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Facebook Live: Morde, Schießereien, Vergewaltigungen

45 Delikte kamen bereits an die Öffentlichkeit. Teilweise gewollt, aber auch ungewollt.
45 Delikte kamen bereits an die Öffentlichkeit. Teilweise gewollt, aber auch ungewollt.
Foto: pexels
Seit etwa 19 Monaten können Facebook-Nutzer Live-Videos veröffentlichen. Monatlich befinden sich darunter im Durchschnitt 2.3 Misshandlungs-Videos.

Dass Facebook Live ein Gewaltproblem hat, ist nach mehreren aufsehenerregenden Vorfällen hinlänglich bekannt. Das Nachrichtenportal BuzzFeed News hat nun eine genaue Aufstellung aller bisher öffentlich wahrgenommenen Fälle von Morden, Selbstmorden, Schießereien, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch etc. gemacht. Seit dem Start des Livestreaming-Angebots von Facebook kam es offenbar 45 Mal zu solchen Taten vor laufender Kamera.

Facebook stockt an Moderatoren auf

Im Sinne des Social Network sind die durchschnittlich zwei (bekannt gewordenen) live übertragenen Gewalttaten sicherlich nicht. Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat vor wenigen Wochen angekündigt, das Moderatoren-Team für Facebook um 3000 Personen aufzustocken. Im Mai wurde wiederum bekannt, dass die Regeln des Social Network, was Gewaltinhalte anbelangt, relativ locker sind.

Angst vor Nachahmungs-Effekt

Kriminologen sind jedenfalls von der schädlichen Wirkung live ausgestrahlter Videos auf Facebook überzeugt. Ray Surette, Kriminaljustizprofessor auf der University of Central Florida meint etwa, dass Facebook Live einen Weg aufzeigen könnte, um mit eigenen Gewalttaten anzugeben und sich einen gefährlichen Ruf zu verpassen. Jaqueline Helfgott, Leiterin der Kriminaljustiz-Abteilung der Seattle University, meint: "Leute können sich so schnell Bekanntheit verschaffen und Türwächter umgehen. Ich denke, dass es definitiv einen Nachahmungs-Effekt gibt."

Immer öfters zufällige Live-Morde

Durch die große Nutzeranzahl von Facebook kommt es freilich auch manchmal dazu, dass Protagonisten von Live-Videos unfreiwillig in Gewaltsituationen involviert werden. In Chicago kam es im Februar 2017 etwa dazu, dass eine schwangere Frau sich dabei filmte, wie sie im Auto zu Musik mitsang. Das Auto wurde plötzlich von Kugeln durchsiebt. Ein Mann und ein zweijähriges Kind, die sich ebenfalls im Auto befanden, starben dabei. Auf Facebook Live war der Vorfall zur Gänze zu sehen - bis hin zu dem Moment, als die Frau den Tod der Insassen realisiert.

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Die Beschuldigungen werden immer konkreter.
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Foto: Kaspersky

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