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US-Konzerne achten mehr auf Rohstoffherkunft

In Krisengebieten werden Rohstoffe oft unter katastrophalen Bedingungen abgebaut, auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit.
In Krisengebieten werden Rohstoffe oft unter katastrophalen Bedingungen abgebaut, auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit.
Foto: Imago
Die Organisation "Enough Project" hat den Umgang großer Unternehmen mit Rohstoffen aus Krisengebieten untersucht. Während amerikanische Tech-Firmen positive Bewertungen erhalten, mangelt es bei deutschen Autoherstellern an ausreichenden Kontrollen.

Beim Umgang mit sogenannten Konflikt-Rohstoffen aus Afrika agieren einer neuen Untersuchung zufolge amerikanische Technologie-Konzerne inzwischen besonders verantwortungsvoll, während große US-Handelsketten das Schlusslicht bilden. In einer Rangliste der gemeinnützigen Organisation "Enough Project" belegten Apple, die Google-Mutter Alphabet und Hewlett-Packard die drei ersten Plätze. Die 2007 gegründete Privat-Initiative untersuchte das Vorgehen von 20 der weltgrößten Elektronik- und Schmuck-Anbieter.

Apple und Intel belegen Spitzenpositionen

Aktuell geht es bei Konflikt-Rohstoffen vor allem um Gold sowie Erze mit Zinn, Wolfram und Koltan aus dem Kongo. Apple sei bei der Kontrolle seiner Zuliefererkette "klar führend", urteile das Enough Project. Der iPhone-Konzern hatte vor sechs Jahren damit begonnen, von allen Lieferanten regelmäßige Kontrollen einzufordern und hatte im vergangenen Jahr dieses Ziel umgesetzt. Der Konzern veröffentlicht jährliche Fortschrittsberichte und hatte allein 2016 die Zusammenarbeit mit 22 Schmelzen beendet. Auch Intel gab das Ziel aus, komplett ohne Konflikt-Rohstoffe auszukommen. Der Chipkonzern kam in der Rangliste auf den fünften Rang nach Microsoft.

Deutsche Autohersteller zeigen wenig Initiative

Die großen Juwelier-Konzerne Signet und Tiffany sowie die Tech-Firmen Panasonic und IBM landeten im Mittelfeld. Dagegen bekamen unter anderem Samsung und Toshiba sowie vor allem die US-Handelsketten Sears, Walmart und Neiman Marcus schlechte Noten, weil sie keine Informationen zu dem Thema preisgeben.

Neben den Konflikt-Mineralien rückt aktuell auch Kobalt in den Fokus. Es kommt in Batterien zum Einsatz - und die Nachfrage steigt gerade explosiv mit dem Schwenk der Autobranche zu Elektrofahrzeugen. Es wird zum Teil unter gefährlichen Bedingungen in kleinen Minen gefördert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuletzt kritisiert, dass unter anderem deutsche Autohersteller nicht entschlossen genug gegen Kinderarbeit in solchen oft von Familien betriebenen Minen vorgingen.

Tesla tritt Industrieallianz bei

Die Tech-Unternehmen kooperieren bereits seit Jahren in einer Industrieallianz, die unter anderem für eine verantwortungsvolle Kobalt-Förderung sorgen soll. In der Branche wird betont, dass dringend mehr Autofirmen ins Boot geholt werden müssten. Dies sei schon deshalb notwendig, weil für die großen Batterien der Elektroautos viel mehr Kobalt benötigt werde als etwa in Smartphones. Zuletzt verbuchte die unter anderem von Apple und Intel gestützte «Responsible Business Alliance» dabei einen Erfolg mit dem Beitritt des Elektroauto-Herstellers Tesla.

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