2005 hatte der britische Student Alex Tew eine lukrative Idee: Er rief die Million-Dollar-Homepage ins Leben, verkaufte einzelne Pixel auf der Seite für jeweils einen Dollar und nahm in kürzester Zeit mehr als eine Million Dollar ein. Den Käufern, die ihr selbstgewählte Inhalte und einen Link auf der Webseite platzieren durften, redete er ein, „ein Stück Internet-Geschichte“ zu erstehen.

Heute ist die Website, wie Motherboard berichtet, ein Link-Friedhof. Von den ursprünglich mehr als 2.800 Links auf der Website funktionieren gerade einmal noch 1.780 im ursprünglichen Sinn. Rund 500 Links verweisen auf Domain-Sale-Angebote und ähnliches, weitere 550 führen komplett ins Nichts.

„Verfallendes digitales Artefakt“

Zwar sehe die Seite heute noch genau so aus wie damals, tatsächlich sei sie aber ein „verfallendes, digitales Artefakt“, urteilte der Archivar John Bowers vom Library Innovation Lab der Harvard University vor kurzem in einem Blog-Eintrag. Für Bowers ist sie deshalb auch ein schönes Beispiel für das, was man in der englischen Sprache elegant als „Link Rot“ bezeichnet.

Um das Problem zu bekämpfen, hat Bowers Library Innovation Lab das Projekt Perma.cc ins Leben gerufen, das Kopien verlinkter Websites zugänglich hält. Vor allem für wissenschaftliche Texte im Web ist das von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr erhielt das Projekt immerhin Fördergelder in der Höhe von 700.000 Dollar.

Mit Hilfe von Angeboten wie der Wayback Machine des Internet Archive sei es möglich, digitale Artefakte wieder in ihrer vollen Pracht zu restaurieren, appelliert Bowers: Die Million-Dollar-Homepage könnte ein valides Zeugnis einer bestimmten Epoche in der Geschichte des Web sein, stattdessen sei sie wenig mehr als ein „leeres Verzeichnis“.

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