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"X-Men: Dark Phoenix" macht Minus von 100+ Millionen Dollar

Sophia Turner muss bei den Rezensionen zu "X-Men: Dark Phoenix" ähnlich konsterniert geschaut haben wie ihre Filmfigur...
Sophia Turner muss bei den Rezensionen zu "X-Men: Dark Phoenix" ähnlich konsterniert geschaut haben wie ihre Filmfigur...
Foto: imago images / ZUMA Press
Die Kritiker haben "X-Men: Dark Phoenix" verrissen. Jetzt ist der Film an den Kinokassen gefloppt und beschert seinem Studio ein Minus von mehr als 100 Mio. Dollar.

2000 lieferte der erste “X-Men” unter der Regie von Bryan Singer so etwas wie eine Initialzündung für die moderne Ära des Special-Effects-geladenen Superheldenfilms. Er war ein unerwarteter Kassenerfolg und ebnete den Weg für die immer spektakuläreren Leinwand-Abenteuer von Spider-Man & Co. 19 Jahre später kommt nun mit “X-Men: Dark Phoenix” schon der zwölfte Film aus dem fiktionalen Universum in die Kinos. Doch nach einer heftigen Klatsche von der internationalen Kritik floppte der Film und verschuldete so ein massives Minus für das produzierende Studio Fox...

Wird “X-Men: Dark Phoenix” ein enttäuschendes Finale?

Es sollte ein besonders feuriges Finale und ein großes Dankeschön an die Fans werden. Ein wehmütiger Abgesang unter der Leitung von Regiedebütant Simon Kinberg, der bereits die letzten drei “X-Men”-Filme als Drehbuchautor verantwortete. Auch sollte es der letzte "X-Men"-Film vom Produktionsstudio Fox werden, das unlängst an Disney verkauft wurde und damit auch seine Superhelden (u.a. auch Deadpool und Fantasic Four) bald an das Disney-Studio Marvel abgeben würde.

Doch von den Kritikern hagelt es vor dem Startwochenende nur Verrisse. Und auch die Fans waren enttäuscht. In den USA kam der Film bei der repräsentativen CinemaScore-Umfrage nur auf die Durchschnittsnote "2-" – das schlechteste Ergebnis für einen Franchise-Film.

Bislang galten “X-Men: The Last Stand” (2006) und “X-Men: Apocalypse” (2014), beide auch geschrieben von Simon Kinberg, als die schlechtesten Filme der Reihe. Zu saft- und kraftlos kamen diese Filme daher und konnten ihren zentralen Konflikt nicht überzeugender dramatisieren als mit ausufernden Materialschlachten.

Die Geschichte, die Simon Kinberg in “X-Men: Dark Phoenix” erzählt, hatte er bereits einmal in “The Last Stand” erzählt: die Verwandlung der heroischen Jean Grey in den destruktiven Feuerteufel Dark Phoenix, deren Kraft kein anderer X-Men gewachsen ist. Alle müssen sie zusammenarbeiten, um sie aufzuhalten. Kinbergs erster selbst inszenierter “X-Men”-Film “Dark Phoenix” sollte die damals unter der Regie von Brett Ratner missratene Adaption der berühmten "Dark Phoenix" Saga aus den Comics aus den Köpfen der Fans radieren.

“X-Men: Dark Phoenix” schafft es bei Rotten Tomatoes nur auf 22 Prozent

Doch die Kritiker hatten noch weniger herzliche Worte übrig für das Quasi-Remake und auf Basis von 114 gesammelten Rezensionen kam die meinungsbildende Website “Rotten Tomatoes” auf nur 22 Prozent positive Stimmen zum Film. Hier eine Auswahl der Reaktionen aus den USA:

  • “Sollte es sich hierbei wirklich um die letzte Version dieser Figuren vor der Übernahme in Disneys Marvel Cinematic Universe handeln, dann ist es vielleicht passend, dass sie so niedergeschlagen von uns gehen.” – Tim Grierson, Screen International
  • “Es ist kein Desaster, aber Fans dieser bahnbrechenden Kinoreihe hätten etwas besseres verdient als diese Fortsetzung, die versucht einen alten Film neu zu drehen.” – Scott Mendelson, Forbes
  • “Dark Phoenix sitzt einfach nur so da und lässt ruhig die Zeit verstreichen..., in der Hoffnung, dass das Spektakel und die Besetzung das schrecklich eindimensionale Drehbuch bis zur Zielgeraden trägt..” – Andrew Parker, The Gate
Die bunte Welt des Streaming
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So wenig spielte “X-Men: Dark Phoenix” bisher ein

Diese Verrisse waren das Todesurteil für einen Film, der bereits in der Produktion mit vielen Problemen zu kämpfen hatte. Ursprünglich war er auch als Zweiteiler geplant und wurde dann später zu einem Film zusammengesucht. Die Schauspieler hatten im Vorfeld durchsickern lassen, dass der Schlussakt des Films komplett neu gedreht werden musste, weil das Finale dem eines anderen, jüngeren Superhelden-Films zu ähnlich gewesen sei. Viele vermuten, dass es sich bei diesem anderen Superhelden-Film um “Captain Marvel” gehandelt habe.

Der Film startete am Freitag, den 7. Juni 2019, in den amerikanischen Kinos und blickte auf ein mögliches Startwochenende von 50 Millionen Dollar. An der Kinokasse blieb "Dark Phoenix" weit hinter der projektierten Summe und kam nur auf 33 Millionen Dollar Einspielergebnis am ersten Wochenende. Damit liegt der Film satte 20 Millionen Dollar hinter dem vorherigen Schlusslicht, “The Wolverine” von 2013 mit 53 Millionen Dollar. International gab es mehr Zuspruch mit insgesamt 107 Millionen Dollar, das meiste davon aus China.

Laut den Einschätzungen der Finanzexperten und Analysten wird "Dark Phoenix" am Ende zwischen 100 und 200 Millionen Dollar verlieren für Fox und Disney. Schließlich kostete der Film aufgrund von kostspieligen Nachdrehs (vor allem des Finales) und dem Marketing insgesamt über 350 Millionen Dollar. Am Ende seiner Kinopräsenz wird er es aber vermutlich nur auf 285 bis 235 Millionen Dollar schaffen.

Wer sich auf "Dark Phoenix" mit den Vorgängerfilmen vorbereiten will, hat aktuell kein Glück bei den deutschen Streaming-Diensten. Leider gibt es nicht alle elf Filme im Angebot bei Netflix und Co.: Filme eins bis drei und der zehnte Teil "Logan" sind nicht verfügbar. Trotzdem haben Netflix-Kunden einen Vorteil. Auf dem Streamer finden sich aktuell "X-Men Origins: Wolverine" (2009), "X-Men: Erste Entscheidung", "Wolverine: Weg des Kriegers", "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit", "Deadpool" und "X-Men: Apocalypse".

Kurios: Ein Wissenschaftler arbeitet gerade daran die "X-Men" Realität werden zu lassen: Er hat einen Weg entdeckt, Gliedmaßen zu heilen und nachwachsen zu lassen. Hier streamst du alle X-Men Filme.

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