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Der Tesla Chinas: Vor diesen Fahrzeugen zittert jetzt auch die deutsche Autoindustrie

Teslas Konkurrenz BYD bereitet nicht nur Elon Musk Sorgen.
Teslas Konkurrenz BYD bereitet nicht nur Elon Musk Sorgen.
Foto: imago images/Kyodo News/ZUMA Wire
Teslas Konkurrenz erstarkt und auch in Deutschland macht sich der chinesische Autobauer BYD langsam einen Namen.

Der Masterplan von Elon Musk sah eine Zukunft vor, in der Teslas für jede Art des terrestrischen Transports eingesetzt werden, von Personenkraftwagen bis hin zu Bussen und Lastwagen, ergänzt durch eine nahtlose Reihe von Solar- und Speicherprodukten. Allerdings macht sich derzeit eine Tesla-Konkurrenz breit, die ebendiesem Plan einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

So groß wird die Tesla-Fabrik in Brandenburg
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Teslas Konkurrenz: BYD geht aufs Ganze

Die Vision des Unternehmers Elon Musk wurde wahrscheinlich am besten in Teslas Ankündigung seines Angebots zur Übernahme von SolarCity eingefangen: "Wir wären das einzige vertikal integrierte Energieunternehmen der Welt, das seinen Kunden saubere End-to-End-Energieprodukte anbietet." Doch wäre der Autobauer tatsächlich das zweite Unternehmen dieser Art. Teslas Konkurrenz schläft nicht und BYD (Build Your Dreams) hat diese Vision bereits gewinnbringend verwirklicht.

Wenn man die beiden Unternehmen Kopf an Kopf vergleicht, zeigen die Daten, dass BYD in fast allen relevanten Dimensionen weiter gegangen ist und schneller wächst. BYD hat Tesla im vergangenen Jahr nicht nur übertroffen, sondern setzt auch sein geplantes Wachstum für 2020/21 weitaus höher an. Lediglich im internationalen Wettbewerb scheint Tesla die Nase vorn zu haben.

BYD im internationalen Vergleich

"Der Heimatstandort in China ist sicherlich ein großer Vorteil, schließlich ist es der wichtigste Einzelmarkt für Elektroautos weltweit und wird es noch lange bleiben", erläutert Stefan Bratzel, Gründer und Direktor des Forschungsinstituts Center of Automotive Management (CAM) gegenüber der Wirtschaftswoche. "Da ist auf jeden Fall viel Potenzial. Hinzu kommt die gute Vernetzung mit der Politik. Trotzdem muss BYD sich dem internationalen Wettbewerb im eigenen Land stellen. Und da könnte es zum Problem werden, dass sie aus einer Subventionswirtschaft stammen. Wenn China die Förderung reduziert, kommt es auf die Wettbewerbsfähigkeit an."

Bratzel erwartet, die Tesla-Konkurrenz werde beim Markteintritt "einen kleinen Marktanteil bekommen, weil sie günstige Preise bei ähnlicher Qualität bieten". Vor allem für deutsche Automobilkonzerne gesellt sich damit ein weiterer ernstzunehmender Player zum Spiel. Vor allem bei Elektrobussen sei BYD Weltmartkführer – "ein Markt, der von westlichen Produzenten stark vernachlässigt wurde".

Elon Musk plant weitere Innovation

Unter der Führung des Entrepreneurs Elon Musk hat Tesla schon so manchen Konkurrenten ausgestochen. So will der Unternehmer nicht nur die effiziente Produktion von Tesla-Akkus ohne Kobalt ermöglichen, sondern macht sich darüber hinaus auch noch in anderen Branchen breit. So soll etwa das Starlink Satelliten-Internet schon bald auch den deutschen Markt erreichen. Das könnte auch für die Vernetzung von Teslas Flotte eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Dennoch bleibt Teslas Konkurrenz, darunter etwa Lucid Motors und BYD, ein ernstzunehmender Faktor, der nicht aus den Augen gelassen werden sollte.

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