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Netflix suchten und Pornos streamen: Deshalb solltest du dich dringend zusammenreißen

Du liebst Netflix- und Porno-Streams? Schade aber auch.
Du liebst Netflix- und Porno-Streams? Schade aber auch.
Foto: iStock/AntonioGuillem
Schaust du gerne Netflix und streamst Pornos? Verständlich. Leider erzeugt das nicht nur deine persönliche Befriedigung. Es ist vielmehr eine große Gefahr für die Erde.

Es sei jedem gegönnt, Netflix und Pornos zu streamen. Das ist schließlich einer der großen Vorteile des Internetzeitalters: sich ganz bequem befriedigend berieseln zu lassen. Jetzt kommt allerdings noch ein entscheidender Nachteil des Streaming-Konsums ans Licht, der den Spaß schmälern könnte – er erzeugt übermäßig viel CO2. Mehr als ganz Belgien.

Netflix- und Porno-Streaming: So viel CO2 produziert dein Konsum

Die Übertragung und das Streaming von Online-Videos, darunter via Netflix und Porno-Streaming-Seiten erzeugt jährlich 306 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid, kurz CO2. Das ist nahezu ein Prozent der gesamten globalen Emissionen. Zu diesem Ergebnis kommt ein französischer Thinktank namens The Shift Project, wie das Magazin New Scientist berichtet.

Die Höhe dieser Emissionen entspricht teilweise der, die ganze Länder pro Jahr ausstoßen, beispielsweise Bangladesh, Belgien oder Nigeria. Der Thinktank schätzte bereits Anfang des Jahres, dass digitale Technologien vier Prozent der Treibhausgasemissionen produzieren würden und dass diese Zahl bis 2025 auf acht Prozent steigen könnte.

Online-Videos: 1 Zettabyte Datenaustausch

Für die konkreten Emissionen haben die Autoren des Berichts Daten zum Video-Internet-Traffic zu Rate gezogen, die sie von den Unternehmen Cisco und Sandvine erhalten haben. Dann rechneten sie hoch, wieviel Elektrizität genutzt wurde, um diese Videodaten zu übertragen und zu streamen. Besonders der Betrieb der Anbieter-Server fällt dabei ins Gewicht. Alle möglichen Endgeräte wurden dafür hinzugezogen, von Smartphones bis zum TV.

Davon leiteten sie die Gesamtemissionen anhand der globalen Durchschnittswerte für die Kohlenstoffemissionen aus der Stromerzeugung ab. Es ergab sich die nicht sehr erfreuliche Nachricht, dass Online-Videos 2018 für 60 Prozent des gesamten globalen Datenflusses verantwortlich waren. Das bedeutet 1 Zettabyte an Datenaustausch. Und darin sind noch nicht einmal Live-Video-Streamingdienste wie Telemedizin und Cam Girls enthalten.

Der Klimawandel hat Folgen – das könnte mit uns und der Erde geschehen

Das Ranking: Netflix vor Porno-Streaming

Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video und Co. hätten der Untersuchung nach den größten Anteil an den CO2-Emissionen aus. Ganze 102 Millionen Tonnen seien 2018 emittiert worden, nur, weil Menschen auf diesen Seiten streamen. Das ist mehr als das Zehnfache dessen, was ganz Luxemburg laut Umweltbundesamt 2016 ausgestoßen hat.

Gleich danach folgen Porno-Streams: Mit einem vier Mal höheren CO2-Ausstoß als Litauen im Jahr 2016 sollen pornografische Video-Inhalte online der zweitgrößte Emittent gewesen sein. Ganze 82 Millionen Tonnen des umweltschädlichen Stoffes stießen YouPorn, Pornhub, X-Video und Co aus. Porno-Streaming hat laut Schätzungen derzeit einen Anteil von 12,4 Prozent am gesamten, weltweiten Internet-Traffic. Wahrscheinlich, so der Thinktank, sei vor allem die Bereitstellung von immer höherer Videoqualität Schuld an den gestiegenen Emissionen.

Danach folgen Video-Portale wie YouTube und Dailymotion (65 Millionen Tonnen CO2) und dann Soziale Netzwerke wie Facebook und Co. sowie auf Websites selbst gehostete Videos (56 Millionen Tonnen CO2). Letzterer Wert ist fast drei Mal so hoch wie die Treibhausgas-Emissionen von Estland 2016.

Ironischerweise hat The Shift Project das Problem in einem Video noch einmal erklärt:

Video: Video-Streaming nicht gut für die Umwelt

Maßnahmen für den Klimawandel-Stopp

Die Autoren rufen deshalb dazu auf, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Videos in High Definition (HD) sollten nur noch übermittelt werden, wenn es unbenötigt nötig wäre. Außerdem würde die vor allem durch Netflix und YouTube bekannte Autoplay-Funktion, die Videos automatisch abspielen lässt, zu einem gesteigerten Videokonsum und demnach zu höheren CO2-Emissionen führen.

Auch die Nutzer seien dem Thinktank zufolge in der Pflicht, ihren Netflix- und Porno-Streaming-Konsum anzpuassen. Sie könnten:

  1. seltener neue Geräte kaufen und
  2. weniger Videos streamen.

Wenn das mal so einfach wäre.

Um den Klimawandel zu stoppen, müssen Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden, darin sind sich viele Experten einig. Falls du Pornos online schaust, es sei dir gegönnt. Lass dich nur nicht von kriminellen Porno-Maschen abzocken. Auch Pornos und Android sind keine gute Kombination. Übrigens gibt es in Großbritannien Pornos bald erst ab 18.

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