Dem Mann aus der US-Stadt Baltimore wurde zum Verhängnis, dass die Bodycam des Herstellers Axon laufend filmt und 30 Sekunden Video vor Betätigen des Aufnahme-Knopfes speichert. In eben diesen 30 Sekunden ist zu sehen, wie der Polizist gemeinsam mit zwei Kollegen Drogen versteckt und dann davon wegspaziert. Danach betätigt er den Knopf auf seiner Bodycam, um den Fund richtig in Szene setzen zu können.

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile die Vorwürfe gegen den beschuldigten Mann fallen gelassen, der sich seit Januar in Untersuchungshaft befand. Er war nicht in der Lage, die geforderte Kaution in der Höhe von 50.000 US-Dollar zu hinterlegen. Es ist nicht klar, ob dem mittlerweile suspendierten Beamten strafrechtliche Verfolgung droht. Ohnedies wurde er offenbar mit Samthandschuhen behandelt, nur wenige Tage nach der Enthüllung sagte er bereits als Zeuge in einem weiteren Fall aus. Erst nach medialer Kritik wurde er vorübergehend vom Dienst freigestellt, die anderen beiden Beamten wurden nun zu Schreibtischdienst verpflichtet.

Auch in Deutschland im Einsatz

Der Polizist ist vorerst noch als Zeuge für insgesamt 53 laufende Verfahren vorgesehen, die nun auf wackeligen Beinen stehen. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU Maryland geht sogar einen Schritt weiter und kritisiert, der Polizist „hat im Alleingang die Glaubwürdigkeit jedes Videos zerstört, auf dem Polizisten aus Baltimore Beweismittel finden“.

Ein ähnlicher Fall wurde kürzlich in Colorado bekannt. Ein Polizist nutzte die Bodycam, um den Fund von zuvor dort platzierten Drogen und Geld zu inszenieren. Auch in Deutschland sollen diese Kameras bei der Aufklärung von Verbrechen helfen, in vielen Ländern sind sie bereits im Einsatz und sollen mit neuer Software das Auffinden von Personen und Dingen erleichtern.

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