Microsoft gab in einem Blogeintrag bekannt, dass man seine hauseigene Antiviren-Software Windows Defender deaktiviert, wenn eine Antiviren-Software von einem Dritthersteller installiert wurde. Damit reagiert man offenbar auf eine Beschwerde bei der EU-Kommission, die von Software-Hersteller Kaspersky eingereicht wurde. Laut Kaspersky würde Microsoft seine Marktmacht missbrauchen, um seine eigene Software zu etablieren, ähnlich wie einst beim Browser Internet Explorer.

Windows Defender wird bereits seit Windows Vista mitgeliefert, hat sich aber erst unter Windows 8 zu einem vollwertigen Antiviren-Programm entwickelt. Die kostenlose Software erzielte auch in Vergleichstests durchgehend gute Ergebnisse. Laut Microsoft soll der Windows Defender bzw. die Microsoft Security Essentials nur mehr dann aktiv sein, wenn der Nutzer diese selbst aktiviert oder kein aktueller Antivirenschutz von einem Dritthersteller installiert wurde.

Software von Drittherstellern werden auch deaktiviert

Die Änderung wurde erstmals mit dem im April veröffentlichten Creators Update für Windows 10 eingeführt. Um Kompatibilitätsprobleme nach dem Update zu verhindern, wurde zeitweise aber auch Software von Drittherstellern deaktiviert. War eine installierte Antiviren-Software noch nicht mit der neuen Windows-Version kompatibel, wurde diese deaktiviert und vorerst durch die Microsoft-Software ersetzt. Das traf aber nur auf rund fünf Prozent der Nutzer zu.

Microsoft wolle weiter eng mit den Software-Herstellern zusammmenarbeiten, unter anderem über die Microsoft Virus Initiative (MVI). Über diese teilt Microsoft sein Wissen mit mehr als 80 Herstellern.

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