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Netflix ist eigentlich kein Fan von “Binge Watching” und das ist der Grund

Fr, 24.05.2019, 13.01 Uhr

Netflix

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Unter “Binge Watching” versteht man das ununterbrochene Durchschauen einer Serie. Diese Streaming-Praxis hat Netflix erst ermöglicht. Aber Netflix selbst ist kein großer Fan davon.

Die einen nennen es Binge Watching, die anderen Binge Viewing. Aber gemeint ist dieselbe Handlung, die der Streaming-Dienst Netflix seit Start seiner Strategie, die gesamte Staffel einer neuen Serie seinen Abonnenten zur Verfügung zu stellen, implizit propagiert hat. Es geht um das “Komaglotzen” (noch so ein Begriff!) aller Folgen einer Fernsehserie in einem Rutsch. Aber jetzt stellt Netflix klar: mit “Binge Watching” konnten sie sich noch nie anfreunden.

Deshalb mag Netflix den Begriff “Binge Watching” nicht

Klar, schon vor der Existenz des Streaming-Dienstes Netflix haben sich Konsumenten in der Praxis des Binge Watchings geübt. So etwa wenn man sich mit Freunden einen Film- oder Serien-Marathon durch die Nacht gegönnt hat. Kinoreihen wie “Krieg der Sterne” und Serien wie “Raumschiff Enterprise” waren dafür prädestiniert. Oder wenn man sich die Lieblingsserie auf DVD oder Bluray gekauft und mehrere Folgen am Stück durchgeschaut hat.

Doch erst die Strategie von Netflix, die Folgen ihrer eigens produzierten Netflix-Serien nicht einzeln über Wochen verteilt zu veröffentlichen, sondern auf einen Schlag, so dass Nutzer selbst entscheiden konnten, in welcher Frequenz sie sich eine Fernsehserie anschauen, machte Binge Watching zu einem geflügelten Begriff.

Binge Watching begann für Netflix so richtig mit "Orange Is the New Black"

Diese Revolution im Medienumgang der Netflix-Nutzer begann damals mit der ersten Staffel von “Orange Is the New Black”. Zum Anlass der letzten Staffel gab es jetzt eine Retrospektive im Branchenblatt “The Hollywood Reporter”. Darin äußert sich Cindy Holland, Vizepräsidentin für den Bereich Original-Inhalte bei Netflix, auch zu der Verbreitung von “Binge-Watching” durch Netflix.

Orange is the New Black Staffel 7 Trailer

Gegenüber “The Hollywood Reporter” sagt Cindy Holland: “Wir hatten immer schon Sorge um den Begriff 'Binge' und versuchten vergeblich die Leute dazu zu bringen, ein anderes Verb dafür zu nutzen.” Schließlich trägt das Wort “binge” viele negative Konnotationen mit sich.

So bedeutet es übersetzt Orgie oder Gelage und wird kombiniert mit anderen Praktiken des Konsummenschen, der keine Grenzen kennt, wie zum Beispiel “binge drinking” oder “binge eating”. Doch die Netflix Alternative “marathon viewing” setzte sich nicht durch. Weder Nutzer, noch die Presse ließen sich vom Gebrauch von “Binge Watching” abbringen.

So geht Netflix heute mit "Binge Watching" um

Doch letztlich fand sich Netflix mit dem Begriff ab. Genauso wie mit “Netflix and chill”, was viele immer noch falsch verstehen als Entspannung beim Schauen von Netflix. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen Anmachspruch, der impliziert, dass man Netflix schaut und danach Sex miteinander hat. Das ist auf jeden Fall gesünder als Binge Watching:

Warum Binge Watching ungesund ist

Wer eine Netflix-Serie wie "Orange is the New Black" ohne seinen Partner weiterschaut, der begeht Netflix Cheating. Die Auswahl der Streaming-Inhalte erschöpft die Nutzer schon jetzt. Aus diesem ganz einfachen Grund wird Amazon Prime Video den Rivalen Netflix nie einholen können.

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