Ob mit Zettel und Stift oder digital: Gehirntraining, meistens einfach Gehirnjogging genannt, wird gerne benutzt, um das eigene Denkvermögen auf Vordermann zu bringen. Seit Dr. Kawashimas Gehirnjogging für den Nintendo DS erschienen ist, erfuhr das Thema einen extremen Boom. Die Auswahl an Webseiten und vor allem Apps, die erfolgreiches Gehirnjogging versprechen, ist nahezu unendlich.

Dabei ist die Wirksamkeit von Gehirnjogging umstritten. So belegen zwar viele Studien, dass vor allem kommunikative Fähigkeiten sowie das Selbstbewusstsein durch solche Übungen gestärkt werden. Effekte auf die Intelligenz aber werden heiß diskutiert. Oft wird hier von gezielter Stärkung gesprochen, die uns zwar zu Profis im Lösen von bestimmten Aufgaben mache, die grundsätzliche kognitive Leistung werde aber nicht beeinflusst. Ein unterhaltsamer Zeitvertreib sind viele der Apps aber allemal.

Lumosity

Eine der Apps, die Nutzern das volle Programm bieten möchte, ist Lumosity. Sie wurde laut den Entwicklern auf wissenschaftlicher Basis kreiert und soll die kognitiven Fähigkeiten der User stetig steigern. Lumosity legt Wert darauf, dass immer wieder neue Aufgaben anfallen, die dem Spieler eine regelmäßige Anpassung an die neuen Gegebenheiten abverlangen. An der Erstellung der Aufgaben sollen insgesamt über 40 Forscher beteiligt gewesen sein.

Tatsächlich bietet Lumosity ein abwechslungsreiches Programm. So findet man Klassiker wie „Muster merken“ oder „Memory“, die man fast schon zu den 0815-Rätsel zählen kann genauso, wie jede Menge Aufgaben, die auf den ersten Blick eher ungewöhnlich erscheinen. Gerade die Konzentrationsübungen haben es in sich. „Zügige Gedanken“ etwa ist alleine von der Optik schon anspruchsvoll.

Der äußerst umfangreiche Pool am Aufgaben hat aber auch seinen Preis. Rund 60 Euro im Jahr muss man für Lumosity berappen. Und garantiert intelligenter wird man dadurch nicht.

Lumosity ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

Peak

Auch die beliebte App Peak kommt mit einer breiten Masse an verschiedenen Aufgaben und Rätseln. 2014 in mehreren Ländern zur besten App gekürt, verspricht Peak mit seinen von Neurowissenschaftlern und Spieleexperten entwickelten Rätseln, seine Nutzer auf neue geistige Höhen zu katapultieren. In rund 40 verschiedenen Bereichen können Gehirnjogger kontinuierlich an ihren Fähigkeiten arbeiten. Die Aufgaben erstrecken sich von Muster sortieren über schnelles Rechnen bis hin zu Wortschatz-Übungen.

Mit Hilfe des Dashboards soll man seinen Fortschritt ständig im Blick behalten und quasi dem Hirn beim Wachsen zusehen können. Je nachdem, ob kostenlose oder Pro-Version, gibt es unterem anderem mehr Aufgaben und ausführlicheres Coaching, das gezielt auf Schwächen des Spielers eingehen soll. Durch einen begrenzten Umfang an Aufgaben gelangt man nach einiger Zeit allerdings schnell zu wiederkehrenden Aufgaben, die dann nur noch konditioniert werden.

Peak ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

NeuroNation

Wie schon die ersten beiden Apps zählt sich auch NeuroNation zu jenen Anwendungen, die auf einer wissenschaftlichen Basis aufbauen. So sind an der App Institutionen wie die Goethe Universität beteiligt. Ausgezeichnet wurde die App bereits vom deutschen Gesundheitsministerium. NeuroNation setzt auf ein tägliches 15-Minuten-Training. Die App bietet rund 30 Übungen, die auf den Nutzer persönlich zugeschnitten werden. Bei einem Einstiegstest werden dazu persönliche Stärken und Schwächen ermittelt, der eine Art Trainingsplan ermöglichen soll.

Auch bei NeuroNation wird auf einen spielerischen Ansatz gesetzt. Die Aufgaben gehen von einfachen Rechenspielen, über Multitasking-Herausforderungen bis zu simulierten Stresssituationen, die einen guten Überblick verlangen. NeuroNation ist außerdem sehr bedacht darauf, seine Nutzer länger zu motivieren. Um fortlaufend Anreize zu setzten gibt es jede Menge Statistiken und Vergleichswerte, die die Motivation möglichst hochhalten sollen. Wie die anderen Apps hat aber auch diese ihren Preis. Wer das volle Programm möchte muss rund 40 Euro im Jahr berappen.

NeuroNation ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

Fazit

Über den wissenschaftlichen und vor allem kognitiven Wert von Gehirnjogging-Apps wird man noch länger diskutieren. Zwar gibt es mittlerweile Unmengen an Apps, die auf einer wissenschaftlichen Basis aufbauen, gerade der Umfang setzt aber oft Grenzen in Sachen Hirntraining.

Ebenfalls problematisch sind die recht hohen Preise, die von Nutzern immer wieder kritisiert werden. Die kostenlosen Versionen der Apps sind oft nämlich zu stark beschnitten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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