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Retro-Serie #ThrowbackThursday: 40 Jahre GPS-Satelliten – als Navis noch ungenau waren

Die Vorgänger von Google Maps: Kompasse und Landkarten
Die Vorgänger von Google Maps: Kompasse und Landkarten
Foto: imago
1978 flog der erste Satellit des Global Positioning System ins All. Diese Woche zeigen wir, warum die Urahnen von Google Maps gar nicht mal so praktisch waren.

Bis Anfang des neuen Jahrtausends wurde das GPS-Signal durch das US-Militär aus taktischen Gründen für zivile Anwendungen ungenau verbreitet. Die Erfindung sollte unter anderem auf Schiffen eingesetzt werden, um Interkontinentalraketen ins Ziel zu leiten, man wollte sie der Öffentlichkeit deshalb vorenthalten.

Mit der Weiterentwicklung zum zuerst als Navy Navigation Satellite System (NNSS oder NAVSAT) bekannten Satellitennavigationssystems war bereits ab 1973 begonnen worden. Nach einigen Fehlstarts und schließlich der Öffnung für die breite Masse flog dann 1978 der erste GPS-Satellit ins All.

Positionen wurden bis zum 2. Mai 2000 allerdings nur auf rund hundert Meter genau angezeigt. Schließlich gab es moderne Navigationssysteme wie Maps, Bing und Here zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Das erste GPS-fähige Mobiltelefon war das Benefon Esc, dem man die Ungenauigkeiten des Signals noch anmerkte. Seither ist die Ortung immer genauer und detaillierter geworden. Aktuell kreisen 24 GPS-Satelliten und einige Reservesatelliten in sechs Orbitalen 20.200 Kilometer über uns. Auf livetracking.pro können sie beobachtet werden.

Mehr als US-Satelliten

Dennoch gab es seit den 1980er Jahren immer wieder Konzepte, die die elektronische Orientierung auch ohne das Satelliten-System der Amerikaner ermöglichten. Im März 1987 wurde in Tokio ein eigens für die Stadt konzipiertes Navigationssystem erprobt. Es verwendete kleine Funksender an Kreuzungen und Ampeln. Vorbeifahrende Autos konnten so den Standort abfragen und zeigten ihn dann auf einem monochromen Bildschirm an.

Eine Route konnte das neue System noch nicht berechnen. Dennoch hatte Tokio es bitter nötig: In der japanischen Metropole besitzen bis heute nur einige große Straßen Bezeichnungen, Häuserblocks werden nicht nach der Lage an der Straße nummeriert, sondern nach dem Baujahr. Gerade Touristen können so schnell durcheinander kommen.

Erstes Navi brauchte eine Landkarte – aus Papier

Sechs Jahre zuvor, im Jahr 1981, verbaute Honda das erste PKW-Navigationssystem überhaupt. Jedoch verzichtete das Gerät auf externe Daten: Ein Wegstreckensensor maß die zurückgelegte Strecke und ein Lagesensor erkannte, wann das Fahrzeug abbog. Daraus errechnete der Bordcomputer die gefahrene Strecke.

Doch damit sich der Fahrer mit dem System orientieren konnte, musste der Startpunkt bekannt sein und eine transparente Landkarte auf den Monitor gelegt werden. Fehlte die Straßenkarte oder hatte man sich verfahren, konnte das System nicht mehr helfen.

"Verkehrslotse" half dem Fahrer

Das erste autarke Auto-Navigationssystem der Welt kommt übrigens aus Deutschland. 1982 wurde in Hildesheim der “Elektronische Verkehrslotse für Autofahrer” von Blaupunkt entwickelt. Radsensoren ermittelten dabei die Position des Fahrzeugs und eine eine Sprachausgabe informierte den Fahrer über die Route.

Heute sind Satellitendaten nicht nur für die Wissenschaft interessant, sondern auch ein Geschäft für Wirtschaftsunternehmen. Denn natürlich geht es dabei um das Thema Big Data. So kann beispielsweise auch der Verkehrsfluss in Städten mit Satelliten beobachtet und ausgewertet werden, um daraus Handlungsempfehlungen für Automobilhersteller oder auch die Politik abzuleiten.

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