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Neue Studie über Netflix & Co.: Auswahl der Streaming-Inhalte erschöpft die Nutzer

Heute Abend Lust auf eine Netflix-Serie wie "Stranger Things"? Oder eins der anderen tausend Streaming-Inhalte? Das Überangebot erschöpft die Nutzer. Das belegt eine aktuelle Studie.
Heute Abend Lust auf eine Netflix-Serie wie "Stranger Things"? Oder eins der anderen tausend Streaming-Inhalte? Das Überangebot erschöpft die Nutzer. Das belegt eine aktuelle Studie.
Foto: Netflix
Das Angebot auf Netflix & Co. ist groß. Und mit dem Start weiterer Streaming-Dienste steigt die Qual der Wahl für Nutzer. Das belegt eine neue Studie.

Es ist ein bekanntes Übel von Streaming-Diensten. Durch das Überangebot an Filmen, Serien, Dokumentationen, Standup-Specials und anderen Programmen, fällt es dem Nutzer von Streaming-Angeboten wie Netflix, Amazon Prime Video und Sky oft schwer, sich für einen Titel zu entscheiden. Die Situation wird in Zukunft trotz Watchlisten und “MyList”en nicht besser werden, wenn mit Disney+, AppleTV+, WarnerMedia und NBCUniversal in den nächsten Monaten vier große Wettbewerber ihren Markteintritt in den USA haben. Sobald sie sich dort etabliert haben, ist der Sprung nach Europa nicht mehr weit. Eine neue Nielsen Studie verrät nun, wie stark das Streaming-Überangebot die Nutzer erschöpft.

Bitteres Ergebnis für Netflix & Co.: Qual der Wahl erschöpft Streaming-Nutzer

Der Total Audience Report des renommierten Marktforschungsinstituts Nielsen über das Nutzerverhalten in den USA kommt zu dem Ergebnis, dass die Vielzahl an Streaming-Möglichkeiten (auf allen Bildschirmen, vom Smart-TV bis zum Smartphone) in Kombination mit der Abspaltung der Inhalte auf verschiedene Anbieter zu einer geradezu lähmenden Qual der Wahl bei den Nutzern führe.

Die Datenerhebung ist repräsentativ für Entwicklungen in allen Ländern, da schon 70 Prozent der amerikanischen Haushalte mindestens einen Streaming-Dienst abonniert haben und 72% auf dem Fernseher streamen. Der Konsum von Streaming-Inhalten beläuft sich am Tag im Schnitt auf 11 Stunden und 27 Minuten. Das sind laut Nielsen schon 21 Minuten mehr als noch im Vorjahr.

Streaming-Nutzer geben oft bei Auswahl der Streaming-Inhalte auf

Die Studie belegt, dass unter den erwachsenen Nutzern von Streaming-Diensten lediglich 33 Prozent sich durch das Menü von Netflix & Co. surfen, um nach Inhalten zu suchen. 21% dieser Suchenden schauen sich am Ende gar nichts an, wenn sie sich nicht für einen Titel entscheiden können. Wenn man mehrere hundert Filme und Fernsehsendungen zur Auswahl gestellt bekommt, dann schluckt das auch viel Zeit. Der durchschnittliche Streaming-Nutzer in den USA brauche satte 7,4 Minuten, um sich für einen Titel zu entscheiden. Jüngere Nutzer brauchen sogar länger (9,4 Minuten). Ältere Nutzer geben schon nach fünf Minuten auf und machen den Streaming-Dienst aus.

Das Bild, das ein für die Studie verantwortlicher Analytiker zeichnet, ist beunruhigend: “Erinnern sie sich an das letzte Mal als Sie oder ein Familienmitglied sich hingesetzt hat um Fernzusehen, Musik zu hören oder ein Programm zu streamen. Steckten sie bald im Fegefeuer der Wahl fest und klickten sich endlos durch Vorschauen, um endlich eine Auswahl zu treffen? Wieviel Zeit hat sie das gekostet? Und wieviel wird diese Qual der Wahl wohl den Anbietern, Rechteinhabern, Brands und Marketing Leute kosten? Sicherlich hat niemand etwas davon, wenn potentielle Kunden von dem Überangebot zur Auswahl so frustriert sind oder zu viele unattraktive Optionen geboten bekommen, dass sie sich letztlich dafür entscheiden, stattdessen einfach schlafen zu gehen.”

Mangelnde Kuration der Streaming-Inhalte ist das Problem

Das Problem scheint die fehlende Kuration bei den Streaming-Diensten zu sein. Früher entschieden Fernsehsender auf Basis ihrer Quoten und intensiver Zielgruppenforschung darüber, welche Inhalte zu welchen Zeiten ausgestrahlt werden sollten. Diese Art der Content Curation passiert auf Neflix & Co. automatisiert. Wenn man sich für “Stranger Things” begeistert, bekommt man automatisch ähnliche Serien und Filme angezeigt. Aber diese Logik bedenkt nicht, dass man nicht immer Lust auf die immer gleichen Inhalte hat.

Eine gesunde Alternative bietet aktuell das Konzept von mubi, der Streaming-Dienst für Cineasten. Die 30 Filme auf der Plattform werden täglich um einen Filmtitel erleichtert und bereichert, basierend auf wechselnden Auswahlkriterien, wie etwa nach Regisseur, nach Epoche, nach Genre, nach Schauspieler, nach Filmfestival usw. Hier kann es dem Streaming-Nutzer aber natürlich auch mal passieren, dass man keinen der 30 Filme an dem Abend sehen möchte.

Darum wird Filme und Serien streamen für alle noch richtig teuer. Diese neuen Streamingdienste kommen bald auf den Markt. Diese Apps helfen Dir bei der Qual der Wahl bei Streaming-Inhalten.

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