Seit dem 14. Februar 2005 ist YouTube online. Heute werden im Minutentakt mehr als 100 Stunden Videomaterial aus aller Welt auf die Plattform geladen. Diese Inhalte nach guten und schlechten filtern zu können, ist für das Nutzungserlebnis nicht unerheblich. Dennoch hat sich die Google-Tochter dazu entschlossen, YouTube-Dislikes zu deaktivieren.

YouTube: Dislikes gibt es bald nicht mehr

Jawed Karim war einer von drei Gründern, die das Videoportal damals auf die Beine stellten. Im Jahr 2006 wurde YouTube von Google aufgekauft und Karim erhielt für seine Anteile Google-Aktien im Wert von circa 64 Millionen US-Dollar. Mittlerweile ist der Informatiker einer von vielen Kritikern der Webseite. Vor allem mit der jüngsten Änderung, der Entfernung des Dislike-Buttons, zeigt sich Karim unzufrieden.

„Warum sollte YouTube diese allgemein ungeliebte Änderung vornehmen? Es gibt einen Grund, aber es ist kein guter, und er wird auch nicht öffentlich bekannt gegeben. Stattdessen wird es Verweise auf verschiedene Studien geben. Studien, die offensichtlich dem gesunden Menschenverstand eines jeden YouTubers widersprechen.“

Jawed Karim (via The Verge)

Die Fähigkeit, schlechte Inhalte einfach und schnell zu erkennen, sei ein wesentliches Merkmal einer Plattform für nutzergenerierte Inhalte, so Karim. „Der Prozess funktioniert, und es gibt einen Namen dafür: die Weisheit der Massen.“

„Im Geschäftsleben gibt es nur eine Sache, die wichtiger ist als ‚Mach es besser‘. Und das ist ‚Versau es nicht‘.“

Jawed Karim (via The Verge)

Wie kam es zu der Maßnahme?

Schon Anfang 2021 experimentierte die Plattform mit der Dislike-Zählung. Statt sie öffentlich zu zeigen, wurde sie in Teilen „privatisiert“. Auf diese Weise wollte YouTube in Erfahrung bringen, ob sich Dislike-Angriffe reduzieren ließen. Eine anschließende Analyse habe tatsächlich einen Rückgang zutage gefördert.

„Jetzt wird die Anzahl der öffentlichen Dislikes auf YouTube privat gemacht (aber der Dislike-Button bleibt). Die Zuschauer können weiterhin Videos ablehnen, und diese Aktion wird zur Abstimmung ihrer persönlichen Empfehlungen verwendet. Aber die Zuschauer können die Anzahl der Ablehnungen nicht mehr sehen – nur die Ersteller können sie in YouTube Studio sehen.“

YouTube Creators (via YouTube)

Die schiere Masse an Reaktionen, die die Aktion im Netz erntet, lässt auf ihre Beliebtheit unter den Nutzer:innen schließen. Kaum ein positives Wort findet sich zum entfernen der YouTube-Dislikes. Stattdessen schlagen die Leute vor, einfach einen Kommentar unter jedes Video zu setzen, der den Button ersetzen soll.

Quellen: The Verge; YouTube/YouTube Creators

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