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WhatsApp-Nachrichten: Regierung verlangt Zurückverfolung ohne Bruch der Privatsphäre

WhatsApp-Nachrichten sollen besser zurückverfolgt werden. fordert die indische Regierung. Doch wie sieht es da noch mit der Privatsphäre aus?
WhatsApp-Nachrichten sollen besser zurückverfolgt werden. fordert die indische Regierung. Doch wie sieht es da noch mit der Privatsphäre aus?
Foto: Getty Images Signature / Johnce / WhatsApp [M] Futurezone.de via Canva.com
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist für WhatsApp-Nachrichten wichtig, um die Privatsphäre in Chats zu wahren. Doch jetzt verlangt eine Regierung einen Weg für die Fahndung nach Tätern.

Indien bildet einen der drei größten Internetmärkte der Welt mit bis zu 700 Millionen Nutzern insgesamt. Darum sind Entscheidungen aus dem Land oft spannend für andere Nationen wie die USA, Australien und Großbritannien, um abzuwägen, wie sich bestimmte Entscheidungen der Regierung auf das Nutzerverhalten auswirken. Schon seit längerem haben Regierungen mit Kriminalität über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste zu kämpfen. Nun sollen WhatsApp-Nachrichten besser zurückverfolgt werden, aber ohne die Privatsphäre der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu stören.

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WhatsApp-Nachrichten: Nachverfolgung ist wichtig, sagt Indien

Die sogenannten Intermediary Liability Rules in Indien, die vor Kurzem in Kraft getreten sind im Land, verlangen, dass Social Media-Unternehmen, die über mehr als fünf Millionen Nutzer in Indien verfügen, die Zurückverfolgung von zum Beispiel Ende-zu-Ende-verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten ermöglichen. Hierfür hat die Regierung auch schon einen technischen Vorschlag gemacht. So sollen Nutzer unter anderem verifizierte Accounts erhalten, mehr Filter, um schädliche Inhalte auszusortieren, und weitere Funktionen, um nicht vertrauenswürdige Nutzer besser zu erkennen.

Ein weiterer Schritt, den die indische Regierung von WhatsApp verlangt, ist das Versehen jeder WhatsApp-Nachricht mit einem alphanumerischen Hash. Das soll die Zurückverfolgung der Absender ermöglichen, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messenger-Diensts aufzuheben und auch die Privatsphäre der Chat-Teilnehmer weiterhin zu gewährleisten.

Facebook hält sich bedeckt

Facebook, dem der Messenger-Dienst WhatsApp gehört, hält sich zu der Aufforderung bislang bedeckt. Dabei ist Indien der größte Markt für den Anbieter mit über 400 Millionen WhatsApp-Nutzern. Facebook beruft sich bislang auf den Schutz der Privatsphäre und der Daten. Es fehle an einer sicheren Technologie, um beides zu gewährleisten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp-Nachrichten und die Anforderungen der Gesetzesbehörden für eine bessere, schnellere Verfolgung von Kriminellen. WhatsApp hat nun drei Monate Zeit, auf die Forderung der indischen Regierung zu reagieren. Es bleibt also spannend, vor allem auch, welche Folgen das für weitere Nationen haben könnte.

In der EU planen inzwischen einige Abgeordnete, WhatsApp-Nachrichten barrierefrei von allen Diensten empfangen zu lassen. Eine andere neue WhatsApp-Funktion ist erst einmal nur optional und sollte es auch für dich erstmal so bleiben. Aus einem guten Grund.

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