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„Tatort: Alles kommt zurück“: So wird der Furtwängler-Lindenberg-Krimi

Im neuen „Tatort: Alles kommt zurück“ reist Charlotte Lindholm privat nach Hamburg, um sich mit einem Mann zu treffen. Doch als sie ankommt, ist er tot – und die Ermittlerin tatverdächtig. Lohnt sich das Einschalten beim Krimi mit Udo Lindenberg?

"Tatort: Alles kommt zurück": Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) findet sich unter Udo-Lindenberg-Doubles wieder.. © NDR/Frizzi Kurkhaus
"Tatort: Alles kommt zurück": Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) findet sich unter Udo-Lindenberg-Doubles wieder.. © NDR/Frizzi Kurkhaus

Am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) schickt die ARD Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, 55) auf Verbrecherjagd – allerdings nicht in Göttingen; im „Tatort: Alles kommt zurück“ (20:15 Uhr, das Erste) muss sie in Hamburg einen Mord aufklären. In der Hafenstadt steigt sie im Hotel Atlantic ab und trifft dort auf einen ganz besonderen Stammgast: Udo Lindenberg (75) ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören – und das gleich mehrmals…

Darum geht’s im „Tatort: Alles kommt zurück“

Kommissarin Charlotte Lindholm reist privat von Göttingen nach Hamburg, um sich in einem Hotel heimlich mit einem Mann zu treffen. Doch als sie ankommt, ist er tot – und die Ermittlerin tatverdächtig. War der Mörder einer der Udo-Lindenberg-Doppelgänger, die gerade wegen eines Castings das Hotel bevölkern?

Lindholm traut ihren Hamburger Kripo-Kolleginnen und -Kollegen nicht und ermittelt auf eigene Faust weiter. Dabei stößt sie auf Hinweise, dass der Mord möglicherweise eine Falle gewesen sein könnte. Vielleicht ein Racheakt an der Kommissarin? Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Nicht nur, weil Kult-Regisseur Detlev Buck (59) mit „Alles kommt zurück“ sein „Tatort“-Debüt feiert und Maria Furtwängler erstmals als Produzentin aktiv war. Wie zu erwarten, bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer keinen gewöhnlichen Fall serviert. In typischer Buck-Manier strotzt der Krimi nur so vor humorvollen Dialogen, schrägen Charakteren und irrwitzigen Situationen. Der Meister selbst tritt auch in Erscheinung und gibt einen abgedrehten Puffbesitzer. Und Charlotte Lindholm? Die ist in diesem „Tatort“ wie „Alice im Wunderland“: „Wie sie da mit ihrem schönen blauen Kleid in die Luxuswelt des Hotels eintaucht und sich plötzlich in einem Paralleluniversum voller skurriler Charaktere wiederfindet“, erklärte Furtwängler im Interview mit dem Sender. 

Aber nicht nur Furtwängler und Buck brillieren in ihren Rollen, auch der restliche Cast harmoniert hervorragend. Während Anne Ratte-Polle (47) die ruppige und ausgekochte Ermittlerin Jana Zimmermann gibt, mimt Jens Harzer (49) den leisen und kontrollierten Kollegen Ruben Delfgau. Die beiden Figuren bilden einen tollen Kontrast zueinander – guter Bulle, böser Bulle ist hier die Devise. Und Kida Khodr Ramadan (45) darf wie in fast jedem Buck-Film natürlich auch in „Alles kommt zurück“ nicht fehlen.

Über all dem scheint der Kultrocker Udo Lindenberg zu schweben. Wie ein Geist taucht er hin und wieder im Hotel Atlantic auf. Was wahrscheinlich in etwa der Wirklichkeit entspricht, schließlich wohnt der Musiker dort seit 1995. Die Aufgabe für Drehbuchautor Uli Brée (geb. 1964) bestand darin, die Figuren Udo Lindenberg und Charlotte Lindholm „möglichst glaubwürdig aufeinander treffen zu lassen“. Was allerdings nur teilweise gelingt, da manche Szenen zu gestellt wirken. Udo, der in der Lobby am Klavier sitzt und einen Song zum Besten gibt, während Lindholm andächtig lauscht – eher zu viel des Guten. Zwei Werke seines Albums „Udopium – Das Beste“, unter anderem den Titelsong „Kompass“, schmettert Lindenberg im Laufe des Falls. Für Fans sicher ein Highlight, für alle anderen könnte es sich ein bisschen wie Werbepausen anfühlen…

Ein weiters Manko: Zu viele Fragen bleiben offen, denn Lindholms Reise nach Hamburg endet zu abrupt. Weihnachtsfans sollten sich zudem darauf einstellen, dass der Krimi keinerlei Bezug zum Fest hat. Nichtsdestotrotz bekommt das Publikum einen etwas anderen Fall zu sehen, der garantiert in Erinnerung bleiben wird – und das nicht nur bei Udo-Lindenberg-Fans.

(amw/spot)

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