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Apple am Pranger: Unternehmer und Menschenrechtler rügen iPhone-Macher

Apple steht für seine Beziehung zu China derzeit in der Kritik.
Apple steht für seine Beziehung zu China derzeit in der Kritik.
Foto: Getty Images/Karl Mondon/Digital First Media/The Mercury News
Artikel von: Philipp Rall
Der Telegram-Gründer Pavel Durov scheint auf Kriegsfuß mit Apple zu stehen. Er übt starke Kritik.

In den vergangenen paar Wochen stand Apple vor allem wegen eines Rechtsstreits mit dem Videospielentwickler Epic Games in der Kritik. Nun aber zeigt sich, dass nicht nur Wettbewerber, sondern auch Menschenrechtler ein Hühnchen mit dem Konzern zu rupfen haben. So zeigt eine aktuelle Untersuchung der New York Times auf, wie die Kooperation Apples mit chinesischen Behörden iPhone-Nutzer:innen übervorteilt. Auch der russische Unternehmer und Telegram-Gründer Pawel Walerjewitsch Durow hat dazu etwas zu sagen.

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Apple in China

Tim Cook, der aktuelle Apple-CEO, rede viel über Apples Engagement für bürgerliche Freiheiten und Datenschutz, heißt es im Artikel der New York Times (NYT). Um aber nicht mit den chinesischen Behörden aneinanderzugeraten habe das Unternehmen die Daten seiner chinesischen Kund:innen in Gefahr gebracht und die staatliche Zensur in der chinesischen Version seines App Stores unterstützt.

"Apple ist zu einem Rädchen in der Zensurmaschine geworden, das eine von der Regierung kontrollierte Version des Internets präsentiert", zitiert die US-amerikanische Tageszeitung zudem Nicholas Bequelin, Asien-Direktor der Menschenrechtsgruppe Amnesty International. "Wenn man sich das Verhalten der chinesischen Regierung anschaut, sieht man keinen Widerstand von Apple – keine Geschichte des Eintretens für die Prinzipien, denen Apple angeblich so verbunden ist."

Auch der Telegram-Chef Pawel Durow reagierte auf die Untersuchung der New York Times über Apples Beziehung zu China und seine Beteiligung an "groß angelegter Überwachung und Zensur auf Geheiß Chinas".

Telegram vs. Apple: Durow teilt aus

"Apple ist sehr effizient bei der Verfolgung seines Geschäftsmodells, das auf dem Verkauf von veralteter und überteuerter Hardware an Kunden basiert, die an ihr Ökosystem gebunden sind", schrieb Durow am Mittwoch in seinem öffentlichen Telegram-Kanal. Damit

Jedes Mal, wenn er ein iPhone benutzen müsse, um die Telegram-App für iOS zu testen, fühle sich der Unternehmer wie ins Mittelalter zurückversetzt. "Die 60Hz-Bildschirme des iPhones können nicht mit den 120Hz-Bildschirmen moderner Android-Telefone konkurrieren, die viel flüssigere Animationen ermöglichen", schrieb er weiter.

Durow fügte hinzu, dass das Schlimmste an Apples Technologie nicht "klobigere Geräte oder veraltete Hardware" sind, sondern dass Benutzer:innen, die ein iPhone haben, "digitale Sklav:innen von Apple" seien. "Ihr dürft nur Apps verwenden, die Apple euch über seinen App Store installieren lässt, und ihr könnt nur Apples iCloud verwenden, um eure Daten nativ zu sichern."

Auch Kritik an Telegram

Es sei kein Wunder, dass Apples "totalitärer Ansatz" von der kommunistischen Partei Chinas so geschätzt werde, die nun die vollständige Kontrolle über die Apps und Daten aller ihrer Bürger:innen habe, die auf iPhones angewiesen sind. Doch teilt Durow nicht nur aus, sondern muss mit Telegram auch einige Kritik einstecken.

So sprechen derzeit allein sieben Gründe dafür, den Messenger vom Handy zu löschen. Auch ein anderer Messenger versucht derzeit im Teufelskreis der Kritiker mitzumischen. Im Kampf WhatsApp vs. Telegram blamierte sich die Facebook-Tochter aber auf voller Linie.

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