Medien-Unternehmen wesentlich attraktiver werden als bisher.

Um das zu schaffen, will lab10 den Nutzern über die Artis-Infrastruktur so genannte One-Click-Subscriptions ermöglichen, also mit einem Klick ein Abo abzuschließen. "Bei typischen Bezahlprozessen dieser Art, sind in der Regel mehr als 50 Klicks notwendig", erklärt Zeinzinger. "Bei unserer Lösung muss man sich weder registrieren noch Zahlungsdaten eingeben, was auch Anonymität garantiert." Das sei vor dem Hintergrund der DSVGO auch für Unternehmen ein nicht zu vernachlässigender Vorteil.

Wesentlich schneller als Ethereum

Artis befindet sich seit gut einem Jahr in der Entwicklung und baut auf dem Source Code von Ethereum auf, verwendet allerdings einen anderen Konsens-Algorithmus. Der Proof-of-Stake-Konsens von Tendermint soll für die Artis-Blockchain nicht nur das Problem der Skalierbarkeit lösen, es fallen dadurch auch geringere Transaktionskosten an und auch der Energieverbrauch ist wesentlich niedriger als bei anderen Lösungen. "Durch den Konsens-Algorithmus von Tendermint ist Artis zehn bis hundert Mal so schnell wie Ethereum", erklärt Zeinzinger.

Da ARTIS mit Ethereum kompatibel ist, lassen sich auch dApps und Smart Contracts aufbauen. "Unsere ARTIS-Blockchain stellt eine skalierbare und funktionale Infrastruktur zur Verfügung, auf der smarte Abo-basierte Applikationen aufbauen können. Mit maximaler Usability wollen wir damit in der Welt der Krypto-Ökonomie das schaffen, was Amazon mit seinem "1-Click Checkout" im Internet schon vor zwanzig Jahren zum Durchbruch verholfen hat", sagt Zeinzinger.

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Die Betriebsmittel für die Artis-Blockchain sind die ATS-Coins, deren Bezeichnung nicht zufällig an den alten Schilling erinnert. Die Applikationen, die auf Artis aufbauen, werden ihren eigenen Token verwenden. Diese applikationsspezifischen Tokens werden einen Weg finden müssen, um künftig gegen Währungsschwankungen immun zu sein. Denn Wertschwankungen, wie sie derzeit bei Kryptowährungen vorkommen, machen jegliches Zahlungsmittel unbrauchbar.

Dieser Artikel erschien zuerst bei futurezone.at.

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